Das Certificate of Advanced Studies der Universität Basel "Die Kunst der Konfliktbearbeitung" berechtigt zum Erwerb des Titels: MediatorIn SDM (in AT, CH und D anerkannt).
ICP - Institute for Conflict Transformation and Peacebuilding
Konfliktbearbeitung und Mediation erhalten im Zeitalter der Globalisierung eine immer wichtigere Bedeutung: sowohl in der Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung als auch im Alltag. Diese Weiterbildung leistet einen wichtigen Beitrag an die Entwicklung und Förderung entsprechender Kompetenzen.
Das gelehrte Verfahren verbindet systemische, kulturhermeneutische, gruppenanalytische, gestaltpädagogische und weitere Ansätze. Es legt die Grundlage für die Transformation der Verhaltensweisen und Strategien sowie von Haltungen und Annahmen. Darüber hinaus dient das Verfahren der Transzendierung von scheinbar inkompatiblen Zielen und Widersprüchen.
Lerninhalt
Der Lehrgang befähigt die Teilnehmenden komplexe Konfliktkonstellationen und deren soziale, kulturelle und nicht bewusste Dimensionen zu analysieren sowie Optionen für eine kreative und konstruktive Bearbeitung von Konflikten zu entwickeln.
Das in der Weiterbildung vermittelte Verfahren für Konflikttransformation und Versöhnung beruht auf den Grundlagen des TRANSCEND-Verfahrens nach Johan Galtung, welches durch weitere wissenschaftliche Theorien und Methoden ergänzt wurde.
Seit einigen Jahren wird es in konkreten komplexen Konfliktkonstellationen erprobt und weiterentwickelt. Die TeilnehmerInnen lernen ebenfalls das klassische Verfahren der Mediation kennen und bearbeiten während der Ausbildung einen realen von ihnen selbst gewählten Konfliktfall.
Lernziele
Die Teilnehmenden
- kennen ein breites Spektrum von Interventionsmethoden, die geeignet sind, Gewalt in der Konfliktaustragung abzubauen und können diese praktisch umsetzen;
- verfügen über vertiefte Fertigkeiten, um Konflikte unterschiedlicher Komplexität zu analysieren und an kreativen Lösungsmöglichkeiten zu arbeiten;
- setzen Schrittfolgen der Konflikttransformation selbstständig um und verfügen über Schlüsselkompetenzen zur Bearbeitung komplexer Konfliktfälle;
- kennen ergänzende, nicht rein kognitive Methoden der Konfliktbearbeitung, um emotionale, oft auch nicht bewusste Dimensionen von Konflikten zu verorten und diese bearbeitbar zu machen;
- verfügen über Erkenntnisse in der Praxis des Dialogs und in Methoden dialogischer Verfahren der Konfliktbearbeitung;
- kennen weitere Ansätze der Konfliktbearbeitung und die Förderung des Dialogs zwischen unterschiedlichen methodischen Verfahren;
- sind sensibilisiert für die nicht sichtbaren Dimensionen und Aspekte eines Konfliktes. Dazu gehören u.a. die Einbeziehung vergessener Konfliktparteien, die Berücksichtigung unsichtbarer Folgen von Gewalt und nicht zuletzt die Aufmerksamkeit für nonverbale Signale in Dialog- und Vermittlungsprozessen.
Weitere Angaben auf www.institut-icp.ch.
Organisatorisches
Dauer und Umfang der Weiterbildung
Die berufsbegleitende Weiterbildung umfasst Module von unterschiedlicher Art und Länge.
Vor Beginn - Vorbereitung, Lektüre
1. Dezember 2012 - Einführung
26. – 30. Januar 2013 - Modul 1: Das Verfahren der Integrativen Konfliktbearbeitung
23. – 24. Februar 2013 - Modul 2: Einführung in den Dialog
16. – 17. März 2013 - Modul 3: Mediation und Recht; Modul 4: Berufsregeln und ethische Aspekte der Mediation
27. – 28. April 2013 - Modul 5: Supervision, Selbstreflexion und Selbsterfahrung
22. – 26. Juni. 2013 - Modul 6: Das Verfahren der Integrativen Konfliktbearbeitung
7. – 8. September 2013 - Modul 7: Beiträge aus Praxis und Wissenschaft
19. – 20. Oktober 2013 - Modul 8: Gesellschaftskonflikt, Transitional Justice und Reconciliation
23. – 24. November 2013 - Modul 9: Beiträge aus Praxis und Wissenschaft - menschliche Bedürfnisse und Menschenrechte
7. – 8. Dezember 2013 - Modul 10: Beiträge aus Praxis und Wissenschaft
18. – 19. Januar 2014 - Modul 11: Simulation einer Konfliktbearbeitung, Gesprächstechniken
29. – 30. März 2014 - Abschluss, Arbeiten präsentieren; Super und Intervision, Fallbearbeitung, Abschlussarbeit
Daten können ändern
Zulassungskriterien
Die Weiterbildung richtet sich an Personen mit Hochschulabschluss (FH und Uni) oder gleichwertiger Ausbildung. In Ausnahmefällen ist eine Aufnahme sur dossier möglich. Eine entsprechende Erfahrung wird dabei vorausgesetzt.
Zertifikat
Certificat Of Advanced Studies Universität Basel und Institut für Konfliktbearbeitung und Friedensentwicklung: „Die Kunst der Konfliktbearbeitung“.
