Ende einer Forschungsära: Direktor des Maurice E. Müller-Instituts verabschiedet


Zu Ehren von Ueli Aebi, Professor für Strukturbiologie am Biozentrum der Universität Basel und ehemaliger Direktor des Maurice E. Müller-Instituts für Strukturbiologie, kamen am Donnerstag, 26. Januar 2012, internationale Wissenschaftler zu einem hochkarätig besetzten Abschiedssymposium zusammen. Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem Maurice E. Müller, Förderer und grosszügiger Geldgeber des Biozentrums, gewürdigt.


Abschied vom ersten Direktor des Maurice E. Müller-Instituts: Die Professoren Erich Nigg, Ueli Aebi und Andreas Engel. (Foto: I. Singh/Biozentrum)

über 25 herausragende Wissenschaftler aus aller Welt feierten am 26. Januar 2012 Ueli Aebis langjährige Forschungsarbeit sowie seine Pionierleistungen auf dem Gebiet der Strukturbiologie. Unter den renommierten Gastrednern waren Nobelpreisträger Werner Arber (Biozentrum, Universität Basel), Tom Pollard (Yale University), Wolfgang Baumeister (Max-Planck-Institut für Biochemie) sowie Hans-Joachim Güntherodt (Swiss Nanoscience Institute) zugegen.

42 Mio. Franken verhalfen dem Institut zum Erfolg

Als «Meilenstein für die Strukturbiologie und Nanoforschung» bezeichnete Erich Nigg, Direktor des Biozentrums, in seiner Begrüssungsrede die Gründung des Maurice E. Müller-Instituts für hochauflösende Elektronenmikroskopie (MIH) durch Ueli Aebi im Jahre 1986. Ein sowohl finanziell als auch inhaltlich bahnbrechendes Projekt. Ziel der Einrichtung war die Erforschung kleinster Strukturen in Nanodimension, um so ihre Funktion und Fehlfunktion besser verstehen und früher diagnostizieren zu können.

42 Mio. Franken hatte die Maurice E. Müller-Stiftung dem Biozentrum der Universität Basel seit der Gründung des MIH 1986 zur Verfügung gestellt. Ein Geschenk, das die Forschung auf dem Gebiet der Strukturbiologie stark vorangetrieben und damit zum Erfolg des Biozentrums beigetragen hat. Wie Ed Constable, Vizerektor für Forschung und Nachwuchsförderung der Universität Basel, in seiner Rede bekannt gab, wird diese grosszügige Geldspende nun gewürdigt: Die Science Lounge im Biozentrum Neubau soll nach dem Förderer Maurice E. Müller benannt werden.

Wegbereiter der Nano-Forschung

Als Professor für Strukturbiologie hat Ueli Aebi über 300 Publikationen veröffentlicht, die in mehr als 16’000 Zitaten aufgegriffen wurden. In seiner Forschung konzentrierte sich Aebi auf die Untersuchung der Struktur und Funktion des Zellskeletts und sogenannter Kernporen mittels hochauflösender Mikroskopie. Seine Arbeiten öffneten das Tor zur Nanomedizin und führten zur Entwicklung neuartiger optischer und mechanischer Nanogeräte für die Diagnostik, Therapie und Prävention von Weichteil-Erkrankungen, wie arthritische Gelenkknorpelerkrankungen oder auch Brustkrebs.

Ueli Aebi ist Mitglied des Swiss Nanoscience Instituts und des Nationalen Forschungsschwerpunkts Nanowissenschaftender sowie mehrerer wissenschaftlicher Vereinigungen, einschliesslich der European Molecular Biology Organization (EMBO) und der Academia Europaea. Ueli Aebi wurde mit der Gregor-Mendel-Medaille der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, dem Arne Engström-Award und dem Carl Zeiss Lecture Award der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie ausgezeichnet. Darüber hinaus ist er Ehrendoktor der Karls-Universität Prag.

 
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