Nur gesunde Böden sind fruchtbare Böden

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Gesunde Rüebli in einem fruchtbaren Boden (Foto: Gabriela Brändle, Agroscope)

Gesunde Rüebli in einem fruchtbaren Boden (Foto: Gabriela Brändle, Agroscope)

Zürich-Reckenholz, 18.01.2018 - Auf ihm wachsen Pflanzen - auch unsere Nutzpflanzen - er filtert das spätere Trinkwasser, er rezykliert und speichert Nährstoffe und ist gleichzeitig der Lebensraum für einen ganzen Dschungel an Kleinstlebewesen: der Boden. All diese Funktionen und etliche mehr kann er nur wahrnehmen, wenn er nachhaltig und standortgerecht bewirtschaftet wird. Am 18.1. wurden an der 5. Nachhaltigkeitstagung von Agroscope neue Wege in der Bodenbewirtschaftung aufgezeigt. Während der letzten 24 Jahre sind rund 85’000 Hektaren Kulturland verbaut worden. Will man den Verlust an wertvollen Böden stoppen, braucht es Informationen darüber, wo sie liegen. Zusammen mit weiteren Institutionen und Bundesämtern entwickelt Agroscope deshalb die nationale Bodeninformationsplattform NABOdat laufend weiter. Landwirtschaft im Lebensraum Um wertvolle Böden zu bewahren, muss man sie richtig bewirtschaften. Fruchtbare Böden behalten nämlich nur bei nachhaltiger Bewirtschaftung ein hohes Produktionspotenzial. Darüber hinaus tragen sie zur Regulierung von Stoffund Energiekreisläufen bei und sind eigenständige Lebensräume. Klima und Topografie sowie die landwirtschaftliche Bewirtschaftung beeinflussen die Bodeneigenschaften und -prozesse und dadurch auch die an einem Standort verfügbaren Bodenfunktionen. Eine Gratwanderung am Boden Hochwertige Landwirtschaftsböden mit bestem Produktionspotenzial bieten bei sorgfältiger Bewirtschaftung ein breites Spektrum an Bodenfunktionen auf hohem Niveau. Landwirtschaftsböden mit geringerem Produktionspotenzial sind hinsichtlich Vielfalt anbaubarer Kulturpflanzen und Ertragsleistung stärker eingeschränkt. Werden solche Limitierungen übergangen und die Produktionsleistung dennoch gesteigert, ist der Erhalt der Bodenqualität gefährdet. Die Bodenfunktionen können beeinträchtigt und die ökologischen Risiken erhöht werden. Ein Beispiel dafür ist die Situation im Berner Seeland. Die Torfböden hat man für die Gemüseproduktion entwässert. Mit der Entwässerung wurde im Boden gebundenes organisches Material durch Bodenmikroorganismen abgebaut. Dadurch büssten diese organischen Böden über Jahrzehnte hinweg an Material ein und ihre Oberfläche sackte ab. Weil die Böden nun stärker durch das Grundwasser beeinflusst werden, stehen sie heute schnell unter Wasser. Das beeinträchtigt ihre landwirtschaftliche Nutzung. Darüber hinaus sind die Regulierungsfunktionen im Bereich Wasser und Klima stark beeinträchtigt. Eine verbesserte Entwässerung allein genügt daher nicht.

Ganzheitliche Problemlösung Den Boden nutzen und schützen bedeutet deshalb: die Fruchtbarkeit und die Produktivität des Bodens standortgerecht fördern. Dadurch verbessern sich auch die Ökosystemleistungen der Böden (für Infos über konkrete Forschungsprojekte von Agroscope siehe Link).