Der Lehrgang ist vom Schweizerischen Dachverband Mediation anerkannt, der erfolgreiche Abschluss berechtigt zum Erwerb des Titels „MediatorIn SDM“.
Die Weiterbildung kann in ein Masterstudium in Zusammenarbeit mit dem bestehenden Nachdiplomstudium „Interdisziplinäre Konfliktanalyse und Konfliktbewältigung“ der Universität Basel und der World Peace Academy integriert werden.
Studienleitung
ICP - das Institut für Konfliktbearbeitung und Friedensentwicklung - bietet Leistungen in den Bereichen Konfliktbearbeitung und -beratung, Training und Schulung, Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit sowie Forschung und Lehre.
TrainerInnen / DozentInnen
Prof.em. Dr. Richard FIEDLI war Prof. für vergleichende Religionswissenschaft an der Universität Fribourg und für Entwicklungsethik an der Nationaluniversität Ruanda. In Programmen über Konflikttransformation betreut er das religionssoziologische Modul "Reconciliation-Rituale".
Lic. phil. Sylvie BERCHTOLD-REMUND, hat Sozialwissenschaften und Organisationsentwicklung studiert und in Strafrecht / Strafprozessrecht promoviert. Mediatorin SDM-FSM spezialisiert in Strafmediation.
Dr. jur. Nico H. FLEISCH, war über 10 Jahre lang Gemeindeschreiber von Köniz BE und ist seit 2001 als freiberuflicher Organisationsberater, Mediator / Klärungshelfer und Supervisor tätig.
MA, Sabine FRÜNDT, Islamwissenschaftlerin mit Ausbildungen u.a. in Konflikttransformation, Organisationsentwicklung und Managing Gender & Diversity.
Prof. Dr. Dr. h.c. Johan GALTUNG, ist Direktor des TRANSCEND-Netzwerkes. Er hat die TRANSCEND–Methode entwickelt. Ihm wurden u.a. der alternative Friedensnobelpreis und der
Mahatma Gandhi Friedenspreis verliehen.
Dipl. Ing. Pascal GEMPERLI, ist Project Officer am Genfer Zentrum für die Demokratische Kontrolle Bewaffneter Kräfte (DCAF) und Co-Geschäftsführer des ICP Schweiz.
Dr. Johannes F. HARTKEMEYER, Diplomingenieur und Diplompädagoge. Er führte als Direktor die Volkshochschule der Stadt Osnabrück. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung, NIFBE.
Dr. Martina HARTKEMEYER, Leiterin des Instituts für Dialogprozess-Begleitung der Adolf-Reichwein-Gesellschaft, Ausbilderin für Dialogprozess-Begleitung für verschiedene Institutionen und Universitäten.
Lic.phil. Monika LAUER PEREZ, ist Psychologin, Mediatorin und Friedens- und Konfliktforscherin. Mitarbeit in der ecuadorianischen Wahrheitskommission. Heute ist sie als Personalentwicklerin der AGEH (Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe) tätig.
Prof. Dr. Ueli MÄDER, ist Professor für Soziologie an der Universität Basel und an der Hochschule für Soziale Arbeit (FHNW) und Leiter des Nachdiplomstudiengangs „Konfliktanalysen und Konfliktbewältigung“.
Lic.phil. Tanja MIRABILE, ist Ethnologin und Soziologin. Sie ist Konfliktbearbeiterin und Dialogprozessbegleiterin und als Co-Geschäftsführerin des ICP Schweiz tätig.
Prof. em. Werner OBRECHT, war Prof. für Soziologie, Philosophie und Sozialarbeitswissenschaft in Zürich und lehrt gegenwärtig an der ZHAW sowie an verschiedenen Fachhochschulen in Deutschland und Österreich.
Dr. Lutz SCHRADER, ist Friedens- und Konfliktforscher am Institut Frieden und Demokratie der FernUniversität Hagen. Er betreut das Master of Peace Studies und das Weiterbildungsstudium „Konflikt und Frieden“.
Prof. Dr. Silvia STAUB-BERNASCONI, Dozentin für Soziale Arbeit und Menschenrechte. Bis 2003 Professur an der Technischen Universität Berlin; Gründerin und Leiterin des Masterstudiengangs „Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession“ in Berlin.
Harald WEISHAUPT, Diplom Sozialpädagoge und Sozialarbeiter; zusätzliche Ausbildung als Friedensfachkraft (Forum ZFD), Konfliktberater und Trainer.
Martin ZWAHLEN, ist Rechtsanwalt und Mediator SDM und betreibt seit 10 Jahren eine eigene Praxis in Bern. Er ist zudem Geschäftsführer des Dachverbandes Mediation.
Cilgia SCHORTA, Mediatorin SVM/SDM, führt seit 8 Jahren ihre eigene Mediationspraxis in Bern. Sie ist dipl. Sozialarbeiterin BFH und hauptberuflich tätig als Sozialarbeiterin und Krisenmanagerin.
Sowie weitere ExpertInnen aus der Praxis.
Verbindliche Anmeldung
CV und Diplom bitte beilegen.
Anmeldeschluss: 10.10.2012
Teilnahmegebühr: Anmeldung bis zum 31.08.2012: CHF 7‘800.- danach CHF 8‘300.-. Zuzüglich Unterkunft und Vollpension für 5-Tages-Module (ca. CHF 1‘700.-). CHF 150.- Rabatt für ICP Netzwerkmitglieder.
Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 22 begrenzt.