Wissenschaftliche Delegation aus dem Iran besucht die Schweiz

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Eine hochrangige iranische Delegation von Universitätsrektoren, angeführt von Hossein Salar Amoli, stellvertretender Minister im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Technologie (MSRT), besucht diese Woche die Schweiz. Neben einem formellen Treffen in Bern beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation besucht die Delegation Universitäten beziehungsweise Fachhochschulen in Basel, Genf, Lausanne und Zürich. Die Reise soll den Teilnehmenden die Erkundung von Zusammenarbeitsmöglichkeiten mit schweizerischen Partnern ermöglichen.

Im Gefolge der vom damaligen Bundespräsidenten Johann Schneider-Ammann im Februar 2016 unterzeichneten «Roadmap für die Vertiefung der Bilateralen Beziehungen zwischen der schweizerischen Eidgenossenschaft und der islamischen Republik Iran» besucht eine iranische Wissenschaftsdelegation die Schweiz.

An einem formellen Austausch in Bern trifft sich die Delegation mit Staatssekretärin Martina Hirayama sowie mit Vertreterinnen und Vertretern der Rektorenkonferenz swissuniversities, des Schweizer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW), des Schweizerischen Tropenund Public Health-Instituts sowie des Bundesamts für Gesundheit. Diskutiert werden die Entwicklungen, Prioritäten und Internationalisierungsziele beider Länder in den Bereichen Bildung und Forschung.

Das Interesse der iranischen Delegationsteilnehmer liegt primär auf der medizinischen Forschung und den Umweltwissenschaften. Festzustellen, inwieweit sich zu diesen Themen und im Rahmen der beidseits existierenden Förderinstrumente Möglichkeiten einer künftigen Kooperation mit schweizerischen Partnern bieten, ist das Hauptziel der iranischen Gäste. Vor diesem Hintergrund besucht die Delegation verschiedene schweizerische Hochschulen, um sich direkt mit potentiellen Partnern auszutauschen.

Weiter findet in Winterthur ein Workshop zu den Themen «Psychische Gesundheit, nichtübertragebare Krankheiten und Umwelttechnologien» statt. Organisiert wird der Workshop von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) im Rahmen ihres Leading House-Mandates für Südasien und den Iran. Auch hier geht es darum, mögliche schweizerisch-iranische Forschungsprojekte zu identifizieren.

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Iran im Forschungsbereich sind gut, aber bislang quantitativ eher bescheiden. Die bilaterale Zusammenarbeit erfolgt mehrheitlich im Kontext direkter Kooperationen einzelner Forschenden und Universitäten.

In den vergangenen Jahren haben mehrere Schweizer Hochschulen Kooperationsabkommen mit iranischen Institutionen unterzeichnet. Seit 2011 förderte der Schweizer Nationalfonds 16 Schweizer Projekte mit einem iranischen Kooperationselement. Die Zusammenarbeit findet vornehmlich in den Bereichen Mathematik, Naturund Ingenieurwissenschaften, aber auch in Geistesund Sozialwissenschaften statt.

Seit 1961 wurden 90 Bundes-Exzellenz-Stipendien an junge iranische Forschende vergeben. Éber 600 iranische Studierende sind zurzeit an einer Schweizer Hochschule eingeschrieben, womit diese zahlenmässig die drittgrösste Fraktion aus Asien stellen.