Dorthin geht die Reise! Impulse durch Design

«MASTER-THESIS 21»: Abschluss-Ausstellung Institut Integrative Gestaltung l Masterstudio der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW

Wie ist eine Ausstellung konzipiert, die dem negativen Klimadiskurs etwas entgegensetzt und dem Publikum hoffnungsvolle Visionen an die Hand gibt? Was muss geschehen, um die Welt des Designs mit der Welt der Politik in einen produktiven Austausch zu bringen? Aus welchen Technologien oder Materialien besteht Kleidung, die zum Innehalten in der schnelllebigen Zeit anregt? Was braucht es, damit Innenarchitektur einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden nehmen kann? Welche Grenzen musealer Formate müssen durchbrochen werden, um das Museum zum Ort der Gemeinschaft und der Debatte zu machen? Welche innovativen Interfaces sind in der Lage, alltägliche Gewohnheiten zu durchbrechen?

Mögliche Antworten auf diese Fragen präsentieren mit 11 gestalterischen Positionen in Form von Objekten, Produkten, Konzepten und Installationen die Absolventinnen und Absolventen des Instituts Integrative Gestaltung l Masterstudio der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW.
Die Vernissage findet am 24. Januar 2020 statt, die Ausstellung ist vom 26. bis zum 31. Januar 2020 zu sehen. Zur Finissage am 31. Januar 2020 ist die Jazzband Matcha Mountain zu Gast. Am Institut Integrative Gestaltung Masterstudio kommen Studierende aus unterschiedlichen Disziplinen im Masterstudium zusammen. Die verschiedenen Perspektiven ermöglichen angewandte Forschung, bei der im Rahmen der Master-Thesis theoretische Erkenntnisse mit gestalterischem und technischem Wissen zusammentreffen und so zukunftsweisende Ergebnisse in der Gestaltung von Produkten und Prozessen erreicht werden.

Es stellen aus: Laura Antonietti, Andreas Eberhard, Alena Gaiser, Jennifer Keusgen, Robin Kirsch, Aline Minder, Carolin Reinert, Santeri Taurula, Jil-Sophie Thieringer, Talia Uslu und Anniina Veijalainen.

Zu den Arbeiten

Aline Minder 
Das Museum als Third Place? 
Potentiale für die Vermittlung im Raum
Das Wirkungsfeld, in welchem kulturhistorische Museen agieren verändert sich. Politische, kulturelle und soziale Transformationsprozesse prägen die Arbeit von Kurator*innen, Gestalter*innen und Vermittler*innen. Zugleich sehen sich Museen mit der Herausforderung konfrontiert, geeignete Formen für die Auseinandersetzung mit ihrem kolonialen Erbe zu finden. Exemplarisch durchbricht diese Arbeit Grenzen musealer Formate und entwickelt alternative Möglichkeiten der Vermittlung im Raum. Damit soll das Museum vermehrt zu einem Ort der Debatte über politische, gesellschaftliche, kulturelle und soziale Themen werden und gemeinschaftsbildend wirken.

Laura Antonietti 
Attitudes Toward Guns
A Transdisciplinary Work of Design
«Welche Einstellung haben schweizerische und amerikanische Studierende zu Waffen?» - Eine Studie zur Visualisierung von Gedanken und Gesinnungen zu laufenden Debatten über Waffengesetze. Dies ist eine experimentelle transdisziplinäre Gestaltungsarbeit. Diese Masterthesis unterbreitet einen Vorschlag, wie die Welt des Designs mit der Welt der Politik verbunden werden könnte, um sich gegenseitig zu nähren und zu ergänzen und kreative Lösungen durch Ansätze zu erreichen, von denen alle profitieren können und werden.

Santeri Taurula 
Through the Black Mirror
Wie interagieren Materialien und Akteure und prägen unsere Wahrnehmung? Sind sie eigenständig - affektlos? Oder können sich ihre und unsere eigene Geschichte und alles im Hier und Jetzt gegenseitig beeinflussen? Das führt zu kraftvollen, einzigartigen persönlichen Momenten und gemeinsamen Begegnungen. Seit Zehntausenden von Jahren haben verschiedene Kulturen schwarzen Obsidian zu verschiedenen Waffen und Werkzeugen geformt, die in der Kriegsführung und bei rituellen Opfern, aber auch bei der Weissagung eingesetzt werden. Jetzt: Blicken Sie in den Obsidianspiegel. Was sehen Sie da? Was enthüllt er? Oder was verrät er? Hat sich Ihr Spiegelbild verändert oder verwandelt? Halten Sie inne und reflektieren Sie.

Jennifer Keusgen
Tactile Matters
Der sinnliche Zugang des Menschen zur Welt verändert sich durch zunehmende Digitalisierung und Automatisierung. Welche Möglichkeiten kann Kleidung als zweite Haut bieten, Träger*innen durch gezielte haptische und taktile Reize im Hier und Jetzt zu verorten und positiv auf ihr Selbstbewusstsein zu wirken? Tactile Matters ist eine experimentelle Auseinandersetzung mit dem taktilen Potential von Kleidung.

