Bundesrat verabschiedet Prüfbericht zur Verbesserung der Nährstoffsituation im Wald

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Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 1. Mai 2024 dem Prüfbericht über die Optionen zur Verbesserung des Nährstoffhaushalts von Wäldern zugestimmt. Der Prüfbericht präsentiert die Ergebnisse der Evaluation und den Stand der laufenden Abklärungen, die der Bundesrat 2017 in einem Postulatsbericht in Auftrag gegeben hatte.

Zunehmend saure Böden im Wald beeinträchtigen das Wachstum der Bäume und führen mittelfristig zu einer Schwächung des Waldökosystems. Um die Waldgesundheit langfristig zu erhalten, hatte der Bundesrat 2017 in Erfüllung eines Postulats (13.4201) in einem Bericht verschiedene Massnahmen zur Verbesserung der Nährstoffsituation im Wald vorgeschlagen. Er beauftragte das Bundesamt für Umwelt (BAFU), diese Massnahmen zu prüfen und allfällige rechtliche Anpassungen vorzuschlagen. Am 1. Mai 2024 hat der Bundesrat den Prüfbericht «Optionen zur Verbesserung des Nährstoffhaushalts in Wäldern» verabschiedet. Darin werden die Ergebnisse der Evaluation und der Stand der laufenden Abklärungen präsentiert.

Standortgerechte Baumartenwahl

Nicht alle Baumarten haben die gleichen Nährstoffansprüche an den Boden. Die Kenntnis der Nährstoffsituation ist deshalb für die Waldplanung hilfreich. Dazu werden zurzeit technische Hilfsmittel entwickelt, wie zum Beispiel eine Ergänzung zur Tree App (www.tree-app.ch). Diese sollen namentlich Försterinnen und Förster sowie weitere Akteure bei der Auswahl standortgerechter Baumarten unterstützen.

Nährstoffnachhaltige Holzernte

Bei der Holzernte werden die in der Biomasse und im Holz gebundenen Nährstoffe aus dem Wald entfernt. Der Prüfbericht hält fest, dass eine nachhaltige Waldbewirtschaftung wichtig ist, um die Nährstoffverluste möglichst gering zu halten. Dazu gehört beispielsweise der Verzicht auf die Nutzung des gesamten Baumes inklusive Äste und Laub (so genannte Vollbaumnutzung). Um eine Wissensgrundlage für den gesamtschweizerischen Umweltvollzug zu schaffen, erarbeitet das BAFU zurzeit eine Publikation zur nährstoffnachhaltigen Holzernte.

Sanierung tiefgründig versauerter Böden

Als weitere Massnahme wird die Ausbringung von Kalk zur Verbesserung der Waldbodenqualität untersucht. Deshalb läuft seit 2017 an drei Versuchsstandorten ein Langzeitversuch über acht Jahre. Eine Kalkung ist nur bei tiefgründig versauerten Böden geeignet. Weil das Ausbringen von Kalk jedoch einen Eingriff in das Ökosystem darstellt, sind die rechtlichen Rahmenbedingungen klar zu definieren. Entsprechende Abklärungen sind im Gange.

Reduktion von Stickstoffemissionen an der Quelle

Grundsätzlich ist es sinnvoller, die Ursachen der Versauerung zu bekämpfen, als die entstandenen Schäden mittels bodenchemischer Massnahmen zu beheben, die sich auch negativ auf den Wald auswirken können. Der Prüfbericht empfiehlt deshalb, sich primär auf die Reduktion der Stickstoffemissionen an der Quelle zu konzentrieren. Erforderlich sind Massnahmen zur Minderung stickstoffhaltiger Luftschadstoffe. Die Schweiz setzt sich im Rahmen der Genfer Luftreinhaltekonvention für die Umsetzung solcher Minderungsmassnahmen ein.

Die Massnahmen zur Verbesserung des Nährstoffhaushalts des Waldes und der nachhaltigen Waldbewirtschaftung sollen in die Integrale Waldund Holzstrategie 2050 (IWHS2050) integriert werden, die das BAFU im Auftrag des UVEK erarbeitet.

Der Bundesrat
https://www.admin.ch/gov/de/­start.html

Generalsekretariat UVEK
https://www.uvek.admin.­ch/uvek/de­/home.html

Bundesamt für Umwelt BAFU
https://www.bafu.admin.ch