Roche-Studie mit Avastin und Chemotherapie in schwer zu behandelndem rezidivierendem Eierstockkrebs: Progressionsrisiko der Krankheit halbiert
Erste Phase-III-Studie mit Avastin plus Chemotherapie bei platinresistentem Eierstockkrebs
Roche-Studie mit Avastin und Chemotherapie in schwer zu behandelndem rezidivierendem Eierstockkrebs: Progressionsrisiko der Krankheit halbiert
Erste Phase-III-Studie mit Avastin plus Chemotherapie bei platinresistentem Eierstockkrebs
Roche gab heute die Resultate der AURELIA-Studie bekannt. Hierbei handelt es sich um eine Phase-III-Studie mit Avastin (Bevacizumab) in Kombination mit Standardchemotherapie (wöchentliche Verabreichung von Paclitaxel, Topotecan oder pegylierten, liposomalen Doxorubicin) für die Behandlung von Frauen mit Eierstockkrebs, deren Erkrankung sich aufgrund einer Resistenz gegen die platinhaltige Chemotherapie weiter verschlimmert hatte. Das Risiko des Fortschreitens der Erkrankung (Progressionsrisiko) wurde bei Frauen unter Avastin plus Chemotherapie um 52 Prozent gesenkt, verglichen mit denjenigen, die nur eine Chemotherapie erhielten (HR = 0,48, p < 0,001). Die Studie erreichte damit ihren primären Endpunkt - eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS, die Zeit, während der die Erkrankung sich nicht weiter verschlimmert). Die Nebenwirkungen in der AURELIA-Studie entsprachen denjenigen, die in früheren zulassungsrelevanten Studien mit Avastin bei verschiedenen Tumorarten beobachtet wurden.
Diese Resultate wurden in einem Pressebriefing am Freitag, den 1. Juni 2012, auf der 48. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt. Die vollständigen Resultate werden im Rahmen der Abstract-Vorträge in der ASCO-Sitzung ,,Gynaecologic Cancer" von Professor Eric Pujade-Lauraine, dem leitenden Prüfarzt der AURELIA-Studie und Leiter der Abteilung für medizinische Onkologie der Hopitaux Universitaires, Paris Centre, Hôpital Hôtel-Dieu, vorgestellt (Abstract LBA5002, Samstag, den 2. Juni, 15:30 Uhr CDT).
,,Bei den meisten Frauen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs schreitet die Erkrankung nach der Erstbehandlung weiter fort. Bei fast allen von ihnen erreicht der Krebs irgendwann ein Stadium, in dem er resistent gegen die platinbasierte Chemotherapie ist, was die verfügbaren Behandlungsoptionen sehr stark einschränkt," so Hal Barron, Chief Medical Officer und Leiter der globalen Produktentwicklung von Roche. ,,Die Gabe von Avastin zusätzlich zur Chemotherapie senkte das Risiko der Krebsprogression bei Frauen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs in dieser Studie um die Hälfte."
Im Dezember 2011 erhielt Avastin die Zulassung in Europa für die Front-Line-Therapie von fortgeschrittenem Eierstockkrebs, basierend auf den Resultaten der Studien GOG 0218 und ICON7. Roche wird die Gesundheitsbehörden über die AURELIA-Daten informieren und die angemessenen nächsten Schritte erörtern.
AURELIA ist die vierte Phase-III-Studie mit Avastin bei Eierstockkrebs (nach GOG 0218, ICON7 und OCEANS), die zeigt, dass Avastin zusätzlich zur Chemotherapie die Zeit, während der die Erkrankung sich bei den Frauen nicht weiter verschlimmert, signifikant verlängerte.
Bei der AURELIA-Studie handelt es sich um eine multizentrische, randomisierte, offene, zweiarmige Phase-III-Studie an 361 Frauen mit platinresistentem, rezidivierendem epithelialem Eierstockkrebs mit primärem Befall des Bauchfells oder der Eileiter. Die Frauen hatten vor Aufnahme in die Studie nicht mehr als zwei Krebstherapien erhalten. Die Studie wurde geplant, um Avastin (10 mg/kg alle zwei Wochen oder 15 mg/kg alle drei Wochen) in Kombination mit Standardchemotherapie (wöchentlich Paclitaxel, Topotecan oder pegyliertes liposomales Doxorubicin) im Vergleich zur Standardchemotherapie allein zu beurteilen.
Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit der Group d’Investigateurs Nationaux pour l’Etude des Cancers Ovariens (GINECO) entwickelt und vom internationalen Netzwerk der Gynecologic Cancer Intergroup (GCIG) gemeinsam mit dem pan-European Network of Gynaecological Oncological Trial Groups (ENGOT) durchgeführt. Der primäre Endpunkt der Studie war das progressionsfreie Überleben. Die sekundären Endpunkte der Studie waren: Gesamtüberleben, objektive Ansprechrate, Lebensqualität, Sicherheit und Verträglichkeit.
