news
31.8.2010 - Influence des variations génétiques sur l’activité des gènes
25.8.2010 - Inbetriebnahme des grössten Solarparks der Schweiz
24.8.2010 - Nouveau système exoplanétaire identifié
23.8.2010 - Cells changing track: thymus cells transform into skin cells
20.8.2010 - Médaille Fields et marc de café
16.8.2010 - Korrosion bei Implantaten
11.8.2010 - Neuartiges Röntgenverfahren für das Hirn
5.8.2010 - Eine neue Mammutfundstelle im Kanton Aargau
4.8.2010 - Der älteste Hund der Welt
27.7.2010 - Grünes Licht für den Flug über den Kilimanjaro
26.7.2010 - Sünde und Strafe
22.7.2010 - Schmale Nanobänder für Graphen-Transistoren
21.7.2010 - Infektionen bei Implantaten verhindern
19.7.2010 - Quasar mit Gravitationslinseneffekt entdeckt
13.7.2010 - Weniger Ertrag von gentechnisch verändertem Weizen
8.7.2010 - Protons - smaller than we thought
6.7.2010 - Was macht Forschende zufrieden?
2.7.2010 - Farbige Buchstaben
1.7.2010 - Alcedo rettet Verschüttete
30.6.2010 - Biotreibstoffe der 2. Generation
26.6.2010 - Blinde Mäuse erlangen Sehvermögen zurück
24.6.2010 - Artenschwund in Bächen und Seen
20.6.2010 - Nanodrähte für die Elektronik der Zukunft
18.6.2010 - Neue Theorie zum Gedächtnis
Intelligenzfördernde Nuggis
Neuigkeiten aus dem Labor 2009
29.12.2009 - Updated: Löhne in der Schweiz
23.12.2009 - Weihnachten feiern mit Verwandten
20.12.2009 - Schweizer Private Banking trotzt der Finanzkrise
17.12.2009 - Astronomers find world with inhospitable atmosphere
16.12.2009 - Können verletzte Nerven wieder wachsen?
14.12.2009 - Leistungsstärkere und umweltfreundlichere Computer
9.12.2009 - Testosteron macht nicht agressiv
3.12.2009 - Passivrauchen kostet jährlich 420 Mio. Franken
2.12.2009 - Schnelltest für Nachhaltigkeit von Biotreibstoffen
1.12.2009 - LHC sets new world record
27.11.2009 - Krieg der Pilze
26.11.2009 - Alzheimer-Demenz: Wichtiger Mechanismus entschlüsselt
20.11.2009 - Polymer mit Honigwabenstruktur
18.11.2009 - Gibt es eine optimale Verschuldung?
11.11.2009 - Schwebende Eisenbahnen
6.11.2009 - Im Heissluftballon über den Kilimanjaro
4.11.2009 - Die Geschichte des Menschen und der Lepra sind eng verknüpft
30.10.2009 - My office is my castle
29.10.2009 - Auswirkungen von Gerüchen auf die Gefühlswelt
25.10.2009 - Stresshormone im Mutterleib wirken auf den Nachwuchs
15.10.2009 - Lien surprenant entre le sommeil et l'addiction
14.10.2009 - Gefühle steuern unser Gedächtnis
7.10.2009 - Doppelleben der Nervenzellen in der Retina
5.10.2009 - Seen auf den Grund gehen
2.10.2009 - Funkchips im Abfall
30.9.2009 - «sonRAIL» nimmt sein operatives Geschäft auf
24.9.2009 - SwissCube im All unterwegs
17.9.2009 - Nouvelle méthode de traitement de cancers?
16.9.2009 - Exoplanète de type super-terre
9.9.2009 - Biotech-Geige übertrifft Stradivari
9.9.2009 - Nouvelles perspectives contre le sida
7.9.2009 - Funktion für mikroskopisches Röhrensystem geklärt
2.9.2009 - Ein Molekül gegen Diabetes und Übergewicht
27.8.2009 - Meilleur diagnostic de la maladie du sommeil
25.8.2009 - Biotech-Stradivari auf Tournee
24.8.2009 - Kein eindeutiger Effekt von SODIS
21.8.2009 - Verstörende Ideen
19.8.2009 - Politische Kartographie im Mittelalter
17.8.2009 - Auch der Mond verwittert
12.8.2009 - Den Wein vor dem Trinken loben
11.8.2009 - L'appel odorant a pu être restauré
10.8.2009 - La mémoire des visages
5.8.2009 - Neues zum Vergiftungsfall Juschtschenko
3.8.2009 - Question en suspens: l’expression des gènes
30.7.2009 - Funktionsweise der Gyrasehemmer beschrieben
29.7.2009 - Gemeinsame Grabungen im Elsass
28.7.2009 - Geburtsort wirkt sich auf Herz und Gefässe aus
23.7.2009 - Unterdrücker der Zelltod-Unterdrücker
22.7.2009 - SwissCube verlässt die Schweiz
20.7.2009 - Puppen, die für uns Sport treiben
17.7.2009 - Nano-Schichten mit steuerbaren Eigenschaften
13.7.2009 - Abus et rechutes
6.7.2009 - La physique du secret
3.7.2009 - Ein Quantensprung in der Quantenphysik
2.7.2009 - Les secrets de l'hypnose révélés
1.7.2009 - Werden frei zugängliche wissenschaftliche Artikel häufiger gelesen?
30.6.2009 - Hoffnung auf neue Medikamente gegen Autoimmunerkrankungen
26.6.2009 - Planeten in unserer Nachbargalaxie?
25.6.2009 - Nanopartikel im Wasser
24.6.2009 - Revolution in der Solarenergietechnik
23.6.2009 - Neuer Kunststoff zeigt Schäden selber an
22.6.2009 - Pilotage d’un robot situé à 1500 kilomètres
17.6.2009 - Auf der Spur von allergischen Reaktionen
16.6.2009 - La génération de vaisseaux sanguins remise en question
10.6.2009 - Weshalb helfen wir anderen?
8.6.2009 - Was würde Darwin dazu sagen?
8.6.2009 - Verbreitung der Alzheimerkrankheit im Gehirn
4.6.2009 - Instructions en filigrane dans notre code génétique
3.6.2009 - Die Architektur des Golferhirns
27.5.2009 - Ein Drache will hoch hinaus
26.5.2009 - Immunabwehr in der Leber
21.5.2009 - L'histoire génétique des plantes alpines
15.5.2009 - Theoretisch Unmögliches
14.5.2009 - Erstes wasserstoffbetriebenes Kommunalfahrzeug auf Testfahrt
13.5.2009 - Nanny-Dienste bei Buntbarschen
8.5.2009 - Wirkung von Natalizumab belegt
7.5.2009 - Es gibt kein globales Klima
6.5.2009 - Wichtiger Einblick in die Entwicklung von neuronalen Netzwerken
5.5.2009 - Asthma durch Luftverschmutzung
30.4.2009 - Wirkungsweise von Fluorouracil
29.4.2009 - Survivre sans oxygène
26.4.2009 - Kommunikation durch elektromagnetische Wellen
24.4.2009 - Sind Sie ein Morgen- oder ein Abendtyp?
22.4.2009 - How mice sniff out sickness
21.4.2009 - Une planète-océan?
7.4.2009 - Anticorps contre virus persistants
1.4.2009 - Positive Effekte von Wein in Muttermilch
31.3.2009 - Organische Materialien für Lichtwellenleiter
25.3.2009 - Körper als Ware
20.3.2009 - New Weapon to Fight Tuberculosis
19.3.2009 - Süsse Signale
13.3.2009 - 21. Aminosäure entschlüsselt
10.3.2009 - Fettkraut hat sich unbemerkt ausgebreitet
4.3.2009 - Weibliche Nachtigallen besuchen nachts singende Männchen
3.3.2009 - Ein Schritt zur Regeneration von Nerven
25.2.2009 - Antikörper könnten bei Übergewicht eine Rolle spielen
20.2.2009 - Darwins Ansatz weiterentwickelt
17.2.2009 - Einblick in die inneren Vorgänge beim Quanten-Spin-Hall-Effekt
17.2.2009 - Die Sprachenpolitik im Einwanderungsland Schweiz
16.2.2009 - Wie lernen Nervenzellen?
11.2.2009 - myScience.ch gehört zu den 200 besten Websites der Schweiz
10.2.2009 - Psychotherapie über Internet
5.2.2009 - Airbus-Parabelflüge für Immunforschung
29.1.2009 - Gletscherschmelzen sichtbar dank World Glacier Monitoring Service
23.1.2009 - Wie erinnert sich das Immunsystem an die letzte Grippe?
22.1.2009 - Proteinfaltung in Nanosekunden
19.1.2009 - Oxytocin improves human ability to recognize faces
13.1.2009 - Geheimnisse der dunklen Materie
6.1.2009 - Über 20'000 Besucher/innen pro Monat auf myScience.ch
3.1.2009 - Butter oder Anke?
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Verstörende Ideen

