Im Jahr 2020 fühlten sich vier von zehn Studierenden häufiger deprimiert als zu normalen Zeiten

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(Bild Depositphotos)

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Finanzielle Situation und psychische Gesundheit der Studierenden während der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 Im Jahr 2020 fühlten sich vier von zehn Studierenden häufiger deprimiert als zu normalen Zeiten

24.11.2022 - 2020 haben sich die Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Massnahmen auf die psychische Gesundheit zahlreicher Hochschulstudentinnen und -studenten ausgewirkt. Zwischen 30% und 49% von ihnen - und damit mehr als zu normalen Zeiten Überichteten über Symptome im Zusammenhang mit Depressionen und Angststörungen oder über Gefühle der Einsamkeit. Auf die finanzielle Situation der meisten Studierenden hatte die Pandemie hingegen keine Auswirkungen; bei den am stärksten gefährdeten Gruppen hat sich diese allerdings verschlechtert. Am stärksten betroffen waren Studierende mit Migrationshintergrund sowie jene des Fachbereichs Musik, Theater und andere Künste. Dies zeigen die Ergebnisse des vom Bundesamt für Statistik (BFS) erstellten Themenberichts zur Hochschulabsolventenbefragung.

In der Publikation wird untersucht, inwiefern sich die Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Massnahmen auf die finanzielle Situation und die psychische Gesundheit der Studierenden mit Abschlussjahrgang 2020 ausgewirkt haben. Den Ergebnissen zufolge gab die Hälfte (49%) an, während der Pandemie häufiger oder viel häufiger als zu normalen Zeiten Gefühle der Nervosität, Ängstlichkeit oder Anspannung verspürt zu haben. 42% fühlten sich einsam, 39% waren häufiger niedergeschlagen, bedrückt oder hoffnungslos, 38% hatten wenig Interesse oder Freude an ihren Aktivitäten und 30% waren nicht in der Lage, Sorgen zu stoppen oder zu kontrollieren.

Psychische Gesundheit: Frauen und junge Studierende am stärksten betroffen

43% der Studierenden der jüngsten Altersgruppe (bis 25 Jahre) gaben an, dass sie während der Pandemie häufiger oder viel häufiger niedergeschlagen, bedrückt oder hoffnungslos waren als zu normalen Zeiten. Bei den älteren Studierenden ist dieser Anteil mit 26% bis 35% weniger hoch. Dieser Alterseffekt zeigt sich auch in der ständigen Wohnbevölkerung. Zudem gibt es Unterschiede je nach Geschlecht. So berichteten Frauen häufiger, von Niedergeschlagenheit, Bedrücktheit oder Hoffnungslosigkeit betroffen gewesen zu sein als Männer (44% bzw. 33%).

Eine Minderheit nahm pandemiebedingt psychologische Unterstützung in Anspruch

Lediglich 2,9% der Studierenden gaben an, sich im Jahr 2020 aufgrund der Pandemie an einen psychologischen Betreuungsdienst oder eine Beratungsstelle gewandt zu haben, obwohl zwischen 30% und 49% nach eigenen Angaben von pandemiebedingten psychischen Problemen betroffen waren. 9,1% der Studierenden haben 2020 hingegen unabhängig von der Pandemie einen Betreuungsdienst oder eine Beratungsstelle konsultiert.

Eine Minderheit der Studierenden gab an, im Jahr 2020 aufgrund der Pandemie mehr finanzielle Schwierigkeiten gehabt zu haben als zu normalen Zeiten: 15% berichteten von unzureichenden Einnahmen zur Deckung der Ausgaben, 6% von ausstehenden Rechnungen, 6% von einem negativen Saldo auf ihrem Konto und 7% von Einschränkungen bei den Grundbedürfnissen.

Finanzielle Schwierigkeiten: Einflussfaktor Migrationshintergrund

Der Migrationshintergrund ist ein Risikofaktor: Unter den Studierenden der zweiten Migrationsgeneration hatten 17% im Jahr 2020 wegen der Pandemie mit unzureichenden Einnahmen zu kämpfen; bei den Studierenden der ersten Generation mit Schweizer Zulassungsausweis waren es 19% und bei jenen mit ausländischem Zulassungsausweis 23%. Bei den Studierenden ohne Migrationshintergrund belief sich der Anteil hingegen auf 11%.

Im Jahr 2020 erhielten im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie lediglich 2,5% der Studierenden finanzielle Hilfe von ihrer Hochschule. Die Anteile bei den anderen ausserordentlichen Hilfen schwanken zwischen 0,5% für die Indikatoren «Stipendien/Darlehen», «finanzielle oder materielle Hilfe von Freund/innen, Nachbar/innen oder Mitstudierenden» sowie «materielle Hilfe von Vereinen» und 4,9% für den Indikator «finanzielle oder materielle Hilfe von der Familie oder von der Partnerin bzw. dem Partner».

Musik, Theater und andere Künste am stärksten betroffen

Die finanzielle Situation der FH-Studierenden im Fachbereich Musik, Theater und andere Künste hat sich 2020 im Zuge der Covid-19-Pandemie stark verschlechtert. Jede zweite Person (51%) gab an, über unzureichende Einnahmen zur Deckung der Ausgaben zu verfügen, und jede fünfte Person (20%) war mit Einschränkungen bei den Grundbedürfnissen konfrontiert. Werden alle Studierenden betrachtet, beläuft sich der Anteil auf 15% bzw. 7%. 19,6% der Studierenden des Fachbereichs Musik, Theater und andere Künste erhielten zudem ausserordentliche finanzielle Hilfe von ihrer Hochschule. In Bezug auf die psychische Gesundheit gaben 53% von ihnen an, dass sie vermehrt niedergeschlagen, bedrückt oder hoffnungslos waren als zu normalen Zeiten (verglichen mit 39% bei den Studierenden insgesamt).

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