Anniina Veijalainen 
Medea embodied
Basierend auf der altgriechischen Tragödie Medea von Euripides erforscht die Rauminszenierung «Medea embodied» das traditionelle Drama als Quelle zeitgenössischer Szenografie. In Form einer immersiven Theateraufführung lotet «Medea embodied» die Grenzen dessen aus, was eine zeitgenössische Theateraufführung sein kann, und auf welche Art und Weise Dramentexte räumlich interpretiert werden können. Durch den Verlauf der Aufführung nimmt der Zuschauer an einer zeitlosen Tragödie teil und wird Zeuge der berüchtigten Rache, die sich vor ihm aufbaut.

Jil-Sophie Thieringer 
Be the change
Um dem negativen Klimadiskurs etwas entgegenzusetzen und den Menschen Visionen an die Hand zu geben, thematisiert die partizipative Ausstellung «Be the change» anhand von sieben Themenschwerpunkten den Klimawandel in einer neuen, hoffnungsvollen Sichtweise. Die Themenräume veranschaulichen nicht nur die gegenwärtige Problematik, sondern auch Lösungsansätze für die Zukunft. Leicht verständliche Bilder bieten dem Besucher Zugang zu einem individuellen Handlungsspielraum für Veränderung.

Talia Uslu
Healing Design
The impact of (interior) architecture on our health by using the example of a psychiatric clinic
Was wäre, wenn (Innen-)Architektur so gestaltet wäre, dass sie unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden stützt? Healing Design - eine Arbeit, die darauf abzielt, die Wirkung von Innenarchitektur und Szenografie auf unsere Gesundheit zu untersuchen. Die Symbiose von Design und Gesundheit wird mit der Intention, gesundheitsbewusstes Design zu stärken aufgezeigt. Die Erforschung von Designparametern, die unsere geistige und körperliche Gesundheit beeinflussen, wird von der partizipativen Ausstellung «sensorium» begleitet, um einem breiteren Publikum den Zugang zum Thema zu ermöglichen, indem es die Wirkung persönlich erlebt.

Alena Gaiser
SynäsTHESIS
Die Sprache der Synästhesie
Inspiriert vom Phänomen der Synästhesie, Farben hören und Töne sehen, taucht der Rezipient in dieser Wanderausstellung in eine multisensorische Überlagerung an Farben und Formen. Die Sinneserfahrung gestaltet sich in dem Pavillon durch Bewegungen, Lichtchoreografien, Schattenspiele und Klangfarben, die eine unsichtbare Wirklichkeit bilden. Eine Installation, in der ein individuelles auf ein kollektives Erlebnis trifft. Über eine grenzenlose Sinneserfahrung und deren mit sich bringenden Verknüpfungen wird die Synästhesie an den Rezipienten herangeführt.

Carolin Reinert
Rooms of Remembrance
Zeitschnitt - Die Klybecker Nacht der Erinnerung
«Zeitschnitt - Die Klybecker Nacht der Erinnerung» ist ein szenografisches Rahmenprogramm fu’r das Klybeck-Areal in Basel. Innerhalb dieses Programms werden mehrere Standorte und Gebäude bespielt und erlauben dem Besucher einen tieferen Einblick in dieses Stadtgebiet. Die Auseinandersetzung erfolgt hierbei auf drei Zeitebenen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Der gesamte Parkour findet an drei Abenden als Pilotprojekt, mit Aussicht auf ein daraus resultierendes jährliches Klybeck-Festival, statt.

Andreas Eberhard
Zehn durch Zwei gleich Fünf behalte Zwei
Textinput auf mobilen Geräten
Mobile Geräte verwenden für die Texteingabe in der Regel eine 10-Finger-Tastatur, basierend auf dem QWERTY- respektive QWERTZ-Layout. Manchmal werden auch Abwandlungen eingesetzt. Insbesondere bei Smart und Touch Phones wirkt das Konzept sperrig. Wir bedienen unsere Tastatur in der Regel mit ein bis zwei Fingern. Warum also eine Tastatur, die auf 10 Finger ausgelegt ist? Diese Masterthesis ist ein experimenteller Diskurs zu menschlichen Gewohnheiten, technischen Implikationen und gestalterischen Ambitionen.

Robin Kirsch
HABIT:ARE
Die Masterthesis untersucht die komplexe Aktivität des Wohnens, ausgehend von der These, Wohnen basiert auf der wechselseitigen Iteration von Adaption & Intervention. In einem Selbstversuch werden alltägliche Routinen «normativen Wohnens» beobachtet und in einem Logbuch festgehalten. Dieses Logbuch bildet die Grundlage für die anschliessende konstruktive Materialisierung der Verhaltensmuster, welche an einem zweiten Ort, einer Industriehalle, installiert und dadurch rekontextualisiert werden. Es entsteht ein Bühnenbild für einen Kurzfilm über das Wohnen. Protagonistin ist die «Gewohnheit» im Konflikt zwischen einem neuen Umfeld und der eigenen Erinnerung.

Programm

Freitag, 24. Januar, 19 Uhr
Vernissage

26. bis 31. Januar, täglich 12 - 20 Uhr 
Ausstellung

Freitag, 31. Januar, 19 Uhr
Finissage mit Konzert 

Matcha Mountain
Alon Schmidhauser und Giovanni Vicari (Musikschule Jazz Basel)

Ort

Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW, Hochhaus, Foyer