Die Anzahl inhaftierter älterer Menschen in Schweizer Gefängnissen hat sich zwischen 1984 und 2008 verdoppelt. Darauf sind diese Institutionen nicht genügend vorbereitet, wie nun eine Studie zeigt. Sie kommt überdies zum Schluss, dass alte Gefangene mit Vorteil getrennt von den übrigen Insassen untergebracht würden.
Die Zunahme inhaftierter älterer Menschen stellt den Strafvollzug vor neue Herausforderungen. Diese Herausforderungen sowie mögliche Lösungen haben Forschende untersucht. Sie erstellten eine gesamtschweizerische Statistik alter Gefängnisinsassen (50 Jahre und älter) und führten in drei Institutionen - Kantonale Strafanstalt Pöschwies (ZH), Kantonale Strafanstalt Saxerriet (SG), Kantonales Massnahmenzentrum Bitzi (SG) - Interviews mit Insassen und mit Gefängnisangestellten durch.
Die Anzahl älterer Gefangener hat sich in den Schweizer Gefängnissen zwischen 1984 und 2008 verdoppelt. 2008 waren 402 Personen inhaftiert, die älter als 50 Jahre waren, das sind 11,2 Prozent aller Inhaftierten. Davon waren 103 Personen älter als 60 Jahre. Dass sich immer mehr ältere Personen im Strafvollzug befinden, ist in erster Linie auf die Verwahrten zurückzuführen, die im Vollzug alt werden.
Die verbleibende Lebenszeit bewusst gestalten
Die befragten Insassen sind 60 Jahre und älter und allesamt männlich; zum Zeitpunkt der Erhebung hatte in der Deutschschweiz keine inhaftierte Frau dieses Alter erreicht. Sie bewältigen die Belastungen des Vollzugs unterschiedlich. Dennoch lassen sich folgende Gemeinsamkeiten feststellen: Die Insassen sind alle - mehr oder weniger - betroffen von der kurzen Lebensperspektive. Die Vorstellung eines Neuanfangs nach der Entlassung wird für sie mit zunehmendem Alter schwierig.






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