DESIGN AGENDA: future sense

Neue Plattform der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW nimmt die gesellschaftliche Verantwortung von Design in den Blick

Ausstellung: 17. Oktober bis 29. November 2019
Eröffnung: 16. Oktober, 18 Uhr
Symposium: 25. Oktober, ab 10 Uhr
Keynotes: Dr. Claude Martin und Harald Welzer

Ungleichheitsverhältnisse innerhalb einer pluralistischen Gesellschaft oder die Ausbeutung der Natur sind durchaus keine unbekannten Herausforderungen, mit denen wir uns konfrontiert sehen. Doch lassen sich prägnantere Weisen des Sichtbarmachens oder gar progressivere Lösungsansätze finden?
Mit ihrer jüngst lancierten Plattform DesignAgenda widmet sich die Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW dem Thema der Nachhaltigkeit aus einer gestalterischen Perspektive und stellt die Frage nach der Rolle und Verantwortung von Design ins Zentrum:
Haben Künstlerinnen und Designer ein besonderes Sensorium, um mit der Komplexität der Gegenwart und den Unsicherheiten der Zukunft umzugehen? Wie können Kreativität, prozessbezogenes Denken oder Ästhetik einen wirksamen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit leisten?
Mögliche Antworten und Lösungsansätze werden zum Auftakt der DesignAgenda unter dem Titel future sense in Form einer Ausstellung präsentiert sowie im Rahmen eines Symposiums zur Diskussion gestellt.

future sense Ausstellung
Ab dem 16. Oktober 2019 werden Projekte ausgestellt, welche unser Verhältnis zur Natur, zu Materialität und Ernährung, zu Abfall, Produktionsund Konsum-Kreisläufen, zum Upcycling sowie zur Zukunftsfähigkeit im sozialen und kulturellen Austausch kritisch verhandeln.
Die Arbeiten aus Lehre und Forschung im Bereich Design stammen von Eva Maria Böhlen, Ana Brankovic, Mirjam Bürgin, Anselm Caminada, Flavia Caviezel, Adrian Demleitner, Benedikt Elmaleh, Elena Eigenheer, Alena Halmes, Raphael Hirschi, Lea Kuhn, Rafael Kouto, Nadia Lanfranchi, Marcus Maeder, Sonia Malpeso, Katja Meile, Marion Mertens, Julian Nydegger, Rasa Smite, Helena ’apajnová, Aline Veillat und Yvonne Volkart.

future sense Symposium
Am 25. Oktober 2019 wird das Thema im Rahmen eines Symposiums mit internen und externen Gästen vertieft. Keynote-Speaker sind Dr. Claude Martin, Mitglied des Club of Rome und ehem. Generaldirektor WWF International sowie Harald Welzer, Professor für Transformationsdesign an der Europa-Universität Flensburg.

Auszüge aus dem Programm

Gestaltung: Die Ungewissheit hat Zukunft
Vor bald 50 Jahren veröffentlichte der Club of Rome «The Limits to Growth». Dieser Bericht galt als revolutionär, stiess in Wirtschaftskreisen aber auch auf Unglauben und sogar Spott. Heute sind die planetaren Grenzen spürbarer denn je: Mit dem Klimawandel drohen terrestrische und marine Ökosysteme zu kippen und das gesellschaftliche Konfliktpotential wächst - die Ungewissheit der Zukunft lastet auf uns allen. Wie finden sich Kunst und Gestaltung darin zurecht? Sind sie nur Spiegelbild und Barometer, oder können sie zu Umdenken und Lösungsfindung beitragen? Von: Dr. Claude Martin , Mitglied des Club of Rome und ehem. Generaldirektor WWF International
 

Zukunft wieder denken
Die notwendige ökosoziale Transformation ist ein gesellschaftspolitisches und kulturelles Projekt mit offenem Ausgang. Um sich aus den mentalen und materiellen Infrastrukturen der Gegenwart, aus der Schwerkraft des So-Seins herauslösen zu können, muss es attraktive Zukunftsbilder einer nächsten Gesellschaft geben. Diese fehlen bislang fast völlig. Die erste Aufgabe ist mithin, Zukunft wieder zu denken.
Von: Harald Welzer, Professor für Transformationsdesign an der Europa-Universität Flensburg

Mehrfach diskriminiert - drei visuelle Porträts
Eine Frau mit südostasiatischen Wurzeln, ein Homosexueller aus Ex-Jugoslawien, ein schwarzer, schwuler Transmann: In einer interaktiven Installation schildern Pascal, Meloe und Elinor, wie Mehrfachdiskriminierung ihren Alltag prägt. Mit beissendem Humor und Präzision sezieren sie rassistische, sexistische, homound transphobe Denkmuster unserer Gesellschaft.
Von: Nadia Lanfranchi, Alumna Institut Visuelle Kommunikation, Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW

Spürtechniken. Von den Medien der «Naturvermittlung» zu den Ästhetiken des Spürens
Gegenwärtig lässt sich ein gesteigertes Interesse für den Einsatz technologischer Spürtechniken als Medien der «Naturvermittlung» beobachten: Ökomediale Apparaturen sollen helfen, nicht-menschliche Existenzweisen, die sich bisher der menschlichen Aufmerksamkeit entzogen, wahrnehmbar zu machen. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass Messdaten einerseits als Beleg der Tatsächlichkeit und zur Politisierung unbekannter oder verleugneter Umweltphänomene benutzt werden können, und andererseits, dass die neuen Formen ein gesteigertes Bewusstseins für ein Inerbindungstehen und damit eine Sorge für die «Umwelt» erzeugen.
Von: Dr. Yvonne Volkart, Forscherin und Dozentin, Institut Ästhetische Praxis und Theorie, Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW


Ausstellung
17. Oktober bis 29. November 2019
Eröffnung: 16. Oktober, 18 Uhr
Hochhaus, Foyer
Öffnungszeiten: Montag - Freitag, 9 - 17 Uhr
Eintritt frei
Symposium
25. Oktober 2019, ab 10 Uhr Hochhaus, 1. Etage, Aula
Eintritt frei

fhnw.ch/hgk