Der ESA-Ministerrat verleiht der europäischen Raumfahrt neue Impulse

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Die Schweiz hat am 19. November 2021 in Portugal an der Zwischentagung des Rats der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) auf Ministerebene teilgenommen. An dieser Tagung, an der sich die für die Raumfahrt zuständigen Ministerinnen und Minister der 22 ESA-Mitgliedstaaten trafen, stellte der Rat die Weichen für eine Stärkung der Rolle Europas in der Raumfahrt. So soll die ESA einen Beitrag zu gesellschaftlich relevanten Themen wie beispielsweise zur Klimaproblematik leisten und ambitionierte Initiativen lancieren.

Anlässlich der Zwischentagung des ESA-Rats wurde eine Erklärung verabschiedet, die zum einen die in der Agenda 2025 des Generaldirektors Josef Aschbacher gesetzten Prioritäten anerkennt. Zum andern enthält sie Empfehlungen, um bestimmte Schwerpunktthemen, die gesellschaftlichen Bedürfnissen entsprechen, voranzutreiben. Zu diesen prioritär anzugehenden Themen gehören der Beitrag der Raumfahrt zu einer grünen Zukunft, rasche und tragfähige Antworten auf Krisensituationen und der Schutz der Weltraumressourcen. Hinzu kommen ambitionierte Initiativen wie eine Mission zur Entnahme von Proben eines Eismonds oder auch Transportund bemannte Erkundungsmissionen.

An der Tagung wurden die Weichen gestellt, damit die ESA neue Initiativen lancieren kann, die die bestehenden Programme ergänzen und an der Ministerratstagung der ESA Ende 2022 in Frankreich vorgestellt werden sollen. So haben die Ministerinnen und Minister dem Generaldirektor den Auftrag erteilt, dem ESA-Ministerrat diesbezüglich Vorschläge zu unterbreiten. Die Initiativen müssen im Einklang mit den Bestimmungen des ESA-Übereinkommens umgesetzt werden und einem inklusiven Ansatz folgen, der einen langfristigen Nutzen für alle ESA-Mitgliedstaaten sicherstellt. Die Ministerinnen und Minister erinnerten ausserdem daran, dass die Mitgliedstaaten das Recht haben, ihre eigenen Tätigkeiten in allen Bereichen der Raumfahrt weiterzuführen, wie es auch im ESA-Übereinkommen vorgesehen ist.

Die Weltrauminfrastrukturen sind für das reibungslose Funktionieren moderner Gesellschaften unerlässlich geworden. Angesichts des aufstrebenden Raumfahrtsektors und des zunehmenden internationalen Wettbewerbs wies die Vizedirektorin des SBFI Silvia Studinger im Namen der Schweiz darauf hin, wie wichtig es sei, Innovationen und gute Ideen unvoreingenommen zu fördern, um die europäische Raumfahrt zu stärken. Eine Führungsrolle in der Innovation und ein inklusiver Ansatz werden in den nächsten Phasen entscheidend sein.

Die Schweiz ist Gründungsmitglied der ESA und leistet einen jährlichen Beitrag von 185 Millionen Franken an die Programme und Tätigkeiten der Organisation. Diese Investitionen ermöglichen den Schweizer Hochschulen und der Schweizer Industrie, sich auf verschiedenen Ebenen an den Raumfahrtmissionen zu beteiligen. Die wissenschaftliche Exzellenz und die technischen Innovationen im nationalen Weltraumsektor wie auch die enge Zusammenarbeit zwischen den Forschungsinstituten und der Industrie sind wesentliche Faktoren für das Wirtschaftswachstum. Die Schweiz leistet dank ihrer Mitgliedschaft in der ESA seit deren Gründung und dank ihrer Beteiligung an den EU-Programmen einen bedeutenden Beitrag zur europäischen Raumfahrt und kann in diesem Sektor international mithalten.

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