Neue Stiftungsdozentur für Wildbienengesundheit

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Hummeln (die auch zu den Wildbienen gehören) auf Futtersuche. © Institut für Bie

Hummeln (die auch zu den Wildbienen gehören) auf Futtersuche. © Institut für Bienengesundheit, Universität Bern

Die Universität Bern kann dank Unterstützung der Stiftung Vinetum eine Stiftungsdozentur für Wildbienengesundheit errichten. Diese soll dazu beitragen, den weltweiten Rückgang wilder Bienen zu bekämpfen.

Wilde Bienen spielen als Bestauber eine entscheidende Rolle für die menschliche Ernährung und den Naturschutz. Ihre Bestände sind jedoch massiv im Ruckgang. ’Die Forschung zur Gesundheit der Wildbienen ist noch nicht ausreichend’, sagt Peter Neumann, Vinetum-Stiftungsprofessor für Bienengesundheit am Institut für Bienengesundheit der Universität Bern. ’Um dem Rückgang wilder Bestäuber entgegenzuwirken, ist ein besseres Verständnis der zugrundeliegenden Faktoren unverzichtbar.’ Zu diesen Schlüsselfaktoren fur die Wildbienen-Gesundheit gehören Krankheiten, Umweltverschmutzung, Ernährung und Genetik.

Ausweitung des Engagements der Stiftung Vinetum

Die Stiftung Vinetum, die sich bereits mit der Stiftungsprofessur für die Gesundheit der Honigbienen und für die Erforschung von Infektionskrankheiten an der Universität Bern engagiert, ermöglicht nun eine Assistenzdozentur mit Tenure Track fur Wildbienengesundheit. Damit wird das Gehalt einer Assistenzdozentin oder eines Assistenzdozenten und später einer Dozentin oder eines Dozenten über acht Jahre mit einem Betrag von insgesamt 3 Millionen Franken finanziert. Die Stiftungsdozentur wird in das Institut für Bienengesundheit integriert.

’Die Gesellschaft profitiert davon, wenn die Bestäubung aufrechterhalten bleibt, vor allem weil eine gesunde Ernährung mit bestäubungsabhängigem Obst und Gemüse von entscheidender Bedeutung ist’, sagt Franziska Borer Winzenried, Präsidentin der Stiftung Vinetum und Ehrendoktorin der Universität Bern.

Strategisch wichtiges Thema

’Die Stiftungsdozentur trägt den Zielsetzungen der Universitat Bern in den Bereichen Nachhaltigkeit und Gesundheit - dem ’One Health’-Ansatz, der die Interaktionen zwischen der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt untersucht, Rechnung’, sagt Christian Leumann, Rektor der Universität Bern. Zudem entspreche sie den Zielen des Kantons Bern in Bezug auf die Stärkung der Bienengesundheit.

Innerhalb der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern bedeutet die Stiftungsdozentur eine wichtige Ergänzung: ’Das Institut für Bienengesundheit hat bislang auf vom Menschen gehaltene Honigbienen fokussiert. Die neue Dozentur zu Wildbienen ist somit eine strategisch entscheidende Stärkung von Forschung und Lehre zur Bienengesundheit’. Die Stiftungsdozentur wird eng mit dem Zentrum für Bienenforschung des Kompetenzzentrums des Bundes für landwirtschaftliche Forschung Agroscope zusammenarbeiten und sich international vernetzen. Zudem wird sie interessierten Studierenden der Universitat Bern einen fakultatsubergreifenden Kurs sowie Vorlesungen zur Umweltund Evolutionsmedizin anbieten. ’Ich sehe hier ein grosses Potenzial, die Fakultäten unserer Universität in diesem Kontext sinnvoll zu verknüpfen und zwar weit über die Tiermedizin und Biologie hinaus’, sagt Peter Neumann. Längerfristig soll auch ein eigener akademischer Nachwuchs im Bereich der Wildbienenforschung aufgebaut werden.

Die Stiftungsdozentur wird national und international ausgeschrieben, eine Besetzung ist Mitte 2021 zu erwarten.

Institut für Bienengesundheit

Das Institut wurde im Jahr 2013 gegründet und besteht aus einem internationalen, hochmotivierten Team, dem die Bienen und ihre Gesundheit sehr am Herzen liegen. Priorität des Instituts ist es, die Gesundheit der Bienen zu verstehen und zu verbessern, indem es grundlegende und angewandte Forschung betreibt und Wissen an Studierende, Imkerinnen und Imker und andere Interessengruppen weitergibt. Das Institut fördert die internationale Zusammenarbeit und ist Sitz der globalen Vereinigung COLOSS (Prevention of honey bee COlony LOSSes, www.coloss.org ).

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