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Asthma durch Luftverschmutzung
Das Risiko, an Asthma zu erkranken, ist umso höher, je mehr die Luft am Wohnort mit Feinstaub aus dem Strassenverkehr verschmutzt ist. Das gilt für Kinder, aber auch für erwachsene Nichtraucher.
Asthma ist eine entzündliche Erkrankung der Atemwege. Sie belastet die Betroffenen sehr, denn sie geht mit einer dauerhaften Überempfindlichkeit gegenüber einer Vielzahl von Reizen einher und führt zu Anfällen von Luftnot. Bei Kindern ist Asthma die häufigste chronische Krankheit, aber auch Erwachsene können Asthma neu entwickeln. Auch sie erkranken umso häufiger, je mehr von Autos ausgestossener Feinstaub über Bett und Küchentisch schwebt. Der verkehrsbedingte Feinstaub ist für die menschliche Gesundheit besonders gefährlich, denn er korrelierte bei Nichtrauchern mit dem Auftreten von Asthma. Im untersuchten Zeitraum von 1991 bis 2002 sind 41 von insgesamt 2725 (1.5 Prozent aller untersuchten) Personen an Asthma erkrankt.
Argumente für städtebauliche Diskussion
Die 41 Asthmafälle sind nicht geografisch zufällig über die Schweiz verteilt, sondern traten gehäuft entlang von stark befahrenen Strassen auf. Wo die Belastung sank, sank auch das Risiko, an Asthma zu erkranken. Der Erstautor der Studie, Prof. Dr. Nino Künzli, Ordinarius für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Basel, sagt: «Unsere Resultate tragen zur städtebaulichen Diskussion bei, welche Gebäude in welchem Abstand von verkehrsintensiven Strassen errichtet werden sollen.» Die bisher einzige auf die Luftverschmutzung abgestimmte Regulierung – in Kalifornien dürfen innerhalb von 300 Metern Abstand zu Autobahnen keine neuen Schulen errichtet werden – decke sich mit den Befunden ihrer Studie, so Künzli.
Weltweit einzigartiges Modell
Die Belastung der untersuchten Personen errechneten die Forschenden mit einem weltweit einzigartigen Modell, das die stündlichen Feinstaubemissionen des Verkehrs während der gesamten Zeitspanne mit meteorologischen Daten wie Wind und Niederschlag kombinierte. So konnten die Forschenden den zeitlichen Verlauf der Feinstaubbelastung für die acht Gegenden, aus denen die untersuchten Personen stammen, festlegen. Die Forschenden beschränkten ihre Untersuchungen auf Personen, die nie geraucht haben. Im Zigarettenrauch sind nämlich zum grossen Teil die gleichen Schadstoffe, die der Strassenverkehr produziert, in viel stärkeren Konzentrationen enthalten. Deshalb weisen Rauchende – auch ohne der Luftverschmutzung ausgesetzt zu sein – ein erhöhtes Asthma-Risiko auf.
Originalbeitrag
Nino Künzli, Pierre-Olivier Bridevaux, L.-J. Sally Liu, Raquel, Garcia-Esteban, Christian Schindler, Margaret W. Gerbase, Jordi Sunyer, Dirk Keidel, Thierry Rochat, on behalf of SAPALDIA Team (2009): Traffic-Related Air Pollution Correlates with Adult-Onset Asthma among Never-Smokers. Thorax Published Online First: 8 April 2009. doi:10.1136/thx.2008.110031
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