
Jüngere und ältere Menschen unterscheiden sich in ihrem Entscheidungsverhalten bei Risiken besonders dann, wenn dabei Lernen und Gedächtnis eine Rolle spielen. So entscheiden Ältere risikofreudiger als Jüngere, wenn durch Lernen eigentlich ein vorsichtiges Verhalten erworben wird – und vermeiden Risiken, wenn Lernen zu forscherem Vorgehen führen würde.
Die stark ansteigende Lebenserwartung führt zu einer demografischen Revolution: Die über 60-Jährigen werden 2050 über 20% der Weltbevölkerung ausmachen, während ihr Anteil 1950 noch 5% betrug. Durch die höhere Lebenserwartung werden Menschen länger im Beruf bleiben und auch später im Leben risikobehaftete Entscheidungen zu treffen haben. Beispiele dafür sind der Vermögensaufbau, wenn es – angesichts einer möglichen Finanzkrise – um Geldanlagen für die Rente geht, oder die eigene Gesundheit, wenn es bei einer Erkrankung etwa abzuwägen gilt, ein Medikament trotz schweren Nebenwirkungen einzunehmen. Kompetentes Entscheidungsverhalten – und dabei die Fähigkeit, Risiken adäquat abzuschätzen und zu handhaben – spielt daher auch für ältere Menschen und ihre materiellen Lebensumstände eine zentrale Rolle.
Die Studie der Gruppe um Rui Mata der Universität Basel ist der erste systematischen Versuch, Altersunterschiede in Risikoentscheidungen über verschiedene Aufgaben und Personengruppen hinweg in Form einer Metaanalyse zu quantifizieren. Berücksichtigt wurden 29 einschlägige Forschungsarbeiten mit insgesamt über 4000 Probanden. Die Ergebnisse zeigen, dass bei einer Anzahl von Aufgaben, die Risikopräferenzen messen, signifikante Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Erwachsenen auftreten. Das Muster dieser altersabhängigen Differenzen variiert jedoch stark, und zwar je nach den Lernanforderungen der jeweiligen Aufgabe zur Risikoabschätzung und -entscheidung.





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