Drei Professorinnen und sechs Professoren ernannt

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Energietechnik, Kryptographie und Computergestützte Simulation; Interaktionen von Mensch, Tier und Landschaft, Forschung an Biosystemen vom menschlichen Gehirn bis in den Nanometerbereich. Die frisch ernannten Professorinnen und Professoren vertreten ein breites Spektrum zukunftsträchtiger Themen.

Alle vom ETH-Rat auf Antrag von ETH-Präsident Joël Mesot ernannten, respektive beförderten Persönlichkeiten haben sich auf ihrem Gebiet bereits einen Namen gemacht.

Die neuen Professorinnen und Professoren im Kurzporträt:

André Bardow (*1974), zurzeit Professor an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, Deutschland, zum ordentlichen Professor für Energieund Prozesssystemtechnik. André Bardow ist ein internationaler renommierter Wissenschaftler. Sein Forschungsschwerpunkt liegt an der Schnittstelle zwischen Energieund Verfahrenstechnik und zielt auf die Entwicklung nachhaltiger Energieund Materialumwandungstechnologien ab. Damit leistet er Beiträge zur Entwicklung erneuerbarer Energiesysteme, etwa durch die Nutzbarmachung von Kohlenstoff aus Biomasse und Kohlendioxid. Mit der Berufung von André Bardow stärkt die ETH Zürich strategische Bereiche der Energiewissenschaften und -technologie sowie der Verfahrenstechnik und die Lehre von Schlüsseldisziplinen.

Laura De Lorenzis (*1974), zurzeit Professorin an der Technischen Universität Braunschweig, Deutschland, zur ordentlichen Professorin für Numerische Mechanik. Laura De Lorenzis ist eine anerkannte Expertin für computergestützte Simulationsmethoden. Diese wendet sie über Längenund Zeitskalen hinweg an, um komplexes Materialverhalten vorhersagen zu können. Ihre Forschung, die unter anderem mit einem ERC Starting Grant ausgezeichnet wurde, ist ausgesprochen interdisziplinär und beschäftigt sich zum Beispiel mit Versagensmechanismen einer breiten Palette von Materialien. Mit der Berufung von Laura De Lorenzis kann die ETH Zürich ihre Kompetenzen im den Bereichen Festkörpermechanik, moderne Simulationsmethoden sowie Bruchund Versagensanalyse ausbauen.

Prof. Teresa Galí-Izard (*1968), zurzeit ausserordentliche Professorin an der Harvard Graduate School, Cambridge, USA, zur ordentlichen Professorin für Landschaftsarchitektur. Teresa Galí-Izards Forschung fokussiert auf die Schnittstelle zwischen Landschaftsarchitektur und Agronomie und auf die regenerativen Interaktionen zwischen Menschen, Tieren und Landschaft. Ihr besonderes Interesse gilt dabei Fragen der Nachhaltigkeit. Ihre Resultate tragen dazu bei, den biologischen Wert und die Struktur von Landschaften zu erhalten und liefert so Ansätze gegen den rasanten Verlust an Biodiversität. Mit der Berufung von Teresa Galí-Izard verstärkt die ETH Zürich die Verbindungen zwischen dem landschaftsarchitektonischen Entwurf und den Gebieten Bodenkunde, Pflanzenphysiologie und Ökologie.

Dennis Hofheinz (*1979), zurzeit ordentlicher Professor am Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe, Deutschland, zum ordentlichen Professor für Informatik. Dennis Hofheinz ist ein in der internationalen Forschungsgemeinschaft breit verankerter Spezialist für Kryptographie. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf mathematischen Sicherheitsdefinitionen für verschiedene Typen kryptografischer Verfahren und auf der Entwicklung neuer Methoden für Sicherheitsbeweise. Mit seinen Resultaten leistet er wichtige Beiträge zu Themen wie E-Voting, Blockchain-Systemen und digitalem Geld. Mit der Berufung von Dennis Hofheinz stärkt die ETH Zürich den stark an Bedeutung gewinnenden Bereich der Cybersecurity.

