Technologien vom Labor in die Industrie bringen

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Fortschrittliche Produktionstechnologien sind ein Schlüssel, um die Schweiz als

Fortschrittliche Produktionstechnologien sind ein Schlüssel, um die Schweiz als modernen Produktionsstandort zu erhalten.

Innovationen sind die Triebfeder der Schweizer Wirtschaft. Doch wie wird aus einer Idee eine Innovation, also ein echter Markterfolg? Auch in der Schweiz bleiben zu viele Ideen aus den Forschungslaboren auf dem Weg in die industrielle Umsetzung auf der Strecke. Sie stecken im sogenannten «Valley of Death» des Innovationsprozesses. Hier können Technologietransferzentren helfen. Sie sind in der Lage, Ideen aus der Forschung mit Anlagen zum Hochskalieren neuer Herstellungstechnologien industrietauglich zu machen. Am Montag wurde an der Empa in Dübendorf der Dachverband dieser Technologietransferzentren gegründet.

Schweizer Hochschulen und Forschungseinrichtungen belegen in internationalen Forschungsrankings regelmässig Spitzenpositionen. Studien zeigen zudem, dass auch die Forschungsergebnisse und die hieraus resultierenden Patente weltweit spitze sind. Und dennoch finden nur wenige neue Technologien ihren Weg aus den hiesigen Forschungslaboren in die industrielle Anwendung. Hier klafft eine Lücke. Kaum jemand beschäftigt sich damit, die in den Labors entwickelten Technologien industrietauglich zu machen, sie also so weiterzuentwickeln, dass beispielsweise grössere Mengen eines neuen Produkts zuverlässig und kostengünstig hergestellt werden können.

Hier setzt die Initiative zum Aufbau eines Verbunds von Schweizer Technologietransferzentren an, den sogenannten «Advanced Manufacturing Technologie Transfer Centers» (kurz AM-TTC). Die Initiative ist ein Teil des Aktionsplans «Digitalisierung» des Bundes und hat zum Ziel, die Schweiz langfristig als modernen und qualitativ hochstehenden Produktionsstandort zu erhalten. Mit den Technologietransferzentren werden Orte geschaffen, wo gezeigt werden kann, dass eine neue Technologie nicht nur im Labormassstab funktioniert, sondern auch in der industriellen Anwendung. Die geplanten Zentren sollen Pilotproduktionsanlagen aufbauen, betreiben und zugänglich machen, mit denen man ein neues Produkt nicht nur im Labor mit aufwändiger Handarbeit herstellen kann, sondern auch mit einem kostengünstigen industriellen Prozess.

Ziel der Initiative ist ein Verbund von mehreren Zentren mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten. Zurzeit sind zwölf Zentren angedacht und in Planung. Die Themen reichen dabei vom 3D-Druck von Implantaten über die Herstellung von innovativen Batteriezellen bis hin zum Einsatz von digitalen Fertigungstechnologien und Robotern auf Baustellen. Jedes der Zentren wird als sogenannte «Public-Private Partnership» aufgebaut und sowohl durch öffentliche Gelder als auch durch Unternehmen der Privatwirtschaft finanziert und betrieben. Koordiniert wird der Verbund der Zentren von einem Dachverband. Dieser entscheidet in der Pilotphase 2019/20 über die Verteilung der Mittel des ETH-Rats für den Aufbau erster Zentren und erstellt für das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) Empfehlungen, welche Zentren der Bund in der Phase 2021 - 24 fördern soll. Die ersten Zentren sollen ihren Betrieb bereits in der zweiten Jahreshälfte 2019 aufnehmen.

Am 4. Februar 2019 haben an der Empa in Dübendorf 22 Schweizer Forschungsinstitutionen und Industrieunternehmen den Verein «AM-TTC Alliance», den Dachverband dieser geplanten Technologietransferzentren, gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern zählen Institutionen des ETH-Bereichs, die Fachhochschulen und andere Forschungseinrichtungen sowie Industrieunternehmen wie ABB, BASF, Bühler, Georg Fischer, Hilti, Oerlikon, Rolex, Richemont und Siemens.