Buruli-Ulkus: Medikament gegen eine vergessene Krankheit in Sicht

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Die Tropenkrankheit Buruli Ulcer kann zu verheerenden Hautläsionen sowie dauerha
Die Tropenkrankheit Buruli Ulcer kann zu verheerenden Hautläsionen sowie dauerhaften Entstellungen und Behinderungen führen - betroffen sind vor allem Kinder in West- und Zentralafrika ( Swiss TPH/Hubert Vuagnat).

Das Buruli-Ulkus ist eine vernachlässigte Tropenkrankheit, die zu schweren Hautveränderungen und Behinderungen führt. Die empfohlene Antibiotikabehandlung ist langwierig und mit schweren Nebenwirkungen verbunden. Forschende des Schweizerischen Tropenund Public Health-Instituts (Swiss TPH), das mit der Universität Basel assoziiert ist, haben mit Partnern eine gegen das Buruli-Ulkus hochwirksame chemische Verbindung entdeckt. Diese könnte zu einer wirkungsvollen Alternative zu den bisherigen Behandlungen führen, berichten die Forschenden in der Fachzeitschrift ‘Nature Communications’.

Das Buruli-Ulkus - eine der am meisten vernachlässigten der ’Neglected Tropical Diseases’ (NTDs) - ist eine chronische, schwer beeinträchtigende und stigmatisierende Hautkrankheit. Die Erkrankung, von der vor allem Kinder in Westund Zentralafrika betroffen sind, kann zu verheerenden Hautläsionen sowie dauerhaften Entstellungen und Behinderungen führen. Das Buruli-Ulkus wird durch Mycobacterium ulcerans verursacht, das zur gleichen Gruppe von Bakterien gehört, welche Tuberkulose (TB) und Lepra hervorrufen. Das Bakterium kommt in der Umwelt vor, doch trotz erheblicher Forschungsanstrengungen ist sein übertragungsmodus auf den Menschen nach wie vor unklar.

Bisherige Behandlung mit Nebenwirkungen

Traditionell wurden die durch das Buruli-Ulkus verursachten Hautverletzungen durch weitreichendes Herausschneiden chirurgisch entfernt. Seit 2004 empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch die Behandlung mit einer Antibiotika-Kombination: mit oral verabreichtem Rifampicin und injiziertem Streptomycin. In ärmeren Gebieten sind solche Operationen oft nicht möglich, und die Kombinationstherapie erfordert tägliche Besuche in Gesundheitszentren über einen Zeitraum von acht Wochen. Zudem können die Antibiotika zu schweren Nebenwirkungen führen - so erleiden über 20% der behandelten Patienten einen Hörverlust. Die Angst vor dem Auftreten von Rifampicin-Resistenz erhöht den Druck, neue und bessere medikamentöse Behandlungsmethoden zu entwickeln.