Wissenschaft scheint beim Publikum immer besser anzukommen. Universitäten und Forschungsförderungsorganisationen haben inzwischen eigene Kommunikationsabteilungen. Ist aber die öffentliche Kommunikation von Wissenschaft auch - wissenschaftlich?


Wissenschaft ist innovativ und attraktiv. Und was ist sie noch? - Wie kaum je zuvor lässt sich die Öffentlichkeit von der Welt der Wissenschaft faszinieren. Die Kommunikations-abteilungen der Hochschulen, Universitäten und Forschungsförderungsorganisationen vermitteln einem interessierten Publikum auf Websites, in Medienmitteilungen und Magazinen die neusten wissenschaftlichen Ergebnisse und Erkenntnisse. Das Ziel dieser Anstrengungen ist die Erhöhung gesellschaftlicher Glaubwürdigkeit der Wissenschaft. Zwar arbeitet diese Wissenschafts-kommunikation professionell; ihre Erzeugnisse erfüllen die journalistischen Standards. Freilich ist die Grenze zu den Public Relations fliessend. Auch wenn die staatlich finanzierten Wissenschaftsinstitutionen gesetzlich verpflichtet sind, die Steuerzahler offen und sachlich über den Einsatz ihrer Gelder zu informieren - sie schnitten sich ins eigene Fleisch, wenn sie eigene Fehler und Misserfolge publizierten. Also konzentriert sich ihre Kommunikation auf positive Meldungen.


