Gedächtnisprozess abgebildet

Gedächtnisprozess abgebildet

Bei Entscheidungen, für die Informationen aus dem Gedächtnis abgerufen werden müssen, etwa bei einem Quiz, verwenden wir häufig einfache Strategien: Wir berücksichtigen nur eine begrenzte Anzahl von Informationen. Diesen Prozess konnten Forschende erstmals mithilfe bildgebender Verfahren nachweisen. Bei solchen Entscheidungen haben wir offenbar eine grosse Kontrolle über den Umfang der Gedächtnissuche.

Oft können wir bei Entscheidungen nicht alle zur Verfügung stehenden Informationen einbeziehen. Besonders wenn die Informationssuche aufwendig ist, wird angenommen, dass wir vereinfachende Strategien verwenden – sogenannte Heuristiken. Dabei werden verschiedene Informationen nacheinander betrachtet und eine Entscheidung aufgrund einer einzelnen davon getroffen, worauf die Suche abgebrochen wird. Dies bestätigen nun die Psychologen der Universität Basel in einem neuen Verfahren, mit dem sich Gedächtnisprozesse bei der Verwendung solcher Strategien mit bildgebenden Verfahren untersuchen lassen.

Bei den Tests mussten die Versuchspersonen entscheiden, welche von zwei Firmen in Zukunft erfolgreicher ist. Dafür hatten sie zunächst Informationen über die Objekte zu lernen. Die einzelnen Informationen – etwa Farben oder Positionen der Gegenstände – waren so ausgewählt, dass sich ihre Gedächtnisrepräsentationen mit grosser Wahrscheinlichkeit an bestimmten Orten im Gehirn lokalisieren lassen. Aufgrund der gelernten Information sollten die Probanden darauf Objekte mit einer einfachen Heuristik beurteilen, während die Aktivität der unterschiedlichen Hirnregionen mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) gemessen wurde.

Tatsächlich zeigte sich, dass bei den Beurteilungen die entsprechenden Hirnregionen zusätzlich aktiviert wurden, wenn die dort repräsentierte Information dafür relevant war – und umgekehrt weniger aktiviert, wenn die Suche vorher abgebrochen wurde. Dies deutet darauf hin, dass die Verwendung der Heuristik mit einer Verringerung des Abrufaufwands verbunden ist. Bei gedächtnisbasierten Entscheidungen können wir die Suche offensichtlich so kontrollieren, dass Repräsentationen im Gehirn vor allem dann aktiviert werden, wenn sie im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. Damit widersprechen die Ergebnisse einer häufigen Annahme in Entscheidungs- und Gedächtnismodellen, wonach die Informationssuche im Gedächtnis zu einer automatischen und parallelen Aktivierung führt.



 


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