Muslimische Verbände können bei der Prävention gegen die Radikalisierung aktiv mitwirken

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über die Radikalisierung und die Betreuung gefährdeter Personen wird gegenwärtig heftig diskutiert. Eine neue Publikation des Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft unterstreicht nun die gesellschaftliche Rolle, die den muslimischen Organisationen im Kampf gegen die Radikalisierung zukommt. Am 16. April 2018 werden die Ergebnisse dieser Studie an einer öffentlichen Veranstaltung in Genf vorgestellt.

Das Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft (SZIG) schliesst sein Projekt «Muslimische Organisationen als gesellschaftliche Akteure» mit der Veröffentlichung von fünf Themenheften, den sogenannten SZIG-Papers ab. Am Montagabend wurde in Zürich die erste Ausgabe vorgestellt, die von der muslimischen Seelsorge in öffentlichen Institutionen handelt. Am kommenden Montag, 16. April 2018, wird das SZIG die zweite Ausgabe veröffentlichen, in der die Bereiche präsentiert werden, in denen die muslimischen Verbände die Massnahmen zur Prävention der Radikalisierung bzw. für den Ausstieg (Disengagement) von gefährdeten Personen mittragen können.
Link zur Publikationsreihe «SZIG-Papers»

Musliminnen und Muslime haben eine Rolle zu spielen
Das SZIG-Paper «Radikalisierungen vorbeugen. Zusammenarbeit zwischen Staat und muslimischen Organisationen» wirft ein neues Licht auf den Radikalisierungsprozess und die Rolle des Salafismus im schweizerischen Umfeld. Die Autoren weisen darin auf die Präventivfunktion hin, welche die Imame wahrnehmen können, insbesondere bei der Kontextualisierung des religiösen Wissens. Es wird überdies aufgezeigt, welch wichtige Rolle den Moscheen als Sozialisationsraum zukommt.
Diese Schlussfolgerungen werden am 16. April 2018 ausführlich in Genf vorgestellt. Im Anschluss an die öffentliche Präsentation der Ergebnisse findet ein Podiumsgespräch statt, an dem betroffene Fachpersonen und muslimische Vereinsverantwortliche miteinander diskutieren. Dieser Abend lädt zum Nachdenken ein: über die Rolle der verschiedenen Akteure im Hinblick auf das Radikalisierungsphänomen, insbesondere vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs des Islamischer Staat.

Die SZIG-Papers
Die SZIG-Papers entstanden aus den Weiterbildungs-Workshops, die im Rahmen des vom Staatssekretariat für Migration (SEM) und der Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) geförderten Projekts «Muslimische Organisationen als gesellschaftliche Akteure» organisiert worden waren. Sie sollen die an diesen Workshops angestossenen überlegungen einem breiten Publikum zugänglich machen. Dieses Frühjahr werden neben den SZIG-Papers zur Seelsorge und zur Prävention drei weitere Hefte erscheinen, wovon das erste den jungen Musliminnen und Muslimen gewidmet sein wird, das zweite der Sexualität und den Geschlechterrollen und das dritte den öffentlichen Debatten über den Islam. Die SZIG-Papers sind auf Deutsch und Französisch auf der Website des SZIG abrufbar.