Gabriela Hug (*1979), zurzeit ausserordentliche Professorin an der ETH Zürich, zur ordentlichen Professorin für Elektrische Energieübertragung. Gabriela Hug ist eine international viel beachtete und preisgekrönte Wissenschaftlerin. Ihr Arbeitsgebiet liegt im Entwurf und in der Optimierung von zukünftigen Energienetzen. Ihre Stossrichtung ist, erneuerbare Energien in die Energienetze zu integrieren und damit den schrittweisen Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung zu unterstützen. Die optimale Regelung der Netzführung strebt sie mit Hilfe von verteilten, dezentralen Reglerkonzepten an. Ihr starker Praxisbezug wird durch namhafte Industriepartnerschaften dokumentiert. Mit der Ernennung von Gabriela Hug zur ordentlichen Professorin sichert sich die ETH Zürich eine überaus innovative und produktive Wissenschaftlerin mit grossem Potential.

Giacomo Indiveri (*1967), zurzeit ausserordentlicher Professor an der Universität Zürich, zum ausserordentlichen Professor für Neuromorphische Kognitive Systeme. Giacomo Indiveri erforscht die natürlichen neuronalen Strukturen und Prozesse im Gehirn, um sie künstlich nachzubilden und in den Computerwissenschaften einzusetzen. Sein Ziel ist, anhand neuromorpher Prinzipien sogenannte autonome kognitive Systeme aufzubauen, wie beispielsweise ein Cochlea-Implantat, also eine Hörprothese für Gehörlose. Giacomo Indiveris Beiträge wurden bereits zweimal mit ERC Grants gewürdigt. Mit seiner Berufung zum Doppelprofessor stärkt die ETH Zürich ihre Kompetenzen auf dem Gebiet des Neuromorphic Engineering und vertieft die Zusammenarbeit mit der Universität Zürich.

Christoph Müller (*1978), zurzeit ausserordentlicher Professor an der ETH Zürich, zum ordentlichen Professor für Energiewissenschaft und Engineering. Christoph Müller ist ein international sichtbarer und sowohl in der Fachwelt als auch innerhalb der ETH Zürich sehr gut vernetzter Wissenschaftler, der 2018 einen ERC Consolidator Grant erhalten hat. Er beschäftigt sich mit Forschungsproblemen an der Schnittstelle zwischen Maschinenund Chemieingenieurwissenschaften mit dem Ziel, neue Verfahren der Energieumwandlung mit massiv reduziertem CO2-Ausstoss zu entwickeln. Dabei hat er sowohl numerische als auch experimentelle Methoden erfolgreich weiterentwickelt. Mit der Ernennung von Christoph Müller zum ordentlichen Professor sichert sich die ETH Zürich einen brillanten Wissenschaftler mit hohem Engagement für die Entwicklung der Hochschule.

Romain Quidant (*1975), zurzeit Professor am Institute of Photonic Sciences in Barcelona, Spanien, zum ordentlichen Professor für Nanophotonik. Romain Quidant beschäftigt sich mit nanophotonischen Prinzipien und Geräten und ist weltweit führend in mehreren Schlüsselthemen. So entwickelte er beispielsweise die plasmonische Nanopinzette, mit deren Hilfe Proben von Biomolekülen und kleinen Viren bis hinab zu einer Grösse von 10 Nanometern gehandhabt werden können. Weiter gilt er als einer der Begründer der Nano-Optomechanik, in der Nanopartikel durch Laserstrahlen zum Schweben gebracht und untersucht werden. Die Forschung von Romain Quidant erweitert die Aktivitäten der ETH Zürich in den Bereichen Biomaterialien, Biomechanik und Robotik um eine wichtige Dimension.

