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Phase-III-Studie mit Pertuzumab bei HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs
Roche gibt positive Resultate der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie mit Pertuzumab bei HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs bekannt
Medianes progressionsfreies Überlebens um 6,1 Monate verlängert - von 12,4 auf 18,5 Monate
Roche gab heute die Resultate von CLEOPATRA, der ersten randomisierten Phase-III-Studie mit Pertuzumab bekannt, einem gezielt gegen HER2 gerichteten Prüfmedikament. Die Studie verglich die Kombination von Pertuzumab, Herceptin (Trastuzumab) und Docetaxel-Chemotherapie mit einer Kombination von Herceptin und Docetaxel bei Patienten mit nicht vorbehandeltem HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs. Bei Patienten, die Pertuzumab in Kombination mit Herceptin und Chemotherapie erhielten, reduzierte sich das Risiko dass sich ihre Erkrankung verschlechterte oder sie an ihrer Erkrankung verstarben um 38 Prozent (progressionsfreies Überleben, PFS) (HR = 0,62; p-Wert
Es wurden keine neuen sicherheitsrelevanten Anzeichen beobachtet. Die Nebenwirkungen entsprachen den Erfahrungen aus früheren Kombinations- und Einzelstudien mit Pertuzumab und Herceptin. Die Resultate werden beim Brustkrebssymposium 2011 in San Antonio vom 6. - 10. Dezember vorgestellt (Abstract S5-5) und wurden in das offizielle Presseprogramm des Kongresses aufgenommen. Die Daten wurden gestern zudem in der Online-Ausgabe des New England Journal of Medicine veröffentlicht. Roche hat bei der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) ein Zulassungsgesuch für Pertuzumab zur Behandlung von Patienten mit nicht vorbehandeltem HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs und bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) ein Zulassungsgesuch für dieselbe Indikation eingereicht.
,,Seit 30 Jahren forschen wir am HER2-Signalweg, um Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs personalisierte Medikamente zur Verfügung stellen zu können," so Hal Barron, Chief Medical Officer und Leiter der globalen Produktentwicklung von Roche. ,,Diese Resultate zeigen, dass wir womöglich bald die derzeitige Standardtherapie mit Herceptin plus Chemotherapie weiter verbessern und somit Patientinnen mit dieser fortgeschrittenen Form der Erkrankung noch besser helfen können."
Man geht davon aus, dass die Wirkungsmechanismen von Pertuzumab und Herceptin einander ergänzen. Beide Medikamente binden an den HER2-Rezeptor, setzen jedoch an verschiedenen Regionen des Rezeptors an. Man geht davon aus, dass dies zu einer umfassenderen Blockade der HER-Signalwege führt.
Über Pertuzumab
Pertuzumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der bei frühen und fortgeschrittenen Stadien von HER2-positivem Brustkrebs und fortgeschrittenem HER2-positivem Magenkrebs geprüft wird. Pertuzumab ist insofern einzigartig, als es speziell entwickelt wurde, um zu verhindern, dass sich der HER2-Rezeptor mit anderen HER-Rezeptoren (EGFR/HER1, HER3 und HER4) verbindet. Dieser Vorgang spielt vermutlich bei der Entstehung und beim Wachstum verschiedener Krebsarten eine wichtige Rolle. Indem es die Verbindung der Rezeptoren verhindert, blockiert Pertuzumab die Weiterleitung von Zellsignalen, was schliesslich zur Hemmung des Krebszellwachstums oder zum Absterben der Krebszelle führen kann. Die Bindung von Pertuzumab an HER2 könnte darüber hinaus dem Immunsystem des Körpers signalisieren, dass es die Krebszellen zerstören soll.
Über die CLEOPATRA-Studie
CLEOPATRA (CLinical Evaluation Of Pertuzumab And TRAstuzumab) ist eine internationale randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie. Die Studie beurteilte die Wirksamkeit und das Sicherheitsprofil von Pertuzumab kombiniert mit Herceptin und Chemotherapie verglichen mit Herceptin und Chemotherapie allein bei 808 Patienten mit nicht vorbehandeltem HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs.
Die Teilnehmer im Studienarm mit Pertuzumab, Herceptin und Chemotherapie erhielten:
- Pertuzumab 840 mg als Initialdosis, gefolgt von 420 mg alle drei Wochen
- Herceptin 8 mg/kg als Initialdosis, gefolgt von 6 mg/kg alle drei Wochen
- Docetaxel 75-100 mg/m2 alle drei Wochen für sechs Zyklen oder bis zur Progression
Die Teilnehmer im Herceptin-Chemotherapie-Studienarm erhielten:
- Herceptin 8 mg/kg als Initialdosis, gefolgt von 6 mg/kg alle drei Wochen
- Docetaxel 75-100 mg/m2 alle drei Wochen für sechs Zyklen oder bis zur Progression
Der primäre Endpunkt der Studie war das von einem unabhängigen Überprüfungsgremium beurteilte progressionsfreie Überleben (PFS). Sekundäre Endpunkte waren Gesamtüberleben (OS), von den Prüfärzten beurteiltes PFS, Sicherheitsprofil, Gesamtansprechrate (ORR), Ansprechdauer, Zeit bis zur Symptomprogression und Korrelation von Biomarkern mit den klinischen Resultaten.
