Trockenheit: Bundesrat will nationales System zur Früherkennung und Warnung

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Die Schweiz soll im Bereich Naturgefahren eine wichtige Lücke schliessen. Angesichts der häufigeren Trockenheit will der Bundesrat ein nationales Früherkennungsund Warnsystem aufbauen. Es soll mehrere Wochen im Voraus aufzeigen, wenn sich eine kritische Situation anbahnt. So können Betroffene wie Landwirtinnen und Landwirte oder Trinkwasserversorger geeignete Massnahmen ergreifen und Schäden vermeiden. Der Bundesrat erteilte den zuständigen Bundesämtern anlässlich seiner Sitzung vom 18. 05.2022 einen entsprechenden Auftrag.

Bei den Informationen zu Naturgefahren und bei den Warnungen ist die Schweiz grundsätzlich gut aufgestellt. Der Bund veröffentlicht seit 2014 aktuelle Gefahreninformationen über Gewitter, Regen, Schneefall, Lawinen, Waldbrand, Wind, Frost, Strassenglätte, Hitze, Erdbeben oder Hochwasser (Plattform naturgefahren.ch und App von MeteoSchweiz). Die Fachstellen von Bund und Kantonen verbreiten bei Bedarf entsprechende Warnungen. Mit dem Klimawandel kommen aber neue Gefahren hinzu. Eine davon ist die in den letzten Jahren häufiger auftretende Trockenheit. Bisher fehlt dazu ein nationales Früherkennungsund Warnsystem, das mehrere Wochen im Voraus eine sich anbahnende kritische Situation vorhersagt und davor warnt. Für Behörden auf kantonaler und lokaler Ebene und die betroffenen Sektoren wie Landwirtschaft, Wasserkraft, Trinkwasserversorgung, Schifffahrt und Naturschutz ist es häufig zu spät, um Massnahmen einzuleiten. Sie müssen darum mit Schäden rechnen.

Der Bundesrat hat nun den drei zuständigen Bundesämtern für Umwelt BAFU, Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz und Landestopografie swisstopo den Auftrag erteilt, bis 2025 ein nationales Früherkennungsund Warnsystem zur Trockenheit aufzubauen. Es soll flächendeckende Informationen zum aktuellen Zustand sowie Vorhersagen zur Trockenheit für die gesamte Schweiz zur Verfügung stellen. Die Informationen sollen die Bedürfnisse der verschiedenen Sektoren abdecken, damit diese vorsorglich Massnahmen ergreifen können. Es geht beispielsweise um die Planung der Bewässerung landwirtschaftlicher Kulturen, um die Planung von Alternativen zur Rheinschifffahrt oder darum, Fische vorsorglich in wasserreichere Flüsse oder Bäche zu bringen.

Von den Informationen und Vorhersagen sowie den Warnungen vor Trockenheit profitieren verschiedene Wirtschaftssektoren und auch die Umwelt. Diese Informationen verbessern die Sicherheit der Gesellschaft: Dank ihnen können Schäden und Engpässe bei der Grundversorgung vermieden bzw. minimiert werden.

Nutzung bestehender Informationen und Ergänzung mit neuen Daten

Für den Aufbau und Betrieb des Früherkennungsund Warnsystems Trockenheit arbeiten BAFU, MeteoSchweiz und swisstopo zusammen. Sie bündeln ihre Leistungen und das bereits vorhandene Fachwissen in diesem Bereich. ch der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL wird integriert, dasselbe gilt für Daten von Erdbeobachtungssatelliten sowie Wettersatelliten. Neu wird MeteoSchweiz ein Messnetz zur Bodenfeuchte einrichten, das zusammen mit anderen Messsystemen die Informationen über Trockenheit verbessert. Diese sind besonders für die Landwirtschaft und den Wald von Bedeutung.

Das Früherkennungsund Warnsystem Trockenheit des Bundes wird von 2023 bis 2024 aufgebaut. Ab 2025 sollen die Informationen der öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die benötigten finanziellen Mittel zum Aufbau betragen 4,75 Millionen Franken. Danach wird das System im Rahmen bestehender Ressourcen nach internationalen Standards weiterentwickelt und betrieben. Mit seinem Entscheid erfüllt der Bundesrat die Motion UREK-N 18.4099 ÜBereitstellung von Ressourcen zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der Systeme zur Warnung und Alarmierung vor Naturgefahren».

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