Im Heissluftballon über den Kilimanjaro

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Im Heissluftballon über den Kilimanjaro

Zwei Mineralogen nehmen im August 2010 am erstmaligen Überflug des Kilimanjaro im Heissluftballon teil. Die Wissenschafter werden am höchsten Berge Afrikas vulkanologische und glaziologische Forschungen durchführen. Der Überflug des Kilimanjaro-Massivs im Heissluftballon bietet eine einmalige Gelegenheit, um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu sammeln und Wissenslücken zu schliessen. Der Flug soll einerseits dazu dienen, die Partikelemission von „ruhenden“ Vulkanen besser zu verstehen und andererseits neueste Resultate über den aktuellen Stand der Vergletscherung liefern.

Zum Einsatz kommen zwei Heissluftballone. Das Expeditionsteam besteht aus zwei erfahrenen Ballonpiloten, einem Meteorologen, zwei Wissenschaftern der Universität Fribourg, zwei Filmemachern, einer Journalistin und einem Koordinator; zum Einsatz kommen zwei Heissluftballone. Zu den vorgesehenen wissenschaftlichen Untersuchungen und Arbeiten gehört, neben der traditionellen Fotografie, auch eine Infrarot-Kamera. Diese wird sowohl interessante Daten zur Glaziologie liefern, wie auch Aussagen über den Zustand und die Aktivität des Vulkans ermöglichen. Der  wissenschaftliche Überflug des Kilimanjaro ist für den Monat August 2010 vorgesehen; die Dauer der Expetition soll rund einen Monat betragen.

Vulkan und Gletscher zugleich

Entlang des Ostafrikanischen Grabens teilt sich der Afrikanische Kontinent in zwei Teile, was vor Millionen Jahren zur Bildung von Vulkanen geführt hat, darunter auch die Gipfel des Kilimanjaro-Massivs am Eastern Rift, dem östlichen Ast des Grabens. Während aktive Vulkane nach einer Eruption durch ihre Lavaströme, Glutwolken und Schlammlawinen in erster Linie die nähere Umgebung und deren Bewohner betreffen, kann der Ausstoss von Gasen und Aschepartikeln (vulkanische Aerosole) eine globale Auswirkung haben. Auch Vulkane, die wie der Kilimanjaro nur fumarolisch aktiv sind, produzieren durch die Kondensation von vulkanischen Gasen Aerosole, die klimawirksam sind. Das Wissen über die genauen Mengen, die Zusammensetzung und die Veränderung vulkanischer Aerosole ist jedoch noch sehr lückenhaft.

Der Vulkankomplex des Kilimanjaro bildet mit dem 5895 Meter hohen Gipfel des Kibo aber nicht nur den höchsten Berg Afrikas, sondern trägt auch einen grossen Eisschild, der unter anderem als gigantisches Klimaarchiv dient. Noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts bedeckten die Gletscher des Kilimanjaro eine Fläche von 12 km2; im Jahr 2000 waren es nur noch etwa 2,5km2. Laut Schätzungen werden diese Gletscher das nächste Jahrhundert nicht mehr erleben.

Kontakt

Bernard Grobéty, +41 (0)26 300 89 36 oder +41 (0)79 580 88 93, bernard.grobety [at] unifr.ch; Mario Meier, 026 300 89 33, mario.meier [at] unifr.ch, Daniel Wiedenmann  +41 (0)77 4379301, daniel.wiedenmann [at] gmail.com.

Bildquelle

Die Abbildung wurde freundlicherweise von www.aktivferien.ch zur Verfügung gestellt.

C. Wirth, Editor