
Die Natur hält viele potenzielle pharmakologische Wirkstoffe bereit. Um sie zu finden, wertet der organische Chemiker ökologische Wirkmechanismen aus.
Es ist ein wenig wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen: Es gibt da draussen – Millionen? Milliarden? – unerforschte Substanzen. Und jede davon ist ein potenzieller pharmakologischer Wirkstoff. Doch wie findet man einen interessanten Kandidaten, wenn man nicht weiss, wonach man wo suchen soll? «Uns hilft eine Mischung aus vorhandenem Wissen und Zufall», sagt Karl Gademann von der Universität Basel. Die Forschungsgruppe des jungen Chemieprofessors hat sich darauf spezialisiert, vielversprechende Moleküle vor allem bei Kleinstlebewesen, aber auch in Pflanzen aufzuspüren, um dann die Stoffe im Labor nachzubauen und dabei einen möglichst einfachen und eleganten Syntheseweg zu finden. Das ist der Stolz eines jeden organischen Chemikers.
Auf seiner Suche nach unbekannten natürlichen Heilmitteln entdeckt Gademann auch neue, überraschende Wirkweisen. Er spricht von «ökologischen Zusammenhängen », die ihn auf die richtige Spur führen.
Wenn ein Organismus die Synthesemaschinerie anwirft und ein bestimmtes Molekül herstellt, hat das seinen guten Grund, der oft mit dem ökologischen System zu tun hat, in dem der Organismus eingebunden ist. Wer als organischer Chemiker beispielsweise Blaualgen studiert, sollte deshalb auch die Biologie dieser Einzeller im Blick haben.
Wenn sich Blaualgen also erfolgreich gegen die Überwucherung anderer Algen wehren, dann könnte ein Wissenschaftler, der weitschweifige Zusammenhänge mag, auf die Idee kommen, nach neuartigen Malaria-Wirkstoffen zu suchen. Die gefundenen Algizide könnten, dafür hat Gademann Hinweise geliefert, tatsächlich auch gegen den Malaria-Erreger wirken, da dieser im Laufe der Evolution Bestandteile von Algen übernommen hat und somit eine bisher ausser Acht gelassene Achillesferse aufweist.
Indische und chinesische Heilpflanzen






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