Alexandra Trkola erhält 3 Millionen US-Dollar für HIV-Impfstoff-Forschung

- EN- DE
Für ihr Projekt zur Erforschung eines neuen Ansatzes zur Evaluation von HIV-Impf
Für ihr Projekt zur Erforschung eines neuen Ansatzes zur Evaluation von HIV-Impfstoffen erhält Alexandra Trkola eine dreijährige Förderung von der Bill & Melinda Gates Foundation. (Bild: UZH)
Die renommierte Virologin der Universität Zürich erhält Forschungsmittel von der Bill & Melinda Gates Foundation für ein innovatives Projekt zu HIV-Impfstoffen. Die Mittel werden für zwei verlinkte Impfstoffstudien an gut erforschten Gruppen von Menschen mit HIV in der Schweiz und in Südafrika eingesetzt, um die Entwicklung eines präventiven HIV-Impfstoffs voranzutreiben.

Alexandra Trkola, Professorin für Medizinische Virologie an der Universität Zürich, hat von der Bill & Melinda Gates Foundation eine dreijährige Förderung für das Projekt ’RENEW clinical studies in people with HIV’ (INV-061559) erhalten. Zusammen mit ihren Co-Projektleitern Huldrych Günthard (Universitätsspital Zürich und UZH), Penny Moore (University of the Witwatersrand und NICD, Südafrika) und Nigel Garrett (Centre for the Aids Programme of Research in South Africa, CAPRISA) leitet sie eine multinationale Studie zur Erforschung eines neuen Ansatzes, um HIV-Impfstoffe zu evaluieren. Das Projekt besteht aus zwei harmonisierten Immunisierungsstudien, eine in der Schweiz und eine in Südafrika, für die jeweils 30 Teilnehmende aus demografisch unterschiedlichen Gruppen von Menschen mit HIV rekrutiert werden - konkret: aus der Schweizerischen HIV Kohorten-Studie und der CAPRISA-Kohorte.

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen wird Alexandra Trkola eine sichere und effiziente Methode zur Durchführung von In-vivo-Tests mit potenziell präventiven und therapeutischen HIV-Impfstoffen prüfen. Ziel ist es, die Produktion von breit neutralisierenden Antikörpern zu stimulieren, indem die Impfstoffe Menschen mit HIV verabreicht werden, deren Viren im Rahmen einer antiretroviralen Therapie unterdrückt sind. Das Projekt baut auf den Forschungsarbeiten von Trkola und ihrem Team auf und erweitert diese. Über Jahrzehnte hat sie sich der detaillierten Erforschung der HIV-1-Infektion gewidmet, insbesondere der Strategien von HIV, das menschliche Immunsystem zu umgehen, und der Entwicklung von Antikörpern, die das Virus neutralisieren können.

Trkola wird Mitglied der Collaboration for AIDS Vaccine Discovery

Mit CAVD fördert die Zusammenarbeit sowie den Austausch wissenschaftlicher Daten und die Standardisierung von Forschungsmethoden, um die Impfstoffentwicklung gegen AIDS zu beschleunigen. Über CAVD stellt die Stiftung das Immunreaktion-auslösende Protein (Immunogen) und die verstärkenden Inhaltsstoffe (Adjuvantien) für die RENEW-Studie zur Verfügung. Zusätzlich dazu werden 3 Millionen US-Dollar für die klinische Sicherheitsbewertung und die grundlegende Analyse der Immunogenität - der Art der Immunantwort und deren Dauer Übereitgestellt.

Die Bill & Melinda Gates Foundation wurde im Jahr 2000 gegründet und ist eine der grössten gemeinnützigen Stiftungen der Welt. In der Vergangenheit hat die Stiftung bereits erhebliche Mittel für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen HIV/AIDS zur Verfügung gestellt.

Literatur:

Trkola A, Moore PL. Vaccinating people living with HIV: a fast track to preventive and therapeutic HIV vaccines. Lancet Infectious Diseases. 23 October 2023. doi: 10.1016/S1473-3099(23)00481-4

Alexandra Trkola, Professorin für Medizinische Virologie an der Universität Zürich

über Alexandra Trkola

Alexandra Trkola studierte in Wien. Nach einem MSc in Angewandter Mikrobiologie spezialisierte sich Trkola in ihrer Doktorarbeit auf die Erforschung von HIV-Antikörpern. Von 1998 bis 2000 forschte sie am Aaron Diamond AIDS Research Center in New York und wurde 1999 zur Assistenzprofessorin an der Rockefeller University, New York, ernannt. Im Jahr 2000 wechselte sie an die Abteilung für Infektionskrankheiten und Spitalepidemiologie des Universitätsspitals Zürich. Im Jahr 2008 wurde sie zur ordentlichen Professorin für Medizinische Virologie an der Universität Zürich ernannt und Übernahm im selben Jahr die Leitung der Abteilung.