Bundesrat verabschiedet Bericht zur Berufsentwicklung in der Berufsbildung

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 8. Dezember 2023 den Bericht «Bedürfnisse des Arbeitsmarktes und der Arbeitskräfte - nachhaltige Berufsentwicklung» verabschiedet. Dieser kommt zum Schluss, dass sich Arbeitsmarkt und Bildungswesen bislang darin bewährt haben, die technologische Entwicklung kontinuierlich und die Covid-19-Pandemie kurzfristig im Krisenmodus zu bewältigen.

Der vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) erarbeitete Bericht liefert einen Überblick über den Einfluss aktueller Entwicklungen wie der Digitalisierung, Nachhaltigkeit sowie der Covid-19-Pandemie auf die Berufsentwicklung. Zudem analysiert er den Umgang und die Erfahrungen mit solchen Herausforderungen und nennt Handlungsbedarf und Massnahmen. Damit erfüllt er die Anliegen der beiden Postulate von Ständerätin Maya Graf (21.3290) und der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (21.4342).

Arbeitsmarkt und Bildungswesen haben sich bislang darin bewährt, die technologische Entwicklung kontinuierlich und die Covid-19-Pandemie kurzfristig im Krisenmodus zu bewältigen. Im Fall des Klimawandels beziehungsweise ökologischer Probleme genügt es laut Bericht hingegen nicht, nur auf die Anpassungsfähigkeit von Arbeitsmarkt und Bildungswesen zu setzen. Um die Verbundpartner und Akteure im Bereich der Berufsund Weiterbildung zu unterstützen, hat das SBFI per Oktober 2023 den Förderschwerpunkt «Nachhaltige Entwicklung in der Berufsund Weiterbildung» geschaffen. Damit fördert das SBFI Massnahmen auf systemischer Ebene der Berufsbildung und trägt zu optimalen Rahmenbedingungen bei.

Als Herausforderung nennt der Bericht unter anderem auch die Aufrechterhaltung der Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen. Deren Beteiligung an der Berufsbildung ist freiwillig. Damit sie erhalten bleibt, muss sich die berufliche Grundbildung aus Sicht der Betriebe lohnen. In diesem Kontext ist ebenfalls darauf zu achten, dass die Berufsbildung auch für schulisch starke Jugendliche attraktiv bleibt, beispielsweise durch das Angebot der Berufsmaturität. Um die Lernenden weiterhin nachhaltig in Gesellschaft und Arbeitswelt integrieren zu können, ist die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung unter Einbezug aktueller Trends auf die künftigen Anforderungen auszurichten. Dies geschieht zurzeit mit der Überarbeitung des Rahmenlehrplans allgemeinbildender Unterricht.

Der Bundesrat ist Überzeugt, dass es dank der beruflichen Grundbildung nach wie vor gut gelingt, die Jugendlichen und Erwachsenen in verschiedenen Bildungswegen auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten sowie die Mobilität der Beschäftigten auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Die Bildungsinhalte werden von den Organisationen der Arbeitswelt verantwortet. Dadurch sind die einzelnen Bildungsangebote auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts abgestimmt und tragen den aktuellen Bedürfnissen Rechnung. Die Trägerschaften sind in der Lage, Entwicklungen wie beispielsweise die Digitalisierung zeitnah in der Ausund Weiterbildung zu berücksichtigen und so zur Versorgung der Wirtschaft mit adäquat ausgebildeten Fachkräften beizutragen. So resultierten im Jahre 2022 elf neue oder revidierte Berufe in der beruflichen Grundbildung sowie 58 neue oder revidierte Berufe in der höheren Berufsbildung. Zu den neu geschaffenen Berufen zählen beispielsweise Entwickler/-in digitales Business (EFZ), Meister/-in Wärmetechnikplanung (HFP) oder Digital Collaboration Specialist (BP).

Unter Berücksichtigung aller Erkenntnisse sowie der bereits ergriffenen Massnahmen sieht der Bundesrat aktuell keinen zusätzlichen Handlungsbedarf. Bedarfsgerechte Bildungsgefässe sind vorhanden und werden von den Verbundpartnern laufend weiterentwickelt.

Der Bundesrat
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