Ein ausgezeichneter Pavillon für zirkuläres Bauen

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Der Re-Use Pavillon auf dem ETH-Campus Hönggerberg ist mit einem Arc Award geehr
Der Re-Use Pavillon auf dem ETH-Campus Hönggerberg ist mit einem Arc Award geehrt worden. Dieser Preis ehrt jährlich die besten Bauten der Schweiz. (Bilder: Elias Knecht)

In einem praktischen Lehrprojekt errichteten ETH-Studierende mit Materialien der abgerissenen Huber Pavillons ein Bauwerk ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft. Nun ist der Re-Use Pavillon auf dem ETH-Campus Hönggerberg mit einem Arc Award geehrt worden.

Im Sommer 2022 mussten auf dem ETH-Campus Hönggerberg drei temporäre Holzbauten - die Huber-Pavillons - einem Neubau weichen. Das Lehrprojekt CircÛbi nutzte diese Gelegenheit: Unter der Co-Leitung zweier ETH-Professorinnen, der Bauingenieurin Catherine De Wolf und der Architektin Momoyo Kaijima, erfassten Studierende die Bauelemente (oder Bauteile) der demontierten Lehrgebäude, um die Materialien nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft wiederzuverwenden.

«Als Ingenieure arbeiten wir mit verschiedenen Akteuren zusammen, um das Potenzial von Wiederverwendung und Regeneration zu fördern und zu realisieren.»



Ein ganzes Semester lang beschäftigten sich rund 30 Studierende aus den Bereichen Bauingenieurwissenschaften, Architektur, Maschinenbau, Informatik und Materialwissenschaften mit Fragen der Wiederverwendung von Baustoffen. Um die logistische Herkulesaufgabe zu meistern, inventarisierten sie die Bauteile mit gelaserten QR-Codes und schufen so eine digitalisierte Schnittstelle - die es ihnen ermöglichte, aus wiederverwendeten Holzbauteilen ein neues Bauwerk zu schaffen: den Re-Use Pavillon auf dem ETH-Campus Hönggerberg. Nun ist das Kunstwerk der Kreislaufwirtschaft mit dem Schweizer Architekturpreis Arc Award in der Kategorie «Next Generation» ausgezeichnet worden.

Die Jury würdigte insbesondere, dass dieses Studienprojekt im Zusammenspiel von verschiedenen Disziplinen entwickelt worden ist und anerkannte weiterhin, dass es ein Musterbeispiel für Methoden der Kreislauftwirtschaft und der Nachnutzung von Baumaterialien sei.

« Zirkuläres Bauen erfordert kollaboratives Schaffen: Die Überbrückung verschiedener Disziplinen und die Nutzung digitaler Technologien sind dringend erforderlich, um die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft im Bausektor zu verbreiten. Als Ingenieure arbeiten wir daher mit verschiedenen Akteuren zusammen, um das Potenzial von Wiederverwendung und Regeneration zu fördern und zu realisieren » , sagt Catherine De Wolf.

Möglich wurde das Projekt unter anderem durch die Kooperation mit externen Partner:innen, darunter Barbara Buser, Pascal Angehrn vom «Baubüro in situ», Mathis Jedele und Christoph Angehrn von B3 Kolb, und Michael Wick von «Wiederverwekle».

Michel Büchel