International renommierter Experte wird Stiftungsprofessor für Präventivzahnmedizin

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Guglielmo Giuseppe Campus.   zvg

Guglielmo Giuseppe Campus. zvg

WHO-Experte Guglielmo Campus wurde von der Universitätsleitung als Stiftungsprofessor für Präventivzahnmedizin und Orale Epidemiologie gewählt. Das Ziel der Stiftungsprofessur ist es, die orale Gesundheit der Bevölkerung zu erfassen und zu fördern. Guglielmo Campus bringt dafür breite Erfahrung und hohe Expertise mit.

Die Präventivzahnmedizin beschäftigt sich mit den Ursachen, der Entwicklung, der Diagnostik und der Prophylaxe von Erkrankungen der Zähne und des Zahnbettes. Ihr Ziel ist es, die orale Gesundheit der gesamten Bevölkerung zu erhalten und zu verbessern. Dies umfasst beispielsweise die Verbesserung der Zahnpflege von Betagten oder die Mundhygiene-Schulung bei Migrantinnen oder Migranten, bei denen die tägliche Prophylaxe noch keine Routine ist. Dafür bezieht die Präventivzahnmedizin die Patientinnen und Patienten ein, aber auch die Gesundheitspolitik, die Schulen, die Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie das zahnmedizinische Personal.

Die gemeinnützige Lutz-Zürrer-Stiftung zur Förderung der präventiven Zahnmedizin hat den Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern 2016 eine Stiftungsprofessur für Präventivzahnmedizin und Orale Epidemiologie gestiftet. Diese ist vorerst auf zehn Jahre angelegt und wird mit 4 Millionen Franken ausgestattet. Nun hat die Universitätsleitung Guglielmo Campus per 1. Februar zum ausserordentlichen Professor für Präventivzahnmedizin und Orale Epidemiologie gewählt.

Gesundes Verhalten früh fördern

Guglielmo Campus schloss seine Ausbildung an der Zahnmedizinischen Fakultät der Universität Sassari (IT) ab. 2014 wurde er dort ausserordentlicher Professor für Community Dentistry, Kariologie und Kinderzahnmedizin. Zudem ist er Koordinator des italienischen WHO Collaborating Center für Epidemiologie und Community Dentistry. Für das WHO Collaborating Center entwickelt und koordiniert er Massnahmen, um die orale Gesundheit der Bevölkerung in Italien und anderen Ländern wie Mexiko und Burkina Faso zu evaluieren. Zudem entwickelt er Strategien und empfiehlt Massnahmen, um in der Bevölkerung möglichst schon ab dem Kindesalter ein gesundes Verhalten zu fördern - unter anderem durch geringeren Zuckerverbrauch, eine stärkere Tabakkontrolle und erschwinglichere fluoridhaltige Zahnpasta.

Campus ist Mitglied des Forschungsausschusses des italienischen Gesundheitsministers für die Umsetzung der nationalen Leitlinien für die Kariesprävention und der klinischen Empfehlungen in der Kinderzahnheilkunde. Er ist Autor von mehr als 180 wissenschaftlichen Arbeiten aus dem Bereich der Oralen Epidemiologie, der Präventiven Zahnheilkunde, der Kariologie und der Kinderzahnheilkunde.

’Mit Guglielmo Campus berufen wir einen international sehr erfahrenen und vernetzten Experten für Präventivzahnmedizin’, sagt Christian Leumann, Rektor der Universität Bern. Dies komme auch der zahmedizinischen Prävention in der Schweiz zugute, sagt Thomas Imfeld, Präsident der Lutz-Zürrer-Stiftung: ’Durch seine Arbeit für die WHO und das italienische Gesundheitsministerium besitzt Campus ein fundiertes Wissen sowohl über epidemiologische Möglichkeiten zur Erfassung als auch über präventive Massnahmen zur Förderung der oralen Gesundheit der Bevölkerung.’ Hendrik Meyer-Lückel, Direktor der Klinik für Zahnerhaltung, Präventivund Kinderzahnmedizin, sagt: ’Wir freuen uns, mit Campus den hohen Standard der zahnmedizinischen Prävention in Lehre, Klinik und Forschung weiter auszubauen und zur Zahnerhaltung in der Bevölkerung beizutragen.’

Lutz-Zürrer-Stiftung zur Förderung der Präventiven Zahnmedizin

Die Lutz-Zürrer-Stiftung verwaltet den Nachlass des Zahnmediziners Prof. Felix Lutz-Zürrer, der sein Lebenswerk der Verhütung von Zahnerkrankungen gewidmet hat. Die Stiftung bezweckt die Förderung der präventiven Zahnmedizin durch Unterstützung der Forschung der für präventive Zahnmedizin, Parodontologie und Kariologie zuständigen Abteilungen an den zahnmedizinischen Ausbildungsstätten der Universitäten Bern, Genf und Zürich.