Institut für Studien zum Nahen Osten und zu muslimischen Gesellschaften (ISNO): Universitätsleitung ergreift Massnahmen

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Das Hautgebäude der Universität Bern. © Universität Bern
Das Hautgebäude der Universität Bern. © Universität Bern

Um die Qualität in Lehre, Forschung und Dienstleistung zu sichern und die Glaubwürdigkeit des ISNO wieder herzustellen, trifft die Universität Bern verschiedene Massnahmen. Dem Dozenten, der die inakzeptablen X-Postings veröffentlichte, wird fristlos gekündigt. Zudem wird eine Administrativuntersuchung des gesamten Instituts eingeleitet. Während dieser Untersuchung wird die Co-Institutsleiterin Serena Tolino von ihren Aufgaben entbunden.

Die Universität Bern sieht sich mit einem für sie präzedenzlosen Fall konfrontiert, der in der öffentlichkeit eine enorme Resonanz ausgelöst hat. Die von einem Dozenten des ISNO veröffentlichten X-Postings sind inakzeptabel; die Universität verurteilt jegliche Art von Gewalt und deren Unterstützung.

’Die Universitätsleitung nimmt diese Angelegenheit sehr ernst. Deren Umstände und die Vorgänge am Institut werden nun genau abgeklärt. Das Ziel dabei ist es, die Qualität in Lehre, Forschung und Dienstleistung zum Wohle unserer Studierenden und Mitarbeitenden zu sichern und auch die Glaubwürdigkeit des Instituts wieder herzustellen’, sagt Christian Leumann, Rektor der Universität Bern.

Dozent erhält fristlose Kündigung

Aufgrund einer eingehenden Beurteilung der Sachlage wurde bereits letzte Woche entschieden, den Dozenten des ISNO, der die inakzeptablen Postings auf X publizierte, mit sofortiger Wirkung bis zur abschliessenden Klärung der Konsequenzen freizustellen. Nun wird dem Dozenten fristlos gekündigt. ’Die fristlose Kündigung erfolgt aufgrund des untolerierbaren Verhaltens und des damit einhergehenden Vertrauensverlusts’, erklärt Christoph Pappa, Generalsekretär der Universität Bern und Leiter des Rechtsdienstes.

Administrativun­tersuchung des ISNO

Als weitere Massnahme zur Qualitätssicherung und Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit wird eine Administrativuntersuchung des ISNO eingeleitet. Dabei werden insbesondere die Führung des Instituts, dessen Prozesse und auch seine Positionierung einer externen Begutachtung unterzogen, und die gegen die Leiterin erhobenen Vorwürfe abgeklärt. Diese Administrativuntersuchung wird von em. Dr. Antonio Loprieno geleitet. Antonio Loprieno ist ehemaliger Rektor der Universität Basel und ehemaliger Präsident der Akademien der Wissenschaften Schweiz (SCNAT). ’Wir sind froh, dass wir mit Herrn Loprieno eine sehr kompetente Persönlichkeit für diese anspruchsvolle Aufgabe gefunden haben. Er verfügt als Ägyptologe über viel Fachwissen und kennt sich im Umfeld des Forschungsgebiets aus’, so Rektor Christian Leumann.

Bis zum Abschluss der Untersuchung wird Co-Institutsdirektorin Serena Tolino im Amt eingestellt. Das bedeutet, dass sie während dieser Zeit von ihren Aufgaben entbunden ist, aber zur Verfügung stehen muss, wenn dies die Situation erfordert. So wird sie beispielsweise für die Administrativuntersuchung zur Verfügung stehen. ’Allfällige weitere Massnahmen können aber nur auf gefestigten Grundlagen und unter Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffen werden’, führt Christoph Pappa aus.

Die Administrativuntersuchung wird voraussichtlich etwa zwei Monate in Anspruch nehmen. Die Resultate und daraus folgende Massnahmen werden nach Abschluss der Untersuchung kommuniziert. Antonio Loprieno wird während der Untersuchung nicht für Auskünfte zur Verfügung stehen.

Lehrund Forschungstätigkeit am ISNO

Die Leitung des ISNO wird bis auf weiteres von der zweiten Co-Direktorin, Prof. Nijmi Edres, Übernommen. Sie wird bei dieser Aufgabe durch die Fakultät unterstützt. Der Betrieb am ISNO wird während der Administrativuntersuchung weitergeführt. ’Wir setzen alles daran, dass in Bezug auf die Ausbildung, Forschungstätigkeit und Arbeit am Institut keine Nachteile entstehen’, sagt Peter J. Schneemann, Dekan der Philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern: ’Wir sind derzeit daran, die personellen Ausfälle adäquat zu kompensieren und insbesondere die Lehrveranstaltungen und Betreuungsverhältnisse neu zu organisieren.’




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