Big Data: Nationales Forschungsprogramm abgeschlossen

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Im Rahmen eines Nationalen Forschungsprogramms des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) wurden Möglichkeiten und Herausforderung im Zusammenhang mit «Big Data» erforscht. Die Universität Luzern war mit Projekten von Mira Burri und Sophie Mützel an dem Programm beteiligt.

In den Nationalen Forschungsprogrammen (NFP) werden Forschungsprojekte durchgeführt, die einen Beitrag zur Lösung wichtiger Gegenwartsprobleme leisten, wobei die Themen vom Bundesrat ausgewählt werden. Das Forschungsprogramm «Big Data» NFP 75 dauerte von 2015 bis 2022 und umfasste insgesamt 37 Forschungsprojekte aus verschiedenen Fachbereichen: Mathematik, Naturund Ingenieuerwissenschaften, Geistesund Sozialwissenschaften, Biologie und Medizin. Nebst Big-Data-Infrastrukturen und -Anwendungen wurden gesellschaftliche und regulatorische Herausforderungen im Zusammenhang mit Big Data untersucht.

Der SNF hat nun die Ergebnisse des NFP 75 an einer Medienkonferenz präsentiert und kommt zum Schluss, dass «Big Data» bei einem verantwortungsvollen Umgang viele nützliche Anwendungen ermögliche, die unseren Alltag verbessern. Es wird aber auch auf regulatorische Defizite verwiesen, welche Projekte die sich mit gesellschaftlichen, rechtlichen und ethischen Fragen im Kontext der Entwicklung und Nutzung von «Big Data» befassten, aufzeigen.

Defizite in der Regulierung

So beschäftigte sich das Projekt zum internationalen Handelsrecht «The Governance of Big Data in Trade Agreements» unter der Leitung von Mira Burri mit der Regulierung zwischenstaatlicher Datenströme. An der Medienkonferenz betonte Burri die Bedeutung von Daten als Wirtschaftsgut: Diese seien tatsächlich so etwas wie das «neue Öl» geworden. Um die Entwicklung einer datenbasierten Wirtschaft zu fördern sei eine internationale Harmonisierung in der Gesetzgebung notwendig, erklärte die Professorin für internationales Wirtschaftsund Internetrecht. Die Schweiz wäre in der Lage eine wichtige Rolle in der internationalen Regulierung datengetriebener Volkswirtschaften zu spielen, so Burri.

Kompetenter Umgang mit Daten

Der Umgang mit Daten werde immer mehr zu einer Kernkompetenz einer modernen Gesellschaft, schreibt der SNF in einer Medienmitteilung. Hier setzte das Projekt «Facing Big Data» von Sophie Mützel an, welches zeigt, dass für einen kompetenten Umgang mit «Big Data» Geistesund Sozialwissenschaften essenziell sind. Einerseits seien Methoden, Werkzeuge und Fähigkeiten zentral, wie Mützel in einem Interview auf der Dialogplattform des NFP 75 im Herbst 2021 erklärt hatte. Diese alleine reichten aber nicht aus, um die Herausforderungen und Chancen des digitalen Zeitalters zu bewältigen, so die Professorin für Soziologie mit Schwerpunkt Medien und Netzwerke. Es bedürfe Disziplin-übergreifender Ansätze, die sozialund geisteswissenschaftliches Wissen mit technischem zusammenbringen. Die Soziologie könne dabei als «brückenbauende» Disziplin wirken, so Mützel.