Open Science: Datenaustausch auf der Kippe

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 (Bild: Pixabay CC0)
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Trotz der von einigen wissenschaftlichen Zeitschriften eingeführten Richtlinien zur obligatorischen Datenfreigabe bleibt das Potenzial für die Wiederverwendung dieser Daten begrenzt. Dies ist das Ergebnis einer Meta-Forschung über Open Science, die Dominique Roche, Postdoktorand in Biologie an der Universität Neuchâtel, unternommen hat.

Open Science ist eine weltweite Bewegung, die darauf abzielt, die wissenschaftliche Forschung und ihre Daten transparent und für jedermann zugänglich zu machen. Sie hat insbesondere zwei Hauptziele. Das erste ist die Verbesserung des Zugangs zu Forschungsergebnissen sowie deren Transparenz und Reproduzierbarkeit. Dadurch sollen die Robustheit und Glaubwürdigkeit von Forschungsergebnissen verbessert und wissenschaftliche Entdeckungen durch den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Forschern beschleunigt werden. Zweitens sollen Fairness und Inklusivität in der Forschung gefördert werden, sei es durch eine stärkere gemeinsame Nutzung von Forschungsressourcen und -ergebnissen oder durch die Schaffung von Werkzeugen, die für alle zugänglich sind.

Die mangelnde Beteiligung von Wissenschaftlern rührt vor allem daher, dass sie Angst davor haben, ihre Daten zu teilen, sagt Dominique Roche. Sie fürchten, dass jemand Fehler in ihren Studien identifiziert oder dass andere ihre Daten für die Veröffentlichung eines Artikels verwenden, ohne sie in die neue Forschung einzubeziehen.

Seit einigen Jahren führt die Schweiz mehrere Maßnahmen durch, um den Austausch von Forschungsdaten zu fördern und die Offenheit der Wissenschaft zu erhöhen. Dies stellt einen echten kulturellen Wandel dar. Ziel dieser Initiativen ist es, das Handeln, die Transparenz und die Reproduzierbarkeit der wissenschaftlichen Forschung auf nachhaltige Weise zu stärken.

Dominique Roche ist Doktor der Biologie und hat ein Marie Sklodowska-Curie Global Fellowship am Institut für Biologie der Universität Neuchâtel erhalten. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der gemeinsamen Nutzung von Daten (Open Data), einem speziellen Aspekt der offenen Wissenschaft (Open Science), in ihrem Fachgebiet, der Ökologie und Evolution. Seine jüngsten Arbeiten zeigen, dass die von einigen wissenschaftlichen Zeitschriften eingeführte Politik des Datenaustauschs zu einem Anstieg der offenen Daten geführt hat, dass aber ihr Potenzial für die Wiederverwendung und ihr Nutzen für die Wissenschaft derzeit noch begrenzt sind.