BAFU stimmt Abschussgesuch für einen Jungwolf aus dem Rudel am Wannaspitz zu

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Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat dem Gesuch des Kantons Graubünden zur Regulierung des Wolfsrudels am Wannaspitz zugestimmt. Der Kanton kann einen Jungwolf zum Abschuss freigeben.

Am 12. August 2022 hat der Kanton Graubünden beim BAFU ein Gesuch eingereicht für eine Regulierung des Wolfsrudels am Wannaspitz. Begründet wurde dies mit 10 gerissenen Schafen trotz ergriffenen Herdenschutzmassnahmen. Mit dem Abschuss von einem Jungwolf will der Kanton eine Verhaltensänderung des Rudels bewirken.

Das BAFU hat am 6. September 2022 dem Gesuch zugestimmt. Nun kann der Kanton Graubünden eine Abschussverfügung erlassen. Diese ist bis zum 31. März 2023 zu befristen. Der Abschuss soll im Bereich der Nutztierherden und im Beisein von mehreren Wölfen erfolgen, damit eine Verhaltensänderung des Rudels bewirkt werden kann.

Kasten: Wölfe in der Schweiz
Der Wolfsbestand in der Schweiz nimmt zu. Aktuell leben in der Schweiz rund 180 Wölfe und 17 Rudel. Der Bundesrat hatte mit dem revidierten Jagdgesetz eine Vorlage erarbeitet, um den wachsenden Wolfbestand besser regulieren und so den Anliegen der Bergregionen Rechnung tragen zu können. Das revidierte Jagdgesetz wurde von der Schweizer Stimmbevölkerung im September 2020 abgelehnt. Das Stimmvolk hat sich damit insbesondere auch gegen den präventiven Abschuss von Wölfen ausgesprochen.

Um die Situation in Gebieten mit wachsendem Wolfbestand kurzfristig zu entschärfen, hat der Bundesrat daher die Jagdverordnung für den Alpsommer 2021 angepasst. Damit können die Kantone rascher in Wolfsbestände eingreifen, zudem wurde der Herdenschutz gestärkt. Angesichts der Herausforderungen für die Alpwirtschaft hat das UVEK das BAFU zudem beauftragt, auf Basis gemeinsam formulierter Forderungen von 14 Schutzund Nutzungsorganisationen eine weitere Verordnungsänderung per Alpsommer 2023 anzugehen.

Das Parlament ist zudem daran, eine Vorlage zur Änderung des Jagdgesetzes vorzubereiten. Die Umweltkommission des Ständerates hatte im Oktober 2021 die Parlamentarische Initiative «Wachsende Wolfsbestände geraten ausser Kontrolle und gefährden ohne die Möglichkeit zur Regulierung die Landwirtschaft» eingereicht. Diese will, dass in der Schweiz der Wolfsbestand neu vorausschauend reguliert werden kann, um Schäden an Nutztieren und die Gefährdung von Menschen zu vermeiden. Die geltende Gesetzgebung erlaubt eine Regulierung erst, nachdem grosser Schaden oder eine erhebliche Gefährdung aufgetreten sind. In seiner Stellungnahme vom 31. August 2022 unterstützt der Bundesrat das Bestreben des Parlaments, die Wolfspopulation in der Schweiz wirksam zu regulieren. Er erachtet auch die vorgesehene Erweiterung des Handlungsspielraums beim Abschuss von Einzelwölfen als sinnvoll. Diese sieht vor, dass die Kantone Wölfe entfernen dürfen, die dem Menschen gefährlich werden.

Die Zuständigkeiten bleiben unverändert: Für die Verfügung von Abschüssen von Einzeltieren, die Schaden anrichten, sind die Kantone zuständig. Wenn sie in ein Rudel eingreifen wollen, braucht es die Zustimmung des Bundesamts für Umwelt BAFU.