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Sowohl Patient/innen wie Ärzt/innen glauben, dass der Glaube an die Wirksamkeit einer Therapie körperliche Beschwerden heilen hilft. Entsprechend aufgeschlossen sind sie gegenüber Placebo-Therapien. Allerdings unterschätzen Ärzt/innen sowohl die Offenheit der Patient/innen gegenüber Placebo-Behandlungen, als auch deren Informationsbedürfnis. Zu diesen Resultaten gelangt eine kürzlich durchgeführte Patientenbefragung.
Erstmals wurden in der Schweiz Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte zu ihrer Einstellung zu Placebo-Behandlungen befragt. Ein Forschungsteam interessierte sich für Fragen rund um die diesbezügliche Arzt-Patienten-Beziehung: Inwiefern unterscheiden sich die Einstellungen von Patient/innen und Ärzt/innen hinsichtlich Placebo-Behandlungen in der medizinischen Praxis? Wie gross ist der Anteil jener Patient/innen, die bereit sind, sich in bestimmten Situationen auf Therapien einzulassen, welche nicht auf pharmakologischem oder physikalischem Weg wirken, sondern durch die Förderung von Selbstheilungskräften oder die Ausnützung von situativen Faktoren? Und wie schätzen Ärzt/innen die Haltung der Patient/innen ein? An der Befragung teilgenommen hatten 414 Patientinnen und Patienten sowie 232 Hausärztinnen und Hausärzte aus dem Kanton Zürich.
Patienten sind offener als Ärzt/innen meinen – und wünschen mehr Informationen
Der Grossteil sowohl der Patient/innen (87%) als auch der Ärzte (95%) war der Ansicht, dass allein durch den Glauben an die Wirksamkeit einer Therapie körperliche Beschwerden gelindert werden können. Angesichts der konkreten Anwendung zeigte sich jedoch ein etwas anderes Bild: So übten die Hausärztinnen und -ärzte bei der Beurteilung von sechs vorgegebenen Beispielen für konkrete Placebo-Behandlungen tendenziell Zurückhaltung, während sich die Patientinnen und Patienten eher aufgeschlossenen zeigten.
Das markanteste Gefälle zwischen den beiden befragten Gruppen manifestierte sich laut Studienleiterin Margrit Fässler in der Einschätzung der Informationserwartung seitens Patientinnen und Patienten: «72% der Patienten möchten unbedingt informiert werden, wenn ihr Arzt oder ihre Ärztin, ein Medikament einzusetzen plant, dem eine unspezifische Wirkungsweise zugeschrieben wird. Die Ärzteschaft hingegen geht im Mittel davon aus, dass lediglich 33% der Patient/innen diesen Wunsch haben.»
Alles in allem legen die Ergebnisse nahe, dass Hausärztinnen und -ärzte die Offenheit ihrer Patientinnen und Patienten gegenüber unspezifischen Behandlungen eher unterschätzen. Und: Beim Angebot solcher Therapien wünscht sich ein Grossteil der Patientinnen und Patienten angemessene Informationen über die Wirkungsweise.
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