Technologie- und Wissenstransfer für die Energiewende auf Gemeindeebene

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Mit welchen Schritten können Schweizer Gemeinden die Energiewende schaffen? Prob
Mit welchen Schritten können Schweizer Gemeinden die Energiewende schaffen? Probleme und Lösungsansätze wurden an der Empa Akademie gemeinsam diskutiert. Bild: Empa

Netzwerk «MUNICIPAL» zu Gast bei der Empa

Unter dem Motto «Ideenfindungsund Ko-Kreationsprozesse zur Förderung des Technologietransfers» diskutierten am 24. November 2023 an der Empa in Dübendorf rund 60 Teilnehmende aus Forschung, Wirtschaft, Kantonen und Gemeinden innovative Ansätze zur Energiewende. Im Hinblick auf eine konkrete Umsetzung in Gemeinden kamen dabei neue Ideen aus den Bereichen Mobilität, Wärmeproduktion und Renovierung zur Sprache.

Im Verlauf des Netzwerktreffens wurde deutlich, dass in vielen Gemeinden in den drei zentralen Bereichen Mobilität, Wärme und Renovierung immer noch Strategien und entsprechende Massnahmen fehlen. Dabei zeigten unter anderem Expertinnen und Experten der Empa auf, wie genaue Betriebsdaten zur Schweizer Fahrzeugflotte (PKW, LKW) den Umbau der Flotte, den Zubau von Ladestationen oder «Shared Mobility»-Konzepte fördern und wie Gebäudesimulationen energetische Sanierungsstrategien unterstützen können. Der Kanton Luzern stellte dar, wie ein öffentlich zugängliches Online-Tool mit GIS-Daten im Bereich Wärme/Kälte den Ausstieg aus Gas und Öl voranbringen kann.

Häufiges Problem: veraltete, nicht zugängliche Daten

In der Diskussion unterstrichen die Teilnehmenden, dass es in allen Bereichen an guten Daten mangle. So sei zum Beispiel das hiesige Gebäudeund Wohnungsregister (GWR) oft nicht aktuell. Oft verfügten die Gemeinden über weit bessere Daten, diese seien aber meist nicht digitalisiert und daher schwer zu nutzen. Es fehle den Kommunen an Geld und Personalressourcen, um diese zentralen Daten elektronisch aufzuarbeiten. Zudem seien viele Daten aus Datenschutzgründen einem breiten Publikum nicht zugänglich und könnten deshalb für die dringend nötige Sensibilisierung der öffentlichkeit nicht genutzt werden.

«Wer will, sucht Wege. Wer nicht will, sucht Gründe (nichts zu tun)», schloss einer der Referenten seinen Vortrag. Insgesamt waren sich die Teilnehmenden einig, dass es in allen drei Bereichen mehr Mut zum Risiko brauche und dass ein Warten auf die perfekte Lösung oft kontraproduktiv sei.

Die Bedeutung des schnellen Handelns legte die Stadt Zürich anhand des Ausbaus ihrer thermischen Netze dar. Der Vergleich zwischen einem optimierten konventionellen Ausbau (90% CO2-neutral) und einem «ideologischen» Ausbau (100% CO2-neutral) zeigt, dass der Endausbau der 2. Variante mindestens drei Jahre später erfolgen würde. Damit wäre diese Variante erst 2048 bezüglich des Gesamt-CO2-Ausstosses im Vorteil. Fazit der Stadt: Variante 1 mit möglichen späteren Nachbesserungen sei daher vorzuziehen.

Im Verlaufe des Netzwerktreffens wurde auch deutlich, dass schnelles Handeln einen intensiveren Austausch mit allen Betroffenen und Anspruchsgruppen erfordert. Denn, wie es sich im Workshop zur Mobilität zeigte, bedeutet eine nachhaltige Mobilität nicht einfach einen Umstieg auf Elektroautos, sondern heisst insgesamt weniger Mobilität mit dem eigenen Auto oder sogar weniger Mobilität an sich. Und dies wäre, wie Vieles im Bereich der Energiewende, nur durch einen weit(er)reichenden Dialog mit allen Interessierten zu erreichen.