Viel CO2 aus zeitweise trockenen Flüsse

Einmal trocken, einmal geflutet: Fliessgewässer, die nicht permanent Wasser führ

Einmal trocken, einmal geflutet: Fliessgewässer, die nicht permanent Wasser führen, tragen massgeblich zum globalen CO2-Umsatz bei; la Clauge im französischen Jura. (B. Launay)

In trockenen Flussbetten sammeln sich Laub, Äste und andere pflanzlichen Reststoffe aus dem Umland an - je nach Klima, Vegetation und Dauer der Trockenperiode in unterschiedlicher Menge und Zusammensetzung. Fliesst das Wasser wieder, werden die Mikroorganismen aktiv und bauen das organische Material ab. Diese Prozesse haben Forschende rund um den Globus erstmals in einer gross angelegten Studie quantifiziert: In 212 Flüssen aus 22 Ländern haben sie analysiert, wie viel Biomasse in welcher Zusammensetzung in Trockenperioden im Flussbetten abgelagert wird. Im Labor wurde untersucht, wie schnell sich die darin enthaltenen Blätter zersetzen, wenn sie wieder benetzt werden: Bereits in den ersten 24 Stunden wurden die Mikroben aktiv und die CO2-Emissionen stiegen stark an.

Mit mathematischen Modellen konnten die Forschenden zeigen, dass die CO2-Umsätze aus Flussnetzwerken zwischen 7 % und 152 % höher ausfallen, wenn auch zeitweise trockene Abschnitte miteinbezogen werden. Eine einzige Flutung kann bis zu 10 % dieses Anstiegs ausmachen. Besonders viel CO2 wird so in Regionen mit gemässigtem Klima freigesetzt, weil sich dort deutlich mehr Blattwerk ansammelt als in tropischen oder ariden Zonen.

Die Studie, die in der renommierten Fachzeitschrift Nature Geoscience publiziert wurde, macht deutlich, dass zeitweise wasserführende Flüsse im globalen CO2-Kreislauf stärker berücksichtigt werden sollten. Dies umso mehr, weil als Folge des Klimawandels künftig weitere Flussstrecken zeitweise versiegen werden.

T. Datry et al., A global analysis of terrestrial plant litter dynamics in non-perennial waterways; Nature Geoscience (2018); dx.doi.org/10.1038/s­41561-018-0134-4


Trockenes Flussbett der Albarine (FR): Rund die Hälfte der weltweiten Flussnetze führt nur zeitweise Wasser.
(IRSTEA)



Einmal trocken, einmal geflutet: Fliessgewässer, die nicht permanent Wasser führen, tragen massgeblich zum globalen CO2-Umsatz bei; la Clauge im französischen Jura.
(B. Launay)