Neue Forschungsergebnisse aus der Paläoklimatologie deuten darauf hin, dass das Klima zur Römerzeit und im Hochmittelalter möglicherweise leicht wärmer war als bisher angenommen. Einer Forschergruppe gelang es erstmals, Schwankungen der Sommertemperaturen während der letzten 2000 Jahre präzise für Nordeuropa zu berechnen.
Die Paläoklimatologie wertet indirekte Klimazeugen wie Jahrringe von Bäumen, Eisbohrkerne oder Seesedimente aus, um das Klima der Vergangenheit zu rekonstruieren. Für die letzten 1000 bis 2000 Jahre sind Bäume die wichtigsten Klimazeugen, deren Jahrringe Informationen über kalte und warme Bedingungen während des Sommerhalbjahres speichern.
Klimaarchiv aus subfossilen Föhren
In einer Studie hat ein internationales Forscherteam mit der Beteiligung von vier Wissenschaftern der Eidg. Forschungsanstalt WSL und des Oeschger Zentrums für Klimaforschung der Universität Bern eine über 2000-jährige Rekonstruktion der Sommertemperatur für Nordeuropa vorgestellt.
Dazu verwendete das Team Messungen der Holzdichte von vielen hundert lebenden und subfossilen Bäumen aus dem finnischen Teil Lapplands. In dieser kalten Landschaft fallen immer wieder Bäume in einen der zahlreichen Seen und bleiben dort über Jahrtausende gut erhalten. Sie dienen den Forschern heute als präzise Datengrundlage, sind sozusagen ein natürliches Klimaarchiv.
Die Forschergruppe kombinierte die Jahrringdichtemessungen der subfossilen Föhren zu einer Zeitreihe, die bis ins Jahr 138 vor Christi Geburt zurück reicht. Die Messungen der Holzdichte spiegeln Sommertemperaturen in Skandinavien in bisher unerreichter Qualität wider. Wie auch frühere Arbeiten des WSL-Dendroklimatologen Ulf Büntgen und seinem Team (Science 2011) aus Mitteleuropa gezeigt haben, deuten die Ergebnisse aus Nordfinnland auf zwei Warmphasen während der Römerzeit und im Hochmittelalter hin. Kältephasen waren hingegen charakteristisch für die Völkerwanderung und die kleine Eiszeit.








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