Ehemaliger NASA-Forschungschef kommt an die ETH Zürich

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(Bild: ETH Zürich)
(Bild: ETH Zürich)
Von 2016 bis 2022 hat Thomas Zurbuchen die Forschung der Weltraumbehörde NASA verantwortet. Ab August Übernimmt er die Leitung von ETH Zürich Space. Mit dieser Initiative soll die Weltraumforschung und -lehre an der ETH ausgebaut und die Zusammenarbeit mit der Raumfahrt-Industrie gestärkt werden.

Er gilt als einer der einflussreichsten Forscher der Welt und hat die Weltraumwissenschaft entscheidend mitgeprägt. Nach über 20 Jahren in den USA kehrt Thomas Zurbuchen zurück in sein Heimatland. Ab August wird er als ETH-Professor für Weltraumwissenschaft und -technologie die Initiative ETH Zürich Space leiten.

«Mit seinem Know-how und seinem weltweiten Netzwerk ist Thomas Zurbuchen der perfekte Leiter von ETH Zürich Space.»


«Wir haben ETH Zürich Space im Oktober 2022 gegründet, um die Weltraumforschung und -lehre an der ETH auszubauen und die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wissenschaft, Industrie sowie mit Weltraumbehörden wie der ESA und NASA zu stärken. Mit seinem Know-how und seinem weltweiten Netzwerk ist Thomas Zurbuchen der perfekte Leiter dieser Initiative», erklärt die Vizepräsidentin für Wissenstransfer und Wirtschaftsbeziehungen Vanessa Wood. Zusammen mit dem Departement Erdwissenschaften und ihrem Team war sie massgeblich dafür verantwortlich, dass sich Thomas Zurbuchen für die ETH Zürich entschieden hat.

Mond-Roboter, Marsbeben und erdähnliche Exoplaneten

Schon heute gibt es viel ETH-Forschung mit einem Bezug zum Weltraum: So entwickeln Forschende unter anderem Roboter für den Einsatz auf dem Mond, suchen nach erdähnlichen Exoplaneten und untersuchen Beben auf dem Mars. Ausserdem entwickeln Wissenschaftler Technologie für die Raumfahrtindustrie und Sensoren, um Daten aus dem Weltall zu nutzen, während andere Forschende Weltraumdaten für ihre Klimaund Sicherheitsforschung verwenden. Dutzende ETH-Studierende bauen Weltraumraketen im Studierendenverein ARIS und über zwanzig ETH-Spin-offs haben eine direkte Verbindung zum Weltraumbereich.

«Die Technologie und Weltraumforschung an der ETH ist auf einem hohen Niveau. Das habe ich dank der ETH-Beiträge zum James Webb Teleskop und zur InSight Mars Mission schon als Forschungschef bei der NASA hautnah mitbekommen. Das Potenzial der ETH ist aber noch weitaus grösser bezüglich Wissenschaft, Technologie und auch Unternehmertum», sagt Thomas Zurbuchen.

Schweiz und Europa sollen profitieren

In seiner neuen Funktion möchte er die Weltraumforschung an der ETH, aber auch in der ganzen Schweiz und in Europa auf ein neues Level bringen: «Der Raumfahrtsektor erfährt weltweit eine rasante Dynamik. Wir wollen sicherstellen, dass die Schweiz und Europa die neuen Chancen nutzen, wettbewerbsfähig bleiben und ihre internationale Sichtbarkeit erhöhen. Die ETH Zürich ist für mich der beste Ort, um diese Visionen voranzubringen», erklärt der ehemalige NASA-Wissenschaftsdirektor.

«Ich möchte einen der weltweit besten interdisziplinären Masterstudiengänge in Weltraumwissenschaft und -technologie lancieren, um die nächste Generation von Raumfahrtführungskräften auszubilden.»


Ab August 2023 wird er Forschende dabei unterstützen, die Kooperationen mit Unternehmen aus der Raumfahrt auszubauen und führende Rollen bei grossen Missionen der ESA, NASA und weiteren Raumfahrtagenturen einzunehmen. Zu diesem Zweck möchte er auch noch stärker mit anderen Hochschulen zusammenarbeiten. Daneben wird er weiterhin international als Speaker und Berater tätig sein, weshalb er in einem 60-Prozent-Pensum für die ETH Zürich arbeiten wird. Seine Ziele möchte Thomas Zurbuchen innerhalb der nächsten drei Jahre erreichen, deshalb ist seine Stelle zunächst auf drei Jahre angesetzt.

Neuer Masterstudiengang in Weltraumwissenschaft

Neben dem Ausbau von Forschung und Wissenstransfer wird sein Fokus als ETH-Professor auf der Lehre liegen: «Ich möchte einen der weltweit besten interdisziplinären Masterstudiengänge in Weltraumwissenschaft und -technologie lancieren, um die nächste Generation von Raumfahrtführungskräften auszubilden», sagt Zurbuchen.

«Von Thomas Zurbuchens neuer Funktion an der ETH Zürich wird die Weltraumforschung in der Schweiz und in ganz Europa enorm profitieren.»


Dieses wie auch die anderen Ziele des ehemaligen NASA-Direktors decken sich mit den strategischen Plänen der Schulleitung, sagt ETH-Präsident Joël Mesot. «Deswegen freut es mich umso mehr, dass sich Thomas Zurbuchen trotz zahlreicher Angebote von Top-Universitäten aus der ganzen Welt für die ETH Zürich entschieden hat. Davon wird die Weltraumforschung in der Schweiz und in ganz Europa enorm profitieren», ist der ETH-Präsident Überzeugt.
Anna Maltsev