Konrad Tiefenbacher (*1980), zurzeit ausserordentlicher Professor an der Universität Basel und am Departement Biosysteme der ETH Zürich, zum ausserordentlichen Professor für Synthese von Funktionellen Modulen (Doppelprofessur mit der Universität Basel). Konrad Tiefenbachers Forschungsfokus im Bereich selbstorganisierter katalytisch aktiver molekularer Kapseln befasst sich mit einem sehr anspruchsvollen supramolekularen Thema an der Schnittstelle zwischen organischer Chemie und Biochemie. Die hervorragende Qualität und Originalität seiner Forschung hat Konrad Tiefenbacher unter anderem durch das Einwerben eines ERC Starting Grants unter Beweis gestellt. Mit seiner Ernennung zum ausserordentlichen Professor stärkt die ETH Zürich ihr Profil in einem zukunftsweisenden Bereich.

Dr. Jürg Schweizer (*1960), zurzeit Leiter des WSL-Instituts für Schneeund Lawinenforschung in Davos, und Lehrbeauftragter an der ETH Zürich, zum Titularprofessor der ETH Zürich. Jürg Schweizer ist einer der weltweit führenden Forscher im Bereich der Schneemechanik, der Lawinenkunde und der Lawinenrettung. Er ist national und international bestens vernetzt und engagiert sich stark in verschiedenen wissenschaftlichen internationalen und nationalen Gremien. Seine Lehrtätigkeit an der ETH Zürich wird von den Studierenden konstant als sehr gut bewertet.

Verabschiedungen

Marc Angélil (*1954), zurzeit ordentlicher Professor für Architektur und Entwurf, trat Ende Juli 2019 in den Ruhestand. Marc Angélil kam 1994 an die ETH Zürich und wurde 1997 auf seine heutige Stelle berufen. Sein Forschungsinteresse gilt den Entwicklungen im Städtebau und sozial-räumlichen Strukturen, die er in grossstädtische Regionen in Europa, Asien und den USA untersucht. Die Erarbeitung von Strategien zur Unterstützung nachhaltiger Stadtentwicklungsprozesse steht dabei im Vordergrund. Für die ETH Zürich wie auch sein Departement hat er sich immer mit grossem Engagement eingesetzt und prägend in unterschiedlichen Rollen und Funktionen agiert. Neben seiner erfolgreichen akademischen Tätigkeit arbeitet er als Architekt und führt zusammen mit zwei Partnern ein Architekturbüro mit Sitzen in Los Angeles und Zürich.

Hans Rudolf Heinimann (*1954), zurzeit ordentlicher Professor für Forstliches Ingenieurwesen, wird am 1. Februar 2020 in den Ruhestand treten. Hans Rudolf Heinimann wurde 1991 an die ETH Zürich berufen und 1997 auf seine heutige Position befördert. Im Verlauf seiner erfolgreichen Karriere hat er sich ein umfangreiches internationales Netzwerk aufgebaut. Bis vor kurzem hat er als Direktor des Forschungsprogramms Future Resilient Systems am Singapore-ETH Centre gewirkt. Seine aktuellen Forschungsinteressen werden davon geleitet, wie sich komplexe, technisch-soziale Systeme robuster und widerstandsfähiger gestalten lassen. Hans Rudolf Heinimann hat sich in überdurchschnittlichem Mass für die Belange der ETH Zürich eingesetzt, sowohl in Lehre und Forschung als auch in der akademischen Selbstverwaltung.

Karin Würtz (*1978), zurzeit Assistenzprofessorin für Immunoengineering und Regenerative Medizin, wird die ETH Zürich Ende September 2019 verlassen. Karin Würtz ist eine international anerkannte Expertin für Entzündungsprozesse in Geweben des Bewegungsapparats. Ihr Ziel ist, die Entzündung mittels natürlicher und synthetischer Wirkstoffe so zu steuern, dass eine Degeneration verhindert werden kann bzw. eine Regeneration begünstigt wird. Karin Würtz verlässt die ETH Zürich, um dem Ruf an eine andere Hochschule zu folgen.

Redaktion