Auszeichnung für lawinensichere Fachwerkstütze

«Best of Bachelor»-Auszeichnung für lawinensichere Fachwerkstütze für Säntis-Schwebebahn

21. Februar 2020

Im Januar sind im Zürcher Landesmuseum die besten Bachelorarbeiten der angehenden Bauingenieurinnen und Bauingenieure der Schweizer Fachhochschulen ausgezeichnet worden. Unter ihnen befand sich mit Luzi Attenhofer auch ein Absolvent der Fachhochschule Graubünden. Für seine Arbeit «Lawinenablenkkeil Stütze 1 - Säntis Schwebebahn» erhielt er die Auszeichnung «Best of Bachelor 2019». Darin untersuchte er, wie die durch einen Lawinenniedergang beschädigte Stütze der Säntis-Schwebebahn ersetzt werden könnte, um künftig ähnliche Zwischenfälle zu vermeiden.

Der Bündner Preisträger wagte sich mit seiner Arbeit an eine anspruchsvolle Aufgabe: Im Januar 2019 hatte ein Lawinenniedergang eine der beiden Stützen der Säntis-Schwebebahn derart beschädigt, dass sich der Betreiber für einen Neubau entscheiden musste. Die Bahn dient der Erschliessung des touristisch genutzten Säntis-Gipfels. Die Anlage verfügt aber nur über zwei auf Felskanten ausgesetzte Fachwerkstützen. Luzi Attenhofer (Splügen, GR) arbeitete schliesslich ein Lawinenschutzkonzept aus, das die Jury überzeugte. Der Präsident der Fachschaft Bauingenieurwesen, Albin Kenel, lobte in seiner Laudatio unter anderem auch die Tiefe des Projekts. Der Autor habe sich in diverse Grundlagen der Lawinenkunde vertieft, was nicht Bestandteil einer klassischen Ingenieurausbildung sei, sagte Kenel etwa. Anhand eines einfachen Lawinenmodells habe er so die Gefährdung abschätzen und die massgebenden Belastungen messen können.

Zeitnahe Problemlösung

Für die Lösung des Problems hatte Attenhofer drei Möglichkeiten erarbeitet: Lawinenschutzbauten im Anrissbereich, eine Ablenkwand oder ein Spaltkeil vor der Stütze. Daraus wählte er schliesslich als beste Variante den Spaltkeil vor der Stütze, welchen er inklusive der Anschlüsse auch bemass und optimierte. Eine ausführliche Dokumentation zu den erreichten Ergebnissen ergänzt die Arbeit, «die eine wirklich zeitnahe Problemstellung aufgreift», wie Kenel sagte. «Zwischen der Lawine und der Abgabe der Thesis verging nur ein halbes Jahr.»

Der ausgezeichnete Student blickt zurück auf ein sehr vielseitiges und praxisorientiertes Bauingenieurstudium, wie er selber sagt. «Durch die diversen kleineren Projektarbeiten und anhand der Bachelorthesis habe ich eine gute Grundlage für meinen späteren Berufseinstieg legen können.» Dank der persönlichen Betreuung habe während des Studiums auch immer ein sehr effektives Lernklima geherrscht. Er habe in seiner Zeit an der FH Graubünden auch von der grossen Berufserfahrung der Lehrbeauftragten und Dozierenden profitieren können, sagt Attenhofer.

Ausgezeichnete Nominierungen

Insgesamt schlossen im vergangenen Jahr 320 angehende Bauingenieurinnen und Bauingenieure an einer Schweizer Fachhochschule mit einer Bachelorarbeit ihr Studium ab. Für den Preis «Best of Bachelor» reicht jede Fachhochschule jeweils ihre beiden herausragendsten Arbeiten ein. Eine Jury aus dem Bereich des Bauingenieurwesens wählt dann die zehn besten Eingaben aus und prämiert diese. In diesem Jahr war sie zusammengesetzt aus Albin Kenel, Präsident der Fachschaft Bauingenieurwesen, Barbara Seefeld von der Hochschule Luzern und Roger Zwyssig, Mitglied der Geschäftsleitung der Emch+Berger WSB AG. Am 10. Januar waren die Preisträger ins Landesmuseum nach Zürich eingeladen worden, wo ihnen das Preisgeld in der Höhe von 500 Franken überreicht wurde. Allein die Nominierung zum «Best of Bachelor» sei schon als Auszeichnung zu verstehen, sagte Kenel bei der Preisübergabe. Die Auswahl der Gewinner sei eine aufwendige, anspruchsvolle Angelegenheit gewesen.

Ebenfalls für diese Auszeichnung als Vertreter der FH Graubünden nominiert war Roman Brandes (Steinach, SG) für seine Arbeit zum Neubau Deport Hard, einer Kombination von Tramdepot und Wohnsiedlung.

Bachelorstudiengang Bauingenieurwesen an der FH Graubünden

Die FH Graubünden bietet ein praxisorientiertes Bachelorstudium Bauingenieurwesen und bildet Studierende zu verantwortungsvollen Fachund Führungskräften aus. Während ihrer Ausbildung lernen die Studierenden das Bauen von der Projektierung bis zur Ausführung und wenden dieses in ersten Projekten an. Zudem eignen sie sich Wissen in verschiedenen Themenbereichen wie Holzund Stahlbau, Geotechnik, Wasserbau, Strassen-, Gleisund Tunnelbau sowie konstruktivem Ingenieurbau an. Entsprechend viel Wert wird auf den praktischen Bezug zum Bauen in alpinen Räumen gelegt. Dabei gehören Infrastruktursanierungen und der Umgang mit Naturgefahren zu den zentralen Themen. Die Projekte der Thesisarbeiten werden praxisnah und aktuell gewählt. Deshalb sind sie authentisch und anspruchsvoll zugleich. Die Diplomandinnen und Diplomanden haben freie Wahl des Fachgebietes nach Neigung und Eignung. Dabei werden sie von der Studienleitung bei der Wahl ihrer Fachgebiete beratend orientiert. Mit erfolgreich abgeschlossener Thesisarbeit an der FH Graubünden erhalten die Absolventinnen und Absolventen das Werkzeug für eine erfolgreiche Berufskarriere.

Weitere Details:

  • Bachelorstudium Bauingenieurwesen: fhgr.ch/bauing