Hunger nach Wissen - Neugierige studieren besser

Nicht nur harte Arbeit und Intelligenz sind für den Studienerfolg an Hochschulen wichtig. Auch Neugier trägt wesentlich zu guten Studienresultaten bei. Eine wissenschaftliche Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW belegt dies.

Mit Intelligenz und harter Arbeit können heutige Studierende ihr Studium erfolgreich meistern. Aber auch Neugierde ist wesentlich, wenn es um einen erfolgreichen Abschluss des Studiums geht. Dies haben Psychologen und Psychologinnen in einer international angelegten Forschungsarbeit nachgewiesen. Beteiligt waren die University of Edinburgh, die Goldsmiths University of London und die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW.

Hunger nach neuen Erfahrungen


«Dass eine hohe Einsatzbereitschaft und Intelligenz zum Studienerfolg führen, ist in Studien gut nachgewiesen. Aber wie sieht es mit dem Einfluss von Neugierde aus?», so Benedikt Hell von der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW. «Intellektuell neugierige Menschen haben Lust, ihren Horizont zu erweitern. Das kann sich in verschiedenen Bereichen zeigen. Sie lesen zum Beispiel gerne Bücher zu vielfältigen Themen oder gehen gern auf Reisen, um Eindrücke zu sammeln. Uns hat interessiert, ob dieser Hunger nach Neuem auch eine Rolle für den späteren Studienerfolg spielen könnte.»

Auswertung von über 200 Studien


Um die Frage nach der Bedeutung von Neugier zu beantworten, werteten die Forschenden in einer Metaanalyse über 200 Studien mit über 50‘000 Antworten von Studierenden aus. Die Ergebnisse waren überraschend deutlich. Es zeigte sich, dass Neugierde wesentlich für den späteren Studienerfolg ist und diesen genauso stark beeinflusst wie Fleiss und harte Arbeit.

Sophie von Stumm, Forschungspartnerin von der Edinburgh University fasst die Ergebnisse in einem Bild zusammen: «Für den Studienerfolg sind drei Säulen entscheidend: Neugier, Intelligenz und Fleiss.»

Neugierde an Schulen unterstützen


Die Forschungsergebnisse der Studien lassen sich für den Schul- und Hochschulalltag nutzen. Benedikt Hell empfiehlt, entdeckendes Lernen im Unterricht zu fördern und kritische Fragen zu bestärken. «Ich muss dabei an ein Bonmot von Albert Einstein denken. Er sagte, dass er keine besondere Begabung habe, sondern nur leidenschaftlich neugierig sei. Solche besonders hungrigen Geister gilt es durch spannenden und anregenden Unterricht zu fördern und zu inspirieren.»

Die Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW hat sich seit ihrer Gründung 2006 zu einem führenden Kompetenzzentrum für Fragen der Arbeits-, Organisations- und Personalpsychologie in der Schweiz und im deutschsprachigen Raum entwickelt. Sie bietet ihren rund 300 Studierenden ein anspruchsvolles und praxisorientiertes Bachelor- und Master-Studium. Die Weiterbildung umfasst ein vielfältiges Angebot zu Wirtschafts- und Ingenieurspsychologie.
 
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