Meilenstein in der Wissenschaftskooperation Schweiz -Südafrika

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Bundesrat Guy Parmelin und der südafrikanische Wissenschaftsminister, Blade Nzimande, haben im Rahmen einer Videokonferenz am 27. August 2020 das vor kurzem unterzeichnete Lead-Agency-Abkommen zwischen dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der südafrikanischen National Research Foundation (NRF) als entscheidenden Meilenstein in den wissenschaftlichen Beziehungen begrüsst. Damit wird die Zusammenarbeit zwischen Forschenden aus beiden Ländern deutlich vereinfacht. Es ist das erste Abkommen, das der SNF mit einem Land ausserhalb Europas abschliesst.

An der Videokonferenz zeigten sich der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), Bundesrat Guy Parmelin, und der südafrikanische Minister für Hochschulbildung, Wissenschaft und Technologie, Blade Nzimande, erfreut über das Lead-Agency-Abkommen als wichtiger Pfeiler der ausgezeichneten bilateralen Beziehungen beider Länder.

Die direkte Zusammenarbeit zwischen den Forschungsförderungsagenturen ermöglicht es, dass künftig Wissenschaftler aus der Schweiz und Südafrika gemeinsame Projektgesuche jederzeit und in jedem Fachbereich bei nur einer der Agenturen unterbreiten können. Der Präsident des Nationalen Forschungsrats des SNF, Matthias Egger, der zusammen mit dem Geschäftsführer der südafrikanischen NRF, Molapo Qhobela, an der Videokonferenz teilnahm, unterstrich die Bedeutung des Abkommens, das für den SNF eine Premiere mit einem Land ausserhalb Europas darstellt. Südafrika geht zum ersten Mal überhaupt eine solche Vereinbarung ein. Damit eröffnet sich eine neue, wichtige Phase der bilateralen Wissenschaftskooperation.

Ein bilaterales Abkommen zwischen der Schweiz und Südafrika über die wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit verbindet die beiden Länder seit 2007. Es dient als Basis für das bilaterale Forschungsprogramm, das 2008 lanciert wurde. In diesem Rahmen haben der SNF und die NRF bereits spezifische Ausschreibungen durchgeführt und insgesamt 37 Forschungsprojekte finanziert. Die direkte Zusammenarbeit zwischen den beiden Forschungsförderungsagenturen war ein wichtiges Ziel des bilateralen Programmes, das vom Schweizerischen Tropenund Public Health- Institut, in Zusammenarbeit mit der Universität Basel, als Leading House für Subsahara-Afrika, im Auftrag des Staatsekretariates für Bildung, Forschung und Innovation, koordiniert wird. In diesem Rahmen entwickelt es regelmässig Instrumente für Schweizer Forschende, die an einer Kooperation mit Partnerinnen und Partner aus diese Region interessiert sind.

Ausserdem haben seit 1962 rund 100 südafrikanische Forschende und Kunstschaffende dank eines Bundes-Exzellenz-Stipendiums einen Teil ihrer Karriere an einer Schweizer Hochschule verbracht. Im Zeitraum 2004-2014 fand eine Vervierfachung der gemeinsamen wissenschaftlichen Publikationen von Schweizer und südafrikanischen Forschenden statt.

Mauro Moruzzi, Botschafter
Leiter Abteilung Internationale Beziehungen
Staatssekretariat für Bildung, Forschung
und Innovation SBFI
Tel.+41 79 659 99 10,
mauro.moruzzi@sbfi.admin.ch