Bei der Behandlung von Eierstockkrebs richtet sich die Wahl der Chemotherapie für die nächste Therapielinie danach, wie viel Zeit zwischen der letzten Dosis der platinbasierten Chemotherapie und dem Wiederauftreten der Erkrankung verstrichen ist. Als ,,platinresistent" gilt eine Erkrankung, die ein bis sechs Monate nach Abschluss der platinbasierten Chemotherapie weiter fortschreitet, und ,,platinempfindlich" ist eine Erkrankung, wenn sie später als sechs Monate danach fortschreitet.
Eierstockkrebs ist die achthäufigste Krebsart bei Frauen und die siebthäufigste Krebstodesursache bei Frauen weltweit. Jedes Jahr wird bei schätzungsweise 230’000 Frauen auf der ganzen Welt ein Eierstockkrebs diagnostiziert, und rund 140’000 Betroffene sterben an der Erkrankung1. Behandelt wird Eierstockkrebs in der Regel durch eine Operation, um den grösstmöglichen Teil des Tumors zu entfernen. Bei den meisten Patienten wird die Erkrankung jedoch leider erst in einem späten Stadium diagnostiziert (wenn der Tumor bereits relativ gross ist oder gestreut hat), weshalb sie eine zusätzliche Behandlung benötigen.
Bei Eierstockkrebs sind hohe Konzentrationen des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (VEGF) vorhanden. Dieses Protein steht mit dem Wachstum und der Streuung von Tumoren in Verbindung. Studien haben einen Zusammenhang zwischen einer hohen Konzentration von VEGF und der Entwicklung eines Aszites (vermehrte Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle), dem Fortschreiten der Erkrankung und einer schlechteren Prognose bei Frauen mit Eierstockkrebs gezeigt. Avastin greift zielgerichtet am VEGF an.
Mit der Erstzulassung in den USA für fortgeschrittenen Dickdarm- bzw. Enddarmkrebs im Jahr 2004 war Avastin das erste antiangiogen wirkende Krebsmedikament, das für die Behandlung eines grösseren Kreises von Patienten mit fortgeschrittenem Krebs zur Verfügung stand.
Auch heute noch revolutioniert Avastin die Krebsbehandlung durch nachgewiesene Überlebensvorteile (Gesamtüberleben und/oder progressionsfreies Überleben) bei verschiedenen Tumorarten. Avastin ist in Europa zur Behandlung fortgeschrittener Stadien von Brustkrebs, Dickdarm- bzw. Enddarmkrebs, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, Nierenkrebs und Eierstockkrebs zugelassen. Ausserdem steht Avastin in den USA zur Behandlung von Dickdarm- bzw. Enddarmkrebs, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und Nierenkrebs zur Verfügung. Zudem ist Avastin in den USA und über 30 weiteren Ländern auch für die Behandlung von Patienten mit Glioblastom (einer bestimmten Art von Gehirntumor) zugelassen. In Japan ist Avastin für die Behandlung fortgeschrittener Stadien von Dickdarm- bzw. Enddarmkrebs, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und Brustkrebs zugelassen. Avastin ist das einzige verfügbare antiangiogen wirkende Medikament zur Behandlung dieser zahlreichen fortgeschrittenen Krebsarten, die jedes Jahr für über 2,5 Millionen Todesfälle verantwortlich sind.
Avastin hat die antiangiogene Therapie zu einem Grundpfeiler der heutigen Krebsbehandlung gemacht - über eine Million Patienten wurden bislang bereits mit Avastin behandelt. In einem umfassenden klinischen Studienprogramm mit mehr als 500 laufenden klinischen Prüfungen wird die Anwendung von Avastin bei über 50 Tumorarten untersucht.
Ohne eine unabhängige Blutversorgung kann ein Tumor nicht über eine bestimmte Grösse (2 mm) hinaus wachsen und nicht in andere Regionen des Körpers streuen (Metastasen bilden). Tumoren entwickeln ihre eigene Blutversorgung durch die Bildung neuer Blutgefässe, die als Angiogenese bezeichnet wird. Bei diesem Vorgang wird der vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor (VEGF) freigesetzt, der eine Schlüsselrolle für das Tumorwachstum spielt. Avastin ist ein Antikörper, der präzise und zielgerichtet den VEGF hemmt und auf diese Weise hilft, den Tumor langfristig unter Kontrolle zu halten. Aufgrund seiner gezielten VEGF-Hemmung kann Avastin mit einem breiten Spektrum verschiedener Chemotherapien und anderer Krebsbehandlungen effektiv kombiniert werden, ohne die Nebenwirkungen dieser Therapien wesentlich zu verstärken.
Last job offers
» Share this page: