Wissenschaft bereit für die WM

Bekleidung ist am Goal beteiligt.

Bekleidung ist am Goal beteiligt.

Auf die Fussball-Weltmeisterschaft haben sich Spieler und Mannschaften während Monaten vorbereitet, durch Training, mentale Vorbereitung und Analyse der Gegner. Aber auch die «Arbeitsbekleidung» spielt eine wichtige Rolle. Forschende entwickeln dafür spezielle Funktionsbekleidung.

 


«Schneller, länger, weiter», so lautet das Motto beim Fussball. Damit der Spieler vor seinem Gegner am Ball ist, damit er länger durchhält, sind auch die Sportausstatter gefordert. Immer ausgeklügeltere Bekleidungssysteme unterstützen den menschlichen Körper.

Kompressionskleidung hat Vorteile

Ein Beispiel hierfür ist Kompressionsbekleidung. Ende der Neunzigerjahre für den Schwimmsport entwickelt, findet sich die eng anliegende Sportbekleidung heute in vielen Sportarten – auch im Fussball. Der Druck, der durch die Kleidung auf bestimmte Körperstellen wirkt, erhöht den Blutfluss um rund zwei Prozent. Zudem werden Muskelvibrationen verringert. Diese Effekte sollen helfen, die Leistung der Sportler zu steigern. Sogar der Laktatabbau in der Erholungsphase werde beschleunigt, die Sportler sind schneller wieder fit. Allerdings mögen nicht alle Fussballer die enganliegende Kleidung – die Materialien sind meist noch zu wenig atmungsaktiv.

Körpertemperatur im Fokus
Materialien für Bekleidung zu verbessern, ist auch das Ziel von Empa-Forscher Markus Weder . Im Zentrum steht dabei in erster Linie Sportbekleidung, die eine optimale Regulierung der Körpertemperatur ermöglicht. Für Fussballer wäre dies beispielsweise wichtig, um nicht zu «überhitzen». Andererseits dürfen laut Weder die Muskeln auf keinen Fall unterkühlen, wenn ein Spieler zu lange «herumsteht». Denn wenn er dann plötzlich zu einem Spurt antreten muss, könne dies Verletzungen zur Folge haben, etwa Muskelfaserrisse.

Die Anforderungen an Sportbekleidung sind entsprechend hoch. Das Material müsse optimale Isolationseigenschaften besitzen, erklärte Weder, und das unter unterschiedlichen Bedingungen wie demnächst in Südafrika; dort können die Temperaturen im Juni/Juli je nach Austragungsort und -zeit zwischen 0 und über 30 Grad variieren. Mit einfachen lang- oder kurzärmeligen Funktionsshirts ist es daher nicht getan. Welche Materialien sich am besten eignen für Spezialkleidung wird in Laboruntersuchungen mit schwitzenden Körperteilen und Robotern untersucht.

Bekleidung im Vergleichtest

Die Fortschritte in der Textiltechnologie illustriert ein Vergleichstest mit drei verschiedene Trikots: ein altes «Armee-Gnägi», das Trikot des FC St.Gallen und ein von der Empa neu entwickeltes T-Shirt für die Armee. Das neu entwickelte Material hält den Körper kühler und verhindert so allzu starkes Schwitzen, ausserdem trocknete es mit Abstand am schnellsten. Der Körper kühlt dadurch weniger aus. Beim offiziellen Trikot des FC St.Gallen fiel vor allem die starke Schweissentwicklung im Bereich des Sponsoren-Logos auf der Brust, dort ist die Atmungsaktivität gleich null.

 

CW