Mehr als eine Gehhilfe: iHomeLab der Hochschule Luzern forscht am Rollator der Zukunft

Medienmitteilung Luzern, 16. August 2012 Mehr als eine Gehhilfe: iHomeLab der Hochschule Luzern forscht am Rollator der Zukunft Am 16. und 17. August findet am iHomeLab der Hochschule Luzern - Technik & Archi- tektur das Kick-off Meeting für das internationale Forschungsprojekt «iWalkActive» statt. Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung eines smarten Rollators, der seinem Benutzer das Leben erleichtert, Sicherheit und kluge Unterstützung bietet. Im Projekt «iWalkActive», das vom iHomeLab der Hochschule Luzern koordiniert wird, soll ein handelsüblicher Rollator weiterentwickelt werden. Der Rollator der Zukunft wird unter an- derem einen Elektroantrieb haben, ähnlich wie man es von e-Bikes her kennt.

Dieser Antrieb erleichtert es, Hindernisse oder Steigungen zu überwinden. Zudem wird die neue Entwicklung mit moderner Kommunikationstechnik ausgerüstet sein: Die Benutzerin oder der Benutzer hat so die Möglichkeit, über einen integrierten Tabletcomputer auf verschiedene Dienste wie Navi- gationshilfen, spezielle seniorengerechte Applikationen oder ein Notfallsystem zuzugreifen. Ein erster Prototyp der smarten Gehhilfe wurde bereits gebaut. Mit einem Elektroantrieb und einer Steuerung ist er in der Lage, eine vorgegebene Teststrecke autonom zu befahren. Akzeptanz erhöhen Heutzutage wird die Benutzung eines Rollators mit «Alter» oder «Krankheit» in Verbindung gesetzt. Die Idee von «iWalkActive» geht jedoch weit über die heute bekannte Benutzung der klassischen Gehilfen hinaus. Mit dem Projekt sollen die bisherigen Möglichkeiten erweitert werden und zu einer aktiven und attraktiven Mobilitäts-Unterstützung für Menschen jeder Altersklasse führen. Neben dem eigentlichen, geländegängigen Rollator soll eine ganze Reihe von Zubehör und neuen, auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnittenen Dienstleistungen ent- wickelt werden «Das können zum Beispiel eine integrierte Sitzgelegenheit oder verbesserte Transportmöglichkeiten von Einkäufen sein. Aber auch Systeme, die einem den Weg zum nächsten Bahnhof oder einem WC zeigen oder im Notfall einen Alarm auslösen», erläutert Alexander Klapproth, Leiter des iHomeLab. Internationales und interdisziplinäres Projekt Das Projekt mit einem Gesamtbudget von drei Mio. Euro wird von einem Konsortium, beste- hend aus neun Partnern aus der Schweiz, Österreich und Schweden getragen. Die beiden For- schungsinstitutionen iHomeLab und Austrian Institute of Technology kümmern sich dabei um die Forschungs- und Technologiefragen. Vier weitere Unternehmungen steuern ihre Know-how bei und vermarkten das entstehende Produkt: ein schwedischer Rollatorhersteller, ein Schwei- zer Antriebshersteller, eine Schweizer Technologiefirma für Outdoor-Navigation und eine ös- terreichische Technologiefirma für Indoor-Navigation. Drei Fachinstitutionen in der Schweiz und in Schweden stellen im direkten zu den anvisierten Zielgruppen sicher, dass deren Bedürfnisse in die Entwicklung einfliessen, damit diese den gewünschten Nutzen erbringt und Akzeptanz findet. Das iHomeLab koordiniert das Vorhaben und leitet die Forschung und Ent- wicklung des neuen Rollators während der gesamten Projektdauer von 36 Monaten. Eingebettet in die Forschung zum Ambient Assisted Living Das Konzept von «iWalkActive» verdeutlicht die Notwendigkeit und den Nutzen der For- schung und Förderung von Ambient Assisted Living (AAL): hilfreiche Technologien für das

Wohnen und Leben im Alter, die die Lebensqualität von älteren Menschen verbessern und ihre Autonomie im persönlichen Lebensumfeld erhalten. Die Betreuung von älteren Personen stellt bereits heute und vor allem in Zukunft einen beträchtlichen Kostenfaktor in einer Volkswirt- schaft dar. Mit der Förderung der Forschung und Entwicklung von Systemen, die es älteren Personen erlauben, länger unabhängig zu leben, kann ein entscheidender Beitrag zur Kontrolle dieser Kosten und zu mehr Lebensqualität geleistet werden. Genau dies ist das Ziel des Euro- päischen Forschungsprogramms Ambient Assisted Living, das auch ein interdisziplinärer For- schungsschwerpunkt am iHomeLab ist. Das AAL-Programm erstreckt sich über sechs Jahre und verfügt über ein Gesamtbudget von 600 Mio. Euro.   Das iHomeLab der Hochschule Luzern ist das Schweizer Forschungsinstitut für Gebäudeintel- ligenz. Unter der Leitung von Alexander Klapproth forschen 17 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in engem mit über 100 Partnern aus Wirtschaft und Industrie an The- men wie dem Internet der Dinge (Internet of Things), Ambient Assisted Living, Energieeffi- zienz und Human Building Interaction. Das iHomeLab ist offen für Besucher. Weitere Infor- mationen zum Forschungslabor finden sich auf der Website www.ihomelab.ch. Anlagen: Bild 1: Die Mitglieder des internationalen Projektkonsortiums für «iWalkActive» vor dem iHomeLab der Hochschule Luzern. Bild 2: Der Prototyp des Rollators soll im Forschungsprojekt «iWalkActive» weiterentwickelt werden. Bild 3: Der Elektroantrieb des Rollators unterstützt beim Überwinden von Steigungen. Bildnachweis: Hochschule Luzern Video zum Prototyp unter: http://www.ihomelab.ch/index.php’id=23

 
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