Gebäude- und Umwelttechnologie-Cluster in Luzern

Der Kanton Luzern und die Gemeinde Reiden unterstützen die Entstehung eines Gebäude- und Umwelttechnologie-Cluster am Standort des strategischen Arbeitsgebietes in Reiden Mehlsecken (SAG Reiden). Die Firma swisspor will dort einen Produktionsstandort für moderne Dämmstoffe erstellen und die Hochschule Luzern ist daran interessiert, am Standort Reiden die bestehende Forschungskooperation mit der swisspor weiterzuentwickeln und thematisch auszuweiten. Weitere Ansiedlungen im Bereich Gebäude- und Umwelttechnologie sind vorgesehen.

Im Richtplan des Kantons Luzern sind drei Standorte als strategische Arbeitsgebiete (SAG) ausgeschieden, eines davon in Reiden Mehlsecken. SAG sind mit Reservezonen planungsrechtlich gesicherte Gebiete, die ausschliesslich für die Ansiedlung von volkswirtschaftlich bedeutenden Grossbetrieben (strategische Unternehmen) vorbereitet werden. In SAG strebt der Kanton Luzern Ansiedlungen mit hoher Wertschöpfung und einer hohen Anzahl qualifizierter Arbeitsplätze an.

Das Innerschweizer Unternehmen swisspor hat sich das Areal kaufrechtlich gesichert und erfüllt die notwendigen Bedingungen mit seinem Nutzungskonzept. Die raumplanerischen, umweltrechtlichen und verkehrlichen Herausforderungen (wie z.B. die flächengleiche Kompensation der Fruchtfolgeflächen) werden im startenden Verfahren detailliert geprüft, werden aber als grundsätzlich lösbar beurteilt. Der Kanton Luzern und die Gemeinde Reiden unterstützen deshalb die geplante Ansiedlung.


Regierungsrat Fabian Peter, Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartementes dazu: «Wir unterstützen die Entstehung eines Gebäude- und Umwelttechnologie-Clusters mit swisspor und der Hochschule Luzern. Es ist in doppelter Hinsicht eine Chance für die Region und unseren Kanton: Einerseits entstehen Arbeitsplätze, Innovation und Wertschöpfung und andererseits ermöglicht das Cluster einen Beitrag zur Erreichung unserer Klimaziele.»

Cluster im Bereich der Gebäude- und Umwelttechnologie in Partnerschaft mit der Hochschule Luzern

Das rund 200’000 m2 grosse Grundstück soll in zwei Parzellen unterteilt werden, die auf der Grundlage des definierten Nutzungskonzepts entwickelt werden. swisspor beabsichtigt, auf einer Grundstücksfläche von 145’000 m2 ein neues Produktionswerk für mineralische Dämmstoffe und ein eigenes Dienstleistungszentrum zu errichten. In Ergänzung dazu soll auf der restlichen Fläche ein Cluster von Forschungseinrichtungen und Unternehmungen im Bereich Gebäude- und Umwelttechnologie entstehen. Als Partnerin mit dabei ist die Hochschule Luzern. Die Anbindung zur Forschung und Entwicklung soll breit abgestützt werden. Der Switzerland Innovation Park Central sieht sich in der Rolle der Koordinationsstelle für den Aufbau des Kompetenzzentrums und als Schnittstelle zu Industrie- und Start-up-Firmen. Auch wurden Gespräche mit der Empa aufgenommen.

Ziel ist es, weitere branchenverwandte Betriebe (Komplementärnutzende) anzusiedeln, um so Synergien in der Forschung und Entwicklung klimaneutraler und kreislauffähiger Baustoffe und Bauteile zu erwirken. Für die Sicherstellung der Umsetzung des Nutzungskonzepts und der Weiterentwicklung des SAG Reiden wird eine Steuerungsgruppe eingesetzt. Sie setzt sich zusammen aus Vertretern von Kanton, Gemeinde, swisspor, Wirtschaftsförderung und unabhängigen Experten.

Weitere Verfahrensschritte

Im Nutzungsplan der Gemeinde Reiden ist das Gebiet als Reservezone zoniert. Das ganze Areal des SAG soll gesamthaft eingezont werden. Nebst dem kommunalen Nutzungsplanungsverfahren braucht es auch ein Baubewilligungsverfahren, im Rahmen dessen auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung stattfindet.

Die Realisierung des swisspor-Werks wie auch der Komplementärnutzungen erfolgt in Etappen.

Klimaschutz dank besserer, kreislauffähiger Gebäudehülle

Mehr als 1 Million Immobilien in der Schweiz sind sanierungsbedürftig. Der Schweizer Gebäudepark verbraucht etwa 100 TWh oder rund 45 Prozent des Endenergiebedarfs der Schweiz. 75 Prozent (von 100 TWh) entfallen auf die Heizung. Die Energiestrategie 2050 sieht für den schweizerischen Gebäudepark einen Verbrauch von 55 TWh im Jahr 2050 vor, was knapp der Hälfte des heutigen Bedarfs entspricht. 24 Prozent der Treibhausgasemissionen in der Schweiz werden durch Gebäude verursacht. Folglich muss der Gebäudepark erneuert und müssen Neubauten mit kreislauffähigen Materialien klimaneutral erstellt werden.

Innovative, energieeffiziente und kreislauffähige Gebäudehüllen tragen wesentlich zur Reduktion der CO2-Emmissionen bei. Das swisspor Projekt «IsoInnovation» kann einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung der Klimaziele und der nationalen Energiestrategie 2050 leisten. Der Bausektor ist mit über 80% respektive jährlich 74 Millionen Tonnen der grösste Abfallproduzent der Schweiz. Obwohl ein überwiegender Anteil des Aushub- und Ausbruchmaterials einer Verwertung zugeführt werden kann, ist die Menge an Rückbaumaterialien (5 Millionen Tonnen), die ungenutzt auf Deponien oder in Verbrennungsanlagen landen, beachtlich. Gelingt es, diese Materialen und Produkte einem Kreislauf zuzuführen, können Rohstoffe gewonnen und immer wieder von Neuem verwendet werden. Davon profitieren sowohl die Umwelt wie auch die Schweizer Volkswirtschaft.


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