Sehen wir Mitglieder der eigenen Gruppe oder Fremde leiden, werden zwei unterschiedliche Hirnregionen aktiviert. Je nach Hirnregion lässt sich voraussagen, ob der leidenden Person später geholfen wird. Forschende konnten am Beispiel von Fussballfans neurobiologisch erklären, weshalb Mitgliedern der eigenen Gruppe meist mehr geholfen wird.
Nachrichten aus aller Welt zeigen, dass Menschen gleichgültig gegenüber dem Leid anderer sein können. Sie können sich aber auch für andere aufopfern, selbst wenn den Helfenden keine Belohnung erwartet. Was macht den Unterschied? Aus der Sozialpsychologie weiss man, dass die Hilfsbereitschaft stark von sozialen Faktoren beeinflusst wird. Unbekannt war bisher, was sich dabei im Gehirn eines Menschen abspielt und wie diese Hirnaktivierung von der Gruppenzugehörigkeit der leidenden Person beeinflusst wird. Eine neurowissenschaftliche Untersuchung an der Universität Zürich weist nun nach, dass unterschiedliche Hirnregionen aktiviert werden, wenn leidende Menschen der eigenen oder einer fremden Gruppe beobachtet werden. «Und diese Unterschiede in der Hirnaktivierung sagen voraus, ob den anderen Personen später geholfen wird», sagt die Neurowissenschaftlerin Grit Hein.
Helfen oder zuschauen?Sie hat zusammen mit ihrem Team Hirnaktivierungen von Fussballfans gemessen. Die Fans sahen, wie einem anderen Fan entweder des eigenen (ingroup) oder eines rivalisierenden (outgroup) Teams schmerzhafte Schocks verabreicht wurden. Später konnten die Probanden dann entscheiden, dem ingroup- oder outgroup member zu helfen, indem sie einen Teil seines Schmerzes auf sich nahmen. Somit war Helfen mit hohen Kosten in Form von physischem Schmerz für den Helfer verbunden. Alternativ konnte der Proband zuschauen, wie die andere Person geschockt wurde, oder sich mit einem Fussballvideo vom Schmerz der anderen Person ablenken.








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