Coaching meets Research ? für die Praxis der Zukunft
1. Internationaler Coaching-Forschungskongress im Juni 2010 in der Schweiz (Olten)
Stimmt es wirklich, dass Praktikerinnern und Praktiker im Allgemeinen ? und besonders die spezielle Gattung der Coachs ? sich nichts aus Forschung machen? Und haben Forschende, die sich für die Wirkung und Anwendung von Coaching in der Praxis interessieren, die naive Illusion, dass ihre Bemühungen, dem Phänomen Coaching auf die Spur zu kommen ? sei es nun aus psychologischer, betriebswirtschaftlicher, soziologischer oder gar linguistischer Perspektive ? irgendwen ausser sie selbst interessieren könnte?
Robert Wegener, Leiter des 1. Internationalen Coaching-Forschungskongresses meint dazu: «Wer sich als Coach nicht für die neuesten Forschungsergebnisse und deren praktischen Nutzen für die Praxis interessiert, wird über kurz oder lang im Coaching-Markt nicht bestehen.» Die Begründung: jede Profession muss sich Fragen über Wirkungszusammenhänge, Erfolgsbedingungen und Nebenwirkungen stellen. Coaching, das für Klienten und Kundinnen tatsächlich einen Wertbeitrag zur Verfügung stellen will, macht hier keine Ausnahme. Im Gegenteil: Coaching beschäftigt sich mit Problemen von Menschen in komplexen Situationen und hat anspruchsvollen ethischen, aber auch inhaltlichen Herausforderungen zu genügen. Deshalb darf Coaching-Forschung nicht als Nebenprodukt betrachtet werden. Die teils ernüchternden Ergebnisse der Psychotherapieforschung ? die zeigt, dass therapeutische Behandlungen keineswegs immer die gewünschten Verbesserungen zeitigen, ja sogar auch zu Verschlechterungen für den Klienten führen können ? sollten als Lernbeispiel genutzt werden. Wegener verweist weiter auf die Scharlatanerie-Kritik und Stimmen, die den Begriff Coaching nicht mehr hören können, da sich dahinter alles und nichts verberge. Eine parallele Entwicklung, die neben dem Coaching-Boom oftmals in Vergessenheit gerät.



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