Im Rahmen einer Studie zum Familienleben fanden Forschende der Universität Freiburg heraus, dass Eltern mit dem Familienleben desto zufriedener sind, je besser es ihnen persönlich geht. Die Befürwortung der traditionellen Rollenteilung hingegen geht in vielen Fällen mit einer geringen Zufriedenheit mit dem Familienleben einher.
Je besser es den Eltern persönlich geht, desto zufriedener sind sie mit dem Familienleben. Dies dürfte auch umgekehrt zutreffen. Das hat eine Studie des Familieninstituts der Universität Freiburg ergeben. Zufriedene Eltern zeigen ihren Kindern auch öfters und mehr positive Zuwendung, setzen mehr positive Erziehungsstrategien ein und fühlen sich weniger durch die Erziehung überfordert.
Die Einflüsse auf die Zufriedenheit hängen von den Geschlechtern ab. Gegenüber den Müttern scheinen bei den Vätern viele Faktoren gleichermassen eine Rolle zu spielen. Nur zwei Bereiche stechen bei den Vätern speziell hervor: Sie fühlen sich in der Familie besonders wohl, wenn es ihnen persönlich gut geht und wenn sie die Frau nicht als alleine verantwortlich für die Haus- und Erziehungsarbeit sehen, sie also für eine Gleichberechtigung einstehen.
Die Mütter beurteilen ihre Zufriedenheit mit dem Familienleben ebenfalls sehr stark in Abhängigkeit der persönlichen Verfassung (noch stärker, als dies die Väter tun) und der Einstellung zur Rolle als Mutter. Je stärker sich Mütter einer traditionellen Rollenteilung verpflichtet fühlen, desto unzufriedener beurteilen sie das Familienleben. Ihre Zufriedenheit hängt zudem vom Alter und Temperament der Kinder ab. Ältere und schwierigere Kinder bewirken, dass Mütter sich weniger zufrieden fühlen.
Die Unterschiede zwischen Väter und Mütter lassen sich zum Teil durch ihre unterschiedlichen Lebenssituationen erklären. Ein Grossteil der Väter geht einer ausserhäuslichen Vollzeitarbeit nach, während die Hausarbeit und Kinderbetreuung in den Händen der Mütter liegt. Mütter sehen sich daher mehr mit Fragen der Kindererziehung und schwierigem Verhalten der Kinder konfrontiert. Kommen Gefühle der Einsamkeit und die Erwartung, einem konservativen Rollenbild gerecht werden zu müssen, hinzu, dann trübt dies die Zufriedenheit zusätzlich. Die Befürwortung der traditionellen Rollenteilung scheint somit in vielen Fällen zu einer geringen Zufriedenheit mit dem Familienleben zu führen.
Die stärkste Ressource, über welche Eltern verfügen können, ist das eigene Wohlbefinden. Ausgeglichene Eltern, welche Stress und andere Anforderungen gut bewältigen können, scheinen das Familienleben in hohem Masse geniessen zu können. Und umgekehrt wird sich die Zufriedenheit mit dem Familienleben wiederum positiv auf andere Lebensbereiche und das eigene Wohlbefinden ausstrahlen.
Zur Studie:
In die Datenauswertung sind die Fragebogen von 253 Eltern (177 Mütter und 76 Väter) eingeflossen, welche Kinder im Alter von 6 Monaten und vier Jahren haben. In 62 Familien haben beide Elternteile geantwortet. Im Durchschnitt war das jüngste Kind der Familie rund eineinhalb Jahre alt.
Weitere Informationen:
Dr. Yves Hänggi, Dep. Psychologie, Rue P.-A. de Faucigny 2, 1700 Fribourg, yves.haenggi [at] unifr.ch; www.unifr.ch/ske

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