Kinderuniversität Winterthur geht in zweite Runde
Claude Nicollier zu Gast an der School of Engineering
Claude Nicollier zu Gast an der School of Engineering
Rund 300 Primarschüler aus Winterthur folgten letztes Jahr dem Ruf der Wissenschaft: An sechs Mittwochnachmittagen füllten sie die Hörsäle der ZHAW School of Engineering und lauschten den Vorträgen aus der Welt der Technik und Wissenschaft. 2012 findet die Kinderuniversität nun ein zweites Mal statt.
Die Kinderuniversität Winterthur wurde 2011 von der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Winterthur NGW ins Leben gerufen. Unterstützt wurde sie von der ZHAW School of Engineering, dem Naturmuseum Winterthur sowie der Robert Sulzer-Forrer-Stiftung. «Das grosse Interesse der Schülerinnen und Schüler hat mich überrascht - und gezeigt, dass ein Bedürfnis vorhanden ist», so Peter Lippuner, Präsident der NGW. «Erstaunt hat mich zudem, mit welcher Konstanz die Kinder an alle sechs Vorträge gekommen sind». Nun findet die Kinderuniversität dieses Jahr zum zweiten Mal statt - mit spannenden Vorträgen zu Energie oder Raumfahrt und mit hochkarätigen Referenten wie Claude Nicollier. Neu beteiligt sich auch die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz.
,,Wir möchten Schülerinnen und Schüler für Naturwissenschaften sowie Technik begeistern und beteiligen uns deshalb an der Kinderuniversität", so Martina Hirayama, Direktorin der ZHAW School of Engineering, wo der Anlass auch dieses Jahr stattfindet. «Die Schweiz hat zu wenig Ingenieurinnen und Ingenieure - diese Tatsache ist inzwischen allgemein bekannt. Die Studierendenzahlen steigen kontinuierlich leicht an - aber es sind zu wenige Absolvierende, um den Bedarf der Wirtschaft zu decken.» Daher sei es wichtig, dass Kinder bereits früh mit Technik und Naturwissenschaften in Berührung kommen. Studien zeigen: Wenn sich Kinder bis im Alter von 15 Jahren für Technik interessieren und Mathematik mögen, stehen die Chancen besonders gut, dass sie sich für ein technisches oder naturwissenschaftliches Studium entscheiden. «Kinder sind offen für Neues und erkunden neugierig ihre Umwelt. Hier setzt die Kinderuniversität an. Wenn zum Beispiel ein Dozent im verdunkelten Hörsaal mit Lichtblitzen veranschaulicht, was Licht ist, sind wir nicht mehr bei trockener Theorie, sondern machen Technik erlebbar», so Hirayama.
Am 24. Oktober 2012 gibt Walter Caprez von der Kantonsschule im Lee mit seinem Ex-perimentalvortrag «Alles ist Chemie» den Startschuss zur Kinderuniversität. Jeweils jeden zweiten Mittwochnachmittag folgen fünf weitere Vorträge aus der Welt der Physik, Geologie, Astronomie, Medizin und Technik. Dies ist für die referierenden Naturwissenschaftlerinnen, Ingenieure und Mediziner aber kein Kinderspiel: Kompliziertes einfach und verständlich zu erklären, ist eine besondere Herausforderung, wenn Fachbegriffe nicht erlaubt sind und die Zuhörer keinerlei fachliches Vorwissen mitbringen. Im Vortrag «Ohne Energie läuft gar nichts» erläutert ZHAW-Dozent Stephan Scheidegger den Kindern das Phänomen Elektrizität anhand von Alltagsbeispielen. Was steckt eigentlich hinter einer Steckdose? Experimente machen die elektrischen Kräfte sicht- und fühlbar. Ausserdem erfahren die Kinder, wie man Strom erzeugen kann und wie Lampen leuchten, auch wenn sie nicht am Stromkabel hängen.
Zur Kinderuniversität eingeladen sind alle Winterthurer Schülerinnen und Schüler der vierten bis sechsten Primarschulklasse. Dabei gilt: «De Gschnäller isch de Gschwinder».
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