Studienresultate
- Es zeigte sich eine signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens bei den Patienten, die mit der Kombination von Pertuzumab, Herceptin und Chemotherapie behandelt wurden (n = 402), verglichen mit den Patienten, die nur Herceptin und Chemotherapie erhielten (n = 406) (medianes PFS 18,5 vs. 12,4 Monate, HR = 0,62, p
Die Zwischenanalyse des Gesamtüberlebens erfolgte, nachdem 43% der Ereignisse, die für die endgültige Analyse des Gesamtüberlebens geplant waren, aufgetreten waren. Zum Zeitpunkt der Zwischenanalyse waren die Patienten in beiden Behandlungsarmen über einen medianen Zeitraum von 19,3 Monaten auf das Gesamtüberleben nachbeobachtet worden. Die Daten zeigten eine Tendenz zu einem Überlebensvorteil zugunsten der Kombination von Pertuzumab und Trastuzumab mit Docetaxel (HR = 0,64; 95%-KI 0,47-0,88; p = 0,0053). Da die Hazard Ratio die Stoppgrenze nicht erreichte (HR
- Die Gesamtansprechrate betrug 80,2 Prozent im Studienarm mit Pertuzumab, Herceptin und Chemotherapie und 69,3 Prozent im Herceptin-plus-Chemotherapie-Arm (Unterschied 10,83%; 95%-KI 4,2 - -17,5; p = 0,0011). Eine Testhierarchie mit fester Reihenfolge war für die Wirksamkeitsendpunkte vorgegeben. Da die Zwischenanalyse des Gesamtüberlebens keine statistische Signifikanz erreichte, wird das statistische Testresulat für die objektive Ansprechrate als explorativ betrachtet.
- Raten von Nebenwirkungen mit Grad
-
=3 und >2% Unterschied zwischen den Studienarmen wurden für Neutropenie, febrile Neutropenie und Durchfall beobachtet und betrugen 48,9%, 13,8% bzw. 7,9% im Studienarm mit Pertuzumab, Herceptin und Chemotherapie sowie 45,8%, 7,6% bzw. 5.0% im Studienarm mit Herceptin plus Chemotherapie. - Die Kombination von Pertuzumab, Herceptin und Chemotherapie war nicht mit einer höheren Inzidenz von kardialen Nebenwirkungen oder linksventrikulärer Dysfunktion verbunden als die Therapie mit Herceptin und Chemotherapie.
Über Brustkrebs
Brustkrebs ist weltweit die häufigste Krebsart bei Frauen1. Jedes Jahr werden auf der ganzen Welt rund 1,4 Millionen neue Fälle von Brustkrebs diagnostiziert, und über 450’000 Frauen sterben jährlich an der Erkrankung1. Bei HER2-positivem Brustkrebs sind auf der Oberfläche der Tumorzellen erhöhte Mengen des humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors 2 (HER2) vorhanden. Dieses Phänomen wird als ,,HER2-Positivität" bezeichnet und betrifft rund 15-20 Prozent der an Brustkrebs erkrankten Frauen2. HER2-positiver Brustkrebs ist eine besonders aggressive Form von Brustkrebs3.
Über Herceptin
Herceptin (Trastuzumab) ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der gezielt die Funktion von HER2 hemmt. HER2 ist ein Protein, das von einem spezifischen Gen gebildet wird, welches ein krebserzeugendes Potenzial hat, wenn es überexprimiert wird. Der Wirkmechanismus von Herceptin ist einzigartig und beruht auf der Aktivierung des körpereigenen Immunsystems und der Unterdrückung der HER2-Signalgebung zur gezielten Zerstörung von Krebszellen. Herceptin hat sowohl bei HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium als auch bei fortgeschrittenem (metastasierendem) HER2-positivem Brustkrebs eine zuvor unerreichte Wirksamkeit bewiesen. Nicht nur als Monotherapie, sondern auch in Kombination mit oder nach einer Standardchemotherapie konnten bei Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs dank Herceptin die Ansprech- bzw. Remissionsraten, das krankheitsfreie Überleben sowie die Gesamtüberlebenszeit bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Lebensqualität verbessert werden. Herceptin wird in den USA von Genentech, in Japan von Chugai und in den übrigen Ländern von Roche vertrieben. Seit 1998 haben weltweit fast 1 Million Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs eine Therapie mit Herceptin erhalten.
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