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Nicht zu dick aufgetragen
Nicht zu dick aufgetragen
Dank dem ZHAW-Spin-off Winterthur Instruments können Beschichtungen zerstörungsfrei und während der Produktion gemessen werden.
Ausschuss und zu dicke Lackschichten gehören damit der Vergangenheit an. Mit dem Heuberger-Winterthur-Jungunternehmerpreis konnten die ZHAW-Forscher am 2. Dezember 2011 eine weitere Auszeichnung entgegennehmen.
Oft werden Beschichtungen sicherheitshalber zu dick aufgetragen, da die Qualität meist erst am Ende bei Stichproben überprüft werden kann. "Bis zu 20 Prozent lassen sich einsparen", so der Physiker Nils Reinke von der ZHAW. Bei einem weltweiten Verbrauch von 100 Milliarden Dollar für Beschichtungsmaterialien ergibt das ein stattliches Sparpotenzial. Das mehrmals ausgezeichnete Messgerät des ZHAW-Spin-offs Winterthur Instruments ermittelt Schichtdicken berührungsfrei, ohne das Produkt zu beschädigen. Gemäss dem Mathematiker Andor Bariska, ebenfalls von der ZHAW School of Engineering, ergibt sich der wahre Nutzen der neuen Messmethode für die Kunden nicht in erster Linie in der Materialeinsparung, sondern dass sie den Beschichtungsprozess quasi in Echtzeit überprüfen können: "Gleich nach dem Auftragen von nassen oder pulverförmigen Lacken können neben Dicke auch Qualitätsmerkmale wie Haftung oder Porosität kontrolliert und damit sogleich korrigiert werden." Ungenügend oder fehlerhaft lackierte Produkte gehören damit der Vergangenheit an.
Wärme messen
Ein Lichtblitz trifft auf das beschichtete Objekt und erwärmt dieses. Die abgestrahlte Wärme der Beschichtung wird von Infrarotsensoren erfasst und mit einer von den ZHAW-Forschern entwickelten Software ausgewertet. Da der Verlauf der Abkühlung auf der Oberfläche von den physikalischen Eigenschaften der Beschichtung sowie deren Unterlage abhängt, ist mit einem komplexen Algorithmus ein Rückschluss auf die Qualität möglich. Die Idee der Wärmemessung ist nicht neu - jedoch wurde die Technologie von den beiden ZHAW-Forschern in mehreren Forschungsprojekten zusammen mit Industriepartnern für den industriellen Einsatz entwickelt. "Das Messgerät lässt sich einfach bedienen, benötigt keine aufwändigen Schutzmassnahmen wie gefährliche Lasermessgeräte und misst etliche Parameter gleichzeitig - auch bei bewegten und unförmigen Objekten", beschreibt Bariska die Vorteile. Diese haben nicht nur bereits zu ersten Geräteverkäufen geführt und das Interesse potentieller Kunden wie der deutschen und japanischen Autoindustrie geweckt, sondern dem Spin-off auch einige Preise beschert.
Ausgezeichnete Starthilfe
Nach Auszeichnungen von Electrosuisse ITG oder Venture Kick ist nun auch der Heuberger-Winterthur-Jungunternehmerpreis dazugekommen. "Es gilt in der Anfangsphase etwa eine Kundendatenbank aufzubauen, Werbematerial zu erstellen sowie an Messen präsent zu sein", so Reinke. "Vor allem für das Marketing fehlt jedoch vielen Jungunternehmen das Geld." Die beiden Preisträger freuen sich deshalb neben der Anerkennung über die grosse finanzielle Starthilfe von 150’000 Franken. "Der wahre Preis sind zufriedene Kunden - Preisgelder helfen uns, diesem Ziel näher zu kommen", ist Bariska überzeugt.
Foto Coatmaster-Measurement-System (JPG, 2.0 MB)
www.winterthurinstruments.ch
Links
Medienmitteilung Venture Kick
Fachartikel in Swiss Engineering STZ (PDF)
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