Zeit- und Personalmangel


Wer aber überprüft diese? Würde die Öffentlichkeit fast nur noch durch Kommunikationsabteilungen informiert, müsste man nicht gerade den spätkapitalistischen «Verblendungszusammenhang» oder eine totalitäre Diktatur heraufdämmern sehen. Doch ein Staat, in dem die grossen Banken, Lebensmittelkonzerne und Universitäten exklusiv über ihre Tätigkeiten berichteten, wäre kein demokratischer und liberaler Rechtsstaat mehr. Zum Glück also gibt es die Medien. Die freie Presse ist das Organon der öffentlichen Kontrolle. Wissenschaftsjournalisten schauen den Forschenden und Universitäten kritisch auf die Finger und lesen die publizierten Erfolgsgeschichten gegen den Strich.


Leider geschieht das nicht oft. Häufig übernehmen Zeitungsredaktionen und Nachrichtenagenturen mit den Texten der Wissenschafts-kommunikation auch deren Perspektive. Skeptisches Nachfragen bleibt die Ausnahme. Boulevardpresse und Gratisblätter unterlassen dies gewöhnlich aus Unkenntnis und Desinteresse, die sogenannte Qualitätspresse bisweilen aus Zeit- und Personalmangel. Während die Kommunikationsabteilungen der staatlichen Wissenschaftsinstitutionen in den letzten Jahren aufgestockt worden sind, schrumpfen die unabhängigen Wissenschaftsredaktionen weiter. Ein freier Journalist kann von den mageren Honoraren ohnehin nicht mehr existieren.


Es gäbe sehr wohl ein anderes Bild der Wissenschaft zu zeichnen. «Science» ist nicht nur innovativ und attraktiv. Der Weg zur aufregenden Erkenntnis und zum bahnbrechenden Ergebnis ist oft lang und mühsam, viele Versuche sind vergeblich, der wissenschaftliche Alltag ist geprägt von Selbstzweifeln, gescheiterten Experimenten, Einsamkeit vor dem Computer. Was der Wissenschafter eigentlich tut und was das Charakteristische seiner Arbeit ausmacht, lässt sich nicht einfach sagen. Vor allem lässt es sich nicht in einer einfachen Medienmitteilung sagen. «Wissenschaft ist unvermeidlicherweise unverständlich», hat der Philosoph Jürgen Mittelstrass einmal formuliert. Auch wenn man nicht so weit gehen will - diese Eigenart der Wissenschaft wird von der Wissenschaftskommunikation verständlicherweise nicht kommuniziert. Daher neigt sie dazu, nur jene Ergebnisse zu publizieren, die sich als repräsentative Zahlenverhältnisse, als alltagsnah und nützlich vermitteln lassen.


Das Ethos der Wissenschaft


Für die Wissenschaften wirkt sich das wohl kontraproduktiv aus. Denn von der zweckfreien Grundlage jeglicher Forschung erfährt die Öffentlichkeit kaum etwas; die Geistes- und Kulturwissenschaften, die keine Anwendung im engeren Sinne kennen, kommen in dieser Berichterstattung nur am Rande vor. Diese Grundlagenforschung bildet indes die Basis sowohl für den wirtschaftlich-technischen Fortschritt, der zu materiellem Wohlstand führt, als auch, wenn man so will, für die qualitative Aufwertung der Lebenswelt; dank der geisteswissenschaftlichen Forschung erfreuen sich Bürgerinnen und Bürger intersubjektiv auch ihres kulturellen Reichtums. Ein sich festsetzendes simplifiziertesWissenschaftsverständnis könnte dagegen den Steuerzahler eines Tages dazu verleiten, nur noch eine ihm beliebende, alltagspraktisch zugerichtete Forschung finanzieren zu wollen.


Ob die Forschenden dieses schiefe Bild korrigieren? Eher nicht. Wenn sie in der Öffentlichkeit auftreten, dann gerade nicht so, wie es das wissenschaftliche Ethos eigentlich verlangte: als sich des Werturteils enthaltende Experten, die aufgrund ihres Wissens der Politik für die Entscheidfindung verschiedene Szenarien anbieten oder Selbstverständlichkeiten in Frage stellen und verstörende Ideen entwickeln. Gerade bei kontroversen Themen wie Gentechnik und Gewalt präsentieren die Medien ihre wenigen prominenten Forschenden häufig als parteiliche, eine bestimmte Position favorisierende Akteure. Auf die Dauer dürfte dies - wie die komplexitätsreduzierte öffentliche Vermittlung der Forschung - die Glaubwürdigkeit der Wissenschaften kaum erhöhen.

Urs Hafner

Mit freundlicher Genehmigung der Neuen Zürcher Zeitung

 

 
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