Zehn Professorinnen und Professoren ernannt

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Der ETH Rat hat an seiner Sitzung vom 14. Juli auf Antrag von ETH-Präsident Joël Mesot zehn Professorinnen und Professoren ernannt. Gleich sechs davon sind am Departement Architektur angesiedelt.

Dr. Máté József Bezdek (*1991), zurzeit Postdoktorand am Massachusetts Institute of Technology (MIT), USA, zum Tenure-Track-Assistenzprofessor für Funktionelle Koordinationschemie am Departement Chemie und Angewandte Biowissenschaften. Máté József Bezdeks Forschung umfasst das funktionsorientierte Design und die Synthese von Koordinationskomplexen mit ungewöhnlichen elektronischen, magnetischen und thermochemischen Eigenschaften. Der mehrfach ausgezeichnete Forscher wird sich an der ETH Zürich für die Entwicklung von Methoden einsetzen, die mit Hilfe der Koordinationschemie zur Lösung von gesellschaftlich besonders relevanten Fragen auf Gebieten wie nachhaltige Synthesemethoden, Energiemanagement und sensorische Materialien beitragen.

Beate Jessel (*1962), zurzeit Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn, Deutschland, zur ordentlichen Professorin für Landschaftsentwicklung am Departement Umweltsystemwissenschaften der ETH Zürich und an der Fakultät für Bau, Architektur und Umwelt der EPFL. Beate Jessel tritt Anfang September 2021 ihr Amt als Direktorin der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) an. Mit dieser Funktion ist eine Professur an der ETH Zürich und der EPFL verbunden. Beate Jessels Forschungsschwerpunkte umfassen Konzepte und Strategien des Naturschutzes, Landschaftsentwicklung und Landnutzungsmanagement, ökologisch orientierte Planung, das Management von Flusseinzugsgebieten sowie Landschaftsästhetik.

Dr. Lana Josipovic (*1991), zurzeit Forschungsassistentin an der EPFL, zur Tenure-Track-Assistenzprofessorin für Digitale Systeme und Design-Automatisierung am Departement für Informationstechnologie und Elektrotechnik. Lana Josipovics Forschung konzentriert sich auf High-Level-Synthesis-Techniken zur automatischen Erzeugung von Hardware-Architekturen basierend auf abstrakter High-Level-Programmierung mit besonderem Augenmerk auf Flexibilität und Parallelisierung. Mit der Berufung der international ausgezeichneten Forscherin verstärkt das Departement für Informationstechnologie und Elektrotechnik in idealer Weise den Bereich Digitale Schaltungstechnik und Rechnerarchitekturen. Wichtige Interaktionen und Synergien werden sich ferner mit dem Departement für Informatik ergeben.

Prof. Arno Brandlhuber (*1964), zurzeit ausserordentlicher Professor an der ETH Zürich, zum ordentlichen Professor für Architektur und Entwurf am Departement Architektur. Arno Brandlhuber ist ein international etablierter, technisch wie konzeptionell herausragender praktizierender Architekt, Theoretiker der Architektur und des Städtebaus - und ein begnadeter Entwurfslehrer. Seine medienbasierte Herangehensweise durch Experimentieren mit Filmen und Dokumentationen erweitert seit vier Jahren das Lehrangebot am Departement Architektur um eine neuartige, wertvolle und wichtige Komponente. Sein Leistungsausweis vereint ausserdem eine ganze Reihe bedeutsamer architektonischer Projekte und Ausstellungen, darunter den deutschen Pavillon an der Architekturbiennale 2021 in Venedig.

Prof. Jan De Vylder (*1968), zurzeit ausserordentlicher Professor an der ETH Zürich, zum ordentlichen Professor für Architektur und Entwurf am Departement Architektur. Jan De Vylder befasst sich mit der Wiederverwendung von Materialien und Elementen bestehender Gebäude sowie der Transformation komplex gebauter Umgebungen - einem Gebiet, das künftig an Bedeutung gewinnen dürfte. Der Forscher ist im internationalen Diskurs sehr präsent, was sich - neben den erhaltenen Auszeichnungen - an den vielen Einladungen zu Ausstellungen und Vorträgen zeigt. Aufgrund seiner Erfahrung mit realisierten Gebäuden kann Jan De Vylder einen wesentlichen Beitrag im Bereich «Architecture and Care», einem neuen strategischen Schwerpunkt des Departements Architektur, beisteuern.

Prof. An Fonteyne (*1971), zurzeit ausserordentliche Professorin an der ETH Zürich, zur ordentlichen Professorin für Affective Architectures am Departement Architektur. An Fonteyne ist eine etablierte Praktikerin in Belgien und unter anderem Mitglied der Königlichen Flämischen Akademie für Wissenschaft und Kunst. Sie befasst sich mit der adaptiven Wiederverwendung bestehender Gebäude. Dem Trend einer selbstund objektbezogenen Architektur setzt sie eine Baukultur entgegen, die sich intensiv mit den ökonomischen und sozialen Randbedingungen des Bauens beschäftigt. Neben der Architekturpraxis ist An Fonteyne auch in der Lehre äusserst erfolgreich. An der ETH Zürich entwickelte sie etwa eine eigene Unterrichtsform mit einer stark integrativen Gestaltungsund Lehrmethode.

