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Macht und Status in Gruppen und Organisationen
16 January 2012 - FHNW
Change trifft Teams - Die Change-Tagung am 19./20. Januar in Basel
Droht Macht jeden Menschen zu korrumpieren, sobald er mit ihr in Berührung kommt? Oder ist der Begriff, der unangenehme Assoziationen auslöst, auch positiv zu besetzen? Das will die zweitägige Veranstaltung der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW näher beleuchten. Sie richtet sich an Menschen, die im Team arbeiten, es führen oder erforschen.
Droht Macht jeden Menschen zu korrumpieren, sobald er mit ihr in Berührung kommt? Oder ist der Begriff, der unangenehme Assoziationen auslöst, auch positiv zu besetzen? Das will die zweitägige Veranstaltung der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW näher beleuchten. Sie richtet sich an Menschen, die im Team arbeiten, es führen oder erforschen.
Macht bündelt im ureigenen Sinne das Zusammentreffen von Können, Vermögen und Einflussnahme. Aber immer schwingt mit, dass Machtinhaber ihre Position ausnutzen. Ist es dann wahr, dass man Macht nur auf Kosten anderer gewinnen kann? Ist der autoritäre Stil von Macht schlecht und stark, der transparente gut und schwach? Solche Fragen sind im Team-Alltag oft niemandem bewusst und doch prägen und bewegen sie die Arbeitskultur.
Die Geschwindigkeit der Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft wird immer rasanter. Die Menschen erleben sich als getrieben, ihre Einflussnahme schwindet. Ohnmacht greift um sich. Doch wie es nach Watzlawick nicht möglich ist nicht zu kommunizieren, können wir auch nicht keinen Einfluss in einem vorhandenen System nehmen. Es ist höchste Zeit, Macht zum Thema zu machen, weil es so leicht geworden ist, sich ohnmächtig zu fühlen und es sich darin bequem zu machen. Die Change-Tagung der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW will Antworten finden auf Fragen wie «Macht Macht einsam?», «Gibt es typische weibliche und männliche Machtspiele?», «Bringt uns Konkurrenz weiter als Kooperation und Empathie?» oder «Welche Kommunikations-Kultur gilt es in Gruppen und Organisationen zu pflegen?».
Acht hochkarätig besetzte Keynotes
«Lust auf Macht statt Frust durch Ohnmacht», «Wie Reiche denken und lenken» oder «Mit Wissen Macht enträtseln» sind drei von 22 Workshops, die bei der Tagung «Change trifft Teams» in Basel angeboten werden.
Nach der Begrüssung durch den Tagungsleiter, Olaf Geramanis, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, widmet sich der bekannte deutsche Journalist und Autor Arno Luik (Stern, Taz, Geo...) in seinem Vortrag dem Thema «Das Individuum und die Macht». Der Journalist hat schon die «ganz Grossen» t: «Wenn ich die Erfolgreichen und Mächtigen treffe, bin ich nicht an den Fassaden interessiert. Es sind die Risse, die mich reizen – der ganze Mensch, nicht nur seine Funktion!»
Im Anschluss spricht der Soziologe und Trainer für Gruppendynamik Oliver König zum Thema «Macht in Gruppen»: «Es ist mir wichtig, die soziale Logik von Machtprozessen und ihre Funktionalität herauszuarbeiten, um zu einem auch positiven Verständnis von Macht zu kommen! Mit diesem Hintergrund erst wird ein nicht moralisierender und zugleich kritischer Zugang zu Macht möglich», ist König überzeugt. «Macht gehört zur Organisation – wie die Luft zum Atmen» ist der Titel des dritten Keynote-Referates, welches von Stefan Kühl, Professor für Soziologie und Organisationsberater, gehalten wird. Nach elf Workshops und einem Panel schliesst der erste Tagungs-Tag mit Keynotes von Gerhard Vinnai und von Anita Fetz, Ständerätin BS.
Der zweite Tagungs-Tag beginnt mit Arno Gruen, der fragt «Können wir mit Real-Politik überleben?». Der Psychoanalytiker und Kolumnist phil. Peter Schneider beleuchtet – nach der Workshop-Sequenz mit 12 Themen-Angeboten – unter anderem in seinem Vortrag «Macht, Wissen und Enthüllung» die Auswirkungen von Wikileaks im Kontext von traditionellen Vorstellungen des Zusammenhangs von Macht und Wissen eines Staatsapparats, der seine Macht dadurch sichert, möglichst viele Informationen über seine Bürger zu sammeln.
Die Politologin Regula Stämpfli wirft abschliessend in ihrem Vortrag «Stumm- und Stimmbürger in Zeiten der ökonomischen Grausamkeit» einen kritischen Blick auf die machthabenden Politiker im Wandel der Zeit und deren «Kostümfest», das letztlich nur provoziert zu sagen: «Dieser Kaiser trägt keine Kleider!» Ferner widmet sich Stämpfli der «Macht der Medien» und verdeutlicht sichtbare und unsichtbare Macht am Beispiel des «Schweizernden» Volksentscheids und stellt die Frage: «Hat die Schweiz die beste Demokratie der Welt?»
Tagungswebsite: www.changetagung.ch
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