Prof. Momoyo Kaijima (*1969), zurzeit ausserordentliche Professorin an der ETH Zürich, zur ordentlichen Professorin für Architectural Behaviorology am Departement Architektur. Momoyo Kaijimas Tätigkeit reicht vom architektonischen Entwurf von Gebäuden und der Erforschung von städtebaulichen Phänomenen bis zur Produktion von Kunstwerken, die ihre Haltung prägnant in die öffentlichkeit tragen. Ihr Arbeitsfokus liegt insbesondere auf der Behaviorology, sprich der Untersuchung des Verhaltens von Menschen, Objekten oder Gebäuden in derer gegenwärtigen sozialen und physischen Umgebung. Die renommierte Forscherin wurde mehrfach ausgezeichnet, und die Studien und Publikationen, die auf ihren Feldforschungen aufbauen, sind weithin anerkannt.

Elli Mosayebi (*1977), zurzeit ausserordentliche Professorin an der ETH Zürich, zur ordentlichen Professorin für Architektur und Entwurf am Departement Architektur. Elli Mosayebis Forschung befasst sich mit kinetischen Räumen sowie mit der Frage, wie sich der Wohnungsbau besser mit anderen Arten von Programmen und Nutzungen kombinieren lässt. Sie identifiziert neue Wohnformen aufgrund veränderter Lebenswelten, erarbeitet neuartige Entwurfsstrategien und entwickelt kinetische Prototypen. Daneben betreibt sie Grundlagenforschung zur Entwicklung vergangener und aktueller Wohnformen mit dem Ziel, beispielhafte Wohnbauten in ausgewählten Städten bauhistorisch zu erschliessen. Die enge Verbindung von Forschung, Praxis und Lehre zeichnet sie besonders aus.

Michael Nash (*1982), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessor an der ETH Zürich und der Universität Basel, zum ausserordentlichen Professor für Engineering von Synthetischen Systemen am Departement Biosysteme. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Charakterisierung und Optimierung der biophysikalischen Eigenschaften von Proteinen mit Hilfe von Rational Design und evolutionären Ansätzen in vitro. In den letzten fünf Jahren leistete er an der Universität Basel wie auch an der ETH Zürich einen grossen Beitrag in der Lehre und gilt als beliebter Dozent. Seine wissenschaftliche Exzellenz zeigt sich in seinen zahlreichen Auszeichnungen und Publikationen sowie den Patenten, die er initiiert hat. Michael Nash wird weiterhin im Rahmen einer Doppelprofessur mit der Universität Basel (Leading House) tätig sein.

Prof. Alexandre Theriot (*1972), zurzeit ausserordentlicher Professor an der ETH Zürich, zum ordentlichen Professor für Architektur und Entwurf am Departement Architektur. Alexandre Theriot befasst sich mit der zeitgenössischen Verwendung kostengünstiger Materialien und verweist damit auf einen signifikanten Wandel der architektonischen Methoden angesichts grosser wirtschaftlicher Veränderungen. Dieser Ansatz spiegelt sich auch in der Lehre, wo Alexandre Theriot seit seinem Amtsantritt an der ETH Zürich erfolgreich an neuen Lehrformen zu einer Architektur experimentiert, die minimale Strukturen, Materialien und Energien verwendet. Sein internationales Renommee zeigt sich in den zahlreichen Ausstellungen sowie in bedeutenden Auszeichnungen und Preisen.

Verabschiedungen

Ruedi Aebersold (*1954), zurzeit ordentlicher Professor für Systembiologie am Departement Biologie, wird Ende August 2021 in den Ruhestand treten. Ruedi Aebersold kam 2004 als ordentlicher Professor an die ETH Zürich. Er widmet sich der Erforschung von Proteinen und gilt als Pionier der Proteomik, die die Gesamtheit aller Proteine eines Lebewesens analysiert. Auf diesem Gebiet entwickelte er eine Reihe von Analyse-Methoden und Computermodellen. Ruedi Aebersold ist ein international hoch angesehener und vielfach ausgezeichneter Forscher, der in zahlreichen wissenschaftlichen Beiräten im öffentlichen und privaten Sektor tätig war und ist und mehrere Firmen gegründet hat.

Alfred Wüest (*1956), zurzeit an der EPFL ordentlicher Professor für Physik aquatischer Systeme an der Fakultät für Bau, Architektur und Umwelt, Titularprofessor der ETH Zürich sowie Gruppenleiter an der Eawag, wird Ende August 2021 in den Ruhestand treten. Alfred Wüest kam 2012 als ordentlicher Professor an die EPFL und Übernahm 2013 die Leitung des Zentrums für Limnologie an der EPFL. Von 2006 bis 2012 leitete er die Abteilung Oberflächengewässer an der Eawag, von 2015 bis März 2021 war er Mitglied der Direktion. Mit seiner Forschung hat er einen wesentlichen Beitrag zur limnologischen Forschung weltweit geleistet und wird heute als einer der wichtigsten Akteure auf diesem Gebiet angesehen. Beliebt bei den Studierenden und als Mitglied in diversen Organisationen hat der visionäre Forscher und Autor zahlreicher Publikationen massgebend zum internationalen Ruf der EPFL, der Eawag und der ETH Zürich beigetragen.

Oded Zilberberg (*1979), zurzeit Assistenzprofessor für Quantenphysik der Kondensierten Materie am Departement Physik, wird die Hochschule Ende August 2021 verlassen. Oded Zilberbergs Forschung konzentriert sich auf quantenkohärente Phänomene im Grenzbereich der Festkörperphysik und Quantenoptik. An der ETH Zürich hat er unter anderem die Forschungsaktivitäten des nationalen Forschungsschwerpunktes Quantum Science and Technology (QSIT) signifikant verstärkt. Er tritt zurück, um dem Ruf einer anderen Hochschule zu folgen.